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Mittwoch, 21. Januar 2026

Scrollicon
Porträt einer braunen Kuh mit Hörnern
21. Januar 2026, 11:24    office@wildes-bayern.de

Kühe – so viel intelligenter als gedacht * VIDEO*


Dieser Beitrag ist nicht nur wissenschaftlich relevant sondern zudem auch noch unfassbar unterhaltsam, und er fordert unser gängiges Weltbild heraus. Forscher der Veterinärmedizinischen Universität in Wien haben Beobachtungen und Experimente an einer Kuh gemacht und dabei festgestellt, dass sie tatsächlich Werkzeuge nutzt – und zwar auf unterschiedliche Weise, jeweils angepasst an den Zweck.

Die 13-jährige Kuh namens „Veronika“, zuhause in einem südösterreichischen Bergdorf, hat sich mit etwa vier Jahren angewöhnt, Stöcke oder Besen zu nutzen, um sich am Körper zu kratzen. Im Video sieht man, wie sie auf der Weide vorgelegte Stiele mit ihrer unglaublich langen, kräftigen Zunge aus dem Gras angelt, um sich dann genüsslich am Euter oder am Rücken zu kratzen. Nach vielen Malen, die die Forscher sie dabei beobachten konnten, kristallisierte sich heraus, dass sie dabei gezielt unterschied, ob sie das stumpfe Ende oder das Ende mit den Borsten einsetzen wollte. Das heißt, sie unterscheidet die Eigenschaften der beiden Enden und setzt sie in Beziehung zu ihrer Körpersensitivität an verschiedenen Stellen.

Links sind zwei Bilder einer Kuh zu sehen, die sich mit einem Besen kratzt, rechts daneben eine Grafik mit roten und grünen Balken

Unterschiedliche Werkzeugnutzung durch Kuh Veronika

Mit dem stumpfen Ende behandelte sie eher die unteren Regionen ihres Körpers, wie die weiche Bauchdecke. Mit den Borsten schabte sie hingegen über Rücken oder Hüfte. Eine solche angepasste Nutzung eines Werkzeugs wurde bisher noch nie bei Kühen nachgewiesen und wirft das gängige Bild „dummer“, von reizarmer Haltung abgestumpfter Nutztiere völlig über den Haufen.

Die Forscher schreiben: „Trotz Millionen von Jahren, seit denen wir Nutztiere für die Erzeugung von Lebensmitteln domestiziert haben, wurde die Frage ihrer Intelligenz fast nie diskutiert. Veronika´s Fall fordert diese Einstellung heraus, indem sie uns vorführt, dass das Lösen technischer Probleme nicht allein eine Sache von Arten mit großen Gehirnen, Händen oder Schnäbeln ist. (…) Vielleicht ist es nicht so absurd, sich vorzustellen, dass eine Kuh Werkzeuge nutzt, wie vielmehr, dass wir bislang angenommen haben, dass das unmöglich sei.“

Unsere Wildes Bayern-Herzen im Sturm erobert hat allerdings auch Veronikas Besitzer Witgar, der allen Zuschauern am Ende des Videos sagt, dass sie die Natur schützen müssen, weil Artenvielfalt der Schlüssel für unser Überleben auf diesem Planeten ist. Danke, Witgar, Du sprichst uns aus der Seele!

Die Studie „Flexible use of a multi-purpose tool by a cow“ von Antonio J. Osuna-Mascaró und Alice M.I. Auersperg in englischer Sprache können Sie hier nachlesen – und bitte schauen Sie sich unbedingt das erste Video bis zum Ende an.

 

Bildquelle: Alexa auf pixabay, Antonio J. Osuna-Mascaró , Alice M.I. Auersperg




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