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Donnerstag, 28. Mai 2026

Scrollicon
In einer grünen Wiese steht ein rot-braunes hundeartiges Tier, ein Goldschakal
28. Mai 2026, 15:32    office@wildes-bayern.de

Fördert der Mensch als „Schutzschild“ den Goldschakal?


An immer mehr Orten in unserer Landschaft taucht der Goldschakal auf. Dabei muss der Beutegreifer seinen Platz zwischen Fuchs und dem sich ebenfalls ausbreitenden Wolf finden. Alle drei Arten konkurrieren um die gleiche Nahrung. Der größere Wolf setzt sich mit seinem Lebensraumanspruch gegen die kleinere Caniden-Art durch, so dass dort, wo sich dieser so genannte Spitzenprädator ansiedelt, eher keine Goldschakale vorkommen – dachte man jedenfalls bisher.

Doch jetzt hat ein internationales Wissenschaftlerteam um Nathan Ranc aus Frankreich eine neue Entwicklung in dieser Rangordnung festgestellt: Anhand der Analyse von Schakalrufen an 9.000 Punkten in 13 Ländern fanden sie heraus, dass der Goldschakal dort, wo der Wolf vorkommt, sehr wohl auch lebt. Aber er rückt näher an menschliche Siedlungen heran, als er es normalerweise würde. Er macht sich also die abschreckende Wirkung des Menschen auf den Wolf als eine Art „Schutzschild“ zunutze.

Das könnte für die künftige Besiedelung Europas durch den Goldschakal eine entscheidende Wirkung haben. Derzeit kommt er auf 13 Prozent der Fläche vor, Wissenschaftler haben aber herausgefunden, dass etwa auf 75 Prozent potenzieller Lebensraum vorhanden ist! Wenn sich Wolf und Schakal nicht ausschließen, weil der Mensch als abmildernder Faktor dazwischen steht, dann könnte das dazu führen, dass die Ausbreitung des kleineren Beutegreifers wesentlich schneller und flächiger erfolgt als zunächst angenommen.

Das wird sowohl für die Landwirtschaft als auch die Ökologie der Beutetierarten eine entscheidende Auswirkung haben.

Die vollständige Studie in englischer Sprache finden Sie hier




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