Blogpost
Donnerstag, 29. Januar 2026

Scrollicon
Kühe schauen aus einem Offenstall
29. Januar 2026, 08:54    office@wildes-bayern.de

Erstmals Vogelgrippe bei Kuh in Europa entdeckt


In den Niederlanden ist im Januar zum ersten Mal in Europa das Vogelgrippevirus H5N1 in einer Kuh und in ihrer Milch nachgewiesen worden. Wie so häufig, wirft der Fall ganz nebenbei ein Schlaglicht auf Umstände, die beinahe noch beunruhigender sind als die biologischen Tatsachen an sich.

Denn: Erst nachdem auf einem Bauernhof in Nordfriesland eine Katze verendete, kam heraus, dass dort schon länger das Vogelgrippevirus in einer Kuh präsent war. Man muss also durchaus von einem krassen Zufall sprechen, denn wer, bitte, untersucht schon eine Katze, die auf einem Bauernhof stirbt? Umgekehrt – sollten Milchkühe und ihre Milch nicht höchstgradigen Kontrollen unterliegen?

Die Katze verstarb im Dezember. Als bei den Untersuchungen herauskam, dass sie Vogelgrippe gehabt hatte, wurden alle Kühe und ihre Milch getestet. In einer Milchprobe fanden sich Antikörper gegen das Virus – das heißt offenbar, dass die Kuh die Krankheit bereits durchgemacht hatte und wieder gesund geworden war. Wie die Landwirte mitteilten, hatte das Tier tatsächlich im Dezember unter Atemwegsproblemen und einer Euterentzündung gelitten. Mehr war aber scheinbar nicht aufgefallen oder untersucht worden!

Da die Milch pasteurisiert wurde, bestand angeblich zu keiner Zeit eine Gefahr für die Milchkonsumenten. Für die Katze war das anders, nachdem sie vermutlich rohe Milch im Umfeld von Stall oder Milchkammer aufgenommen hatte.

Den vollständigen Bericht der Neuen Zürcher Zeitung finden Sie hier

 

Meldung vom 22. August 2025: Vogelgrippe verbreitet sich wohl auch über Milchvieh

Immer wieder gab es in den letzten Jahren Meldungen über Vogelgrippe bei Säugetieren. Jetzt sind auch Milchkühe dran, und die Entwicklung ist besorgniserregend.

Seit 2024 breitet sich das Vogelgrippe-Virus H5N1 in Milchviehbeständen der USA aus. Besonders betroffen ist Kalifornien, wo bis zum Sommer 2025 bereits über 760 Betriebe positiv getestet wurden. Eine neue Studie aus den USA zeigt nun, dass die Übertragung des Virus auf Milchviehbetrieben viel komplexer ist als bislang angenommen.

Das Virus ist in der Luft, im Wasser – und im Euter

Forschende untersuchten 14 betroffene Betriebe in Kalifornien und nahmen Proben aus der Luft, Milch und dem Abwasser. Dabei konnten gleich mehrere Übertragungswege nachgewiesen werden. Sowohl in Aerosolen und der Ausatemluft von Kühen, im Abwasser und im Euter der Kühe befand sich das Virus. Auch in Sumpfproben, auf Feldern und in Güllegruben wurden die Forschenden fündig.

Auffällig ist, dass viele Kühe, die das Virus im Euter trugen, keinerlei Krankheitszeichen zeigten, wie eine Mastitis, obwohl ihre Milch hochinfektiös war. Das Virus war auch nicht immer über das ganze Euter verteilt, sondern manchmal nur in einem oder mehreren Vierteln.

Mutationen und Verbreitung in der Landschaft

In Luft- und Wasserproben konnten darüber hinaus Mutationen des Virus entdeckt werden, die unter Umständen eine noch bessere Anpassung an den Menschen ermöglichen könnten. Das zeigt, wie schnell sich das Virus weiterentwickelt.

Die Belastung von Abwasser und Güllegruben ist besonders alarmierend für Wildtiere. So wird das Virus auf Feldern verteilt, außerdem können Abwässer einen Anziehungspunkt für beispielsweise Zugvögel darstellen, die dort trinken oder Nahrung suchen. So eröffnet sich eine Brücke zwischen infizierten Milchviehbeständen und freilebenden Tierpopulationen.

Landwirtschaft muss Vorsorge treffen

In der Vergangenheit hat H5N1 bereits gesamte Kolonien von Seevögeln oder Robben dezimiert. Die neuen Erkenntnisse lassen die Sorge wachsen, dass Wildtiere auf Umwegen über landwirtschaftliche Betriebe immer stärker in das Infektionsgeschehen einbezogen werden.

Die Forschenden der Studie schlagen vor, Übertragungswege konsequent einzudämmen. Nötige Maßnahmen wären die Desinfektion von Melkgeräten nach jedem Tier, persönliche Schutzausrüstung, Behandlung der Milch kranker Tiere vor dem Entsorgen, Aufbereitung von Abwasser und Schnelltests zur frühzeitigen Erkennung infizierter Tiere.

Nur wenn Abwassermanagement und Seuchenschutz auf den Betrieben ernst genommen werden, können auch Wildtiere besser geschützt werden.

EZ

Die original Studie könnt Ihr hier nachlesen

Bildquelle: Photorama/Pixabay.de




Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.






Weitere Beiträge zu diesem und verwandten Themen finden Sie hier:

Walzverbot gelockert: Für Märzhasen und Gelege der Tod

Gänsestudie: Fressen ist wichtiger als fürchten

Buchtipp: Spannender Einblick ins komplexe Wesen des Huhns

Wie Pflanzenschutzmittel das Leben im Boden schädigen

Vogelgrippe – weiter keine Entwarnung

Kühe – so viel intelligenter als gedacht * VIDEO*

Vogelgrippe: Das kann helfen, Ansteckung zu verhindern

Rapsfelder – nur in Maßen gut für die Natur

UPDATE – EU verabschiedet Bodenüberwachungsgesetz

Ein tolles Bild von Schrott-Wissenschaft

Essay: Vier Punkte für eine bessere Wolfs- und Raubtierpolitik

Beetle-Banks – förderfähige Superlebensräume im Feld

Bitte noch unterschreiben: bis 22.9. engagieren für bessere Schweinehaltung

Tiertragödien am Berg – bessere Nutzungskonzepte müssen her!

Schlechte Nachricht: Fungizid schädigt Spatzen

Fair Trade und Artenvielfalt – hängt das zusammen?

Myxomatose – die neue Bedrohung für unsere Hasen

UPDATE Saufang „Pig Brig“ – was der Einsatz wirklich bedeutet

Wässerwiesen – was ist das denn?

Höllische Tiertransporte – und die gemeinsame Agrarpolitik

Forschungsprojekt zum Mitmachen: Hermelin und Mauswiesel gesucht!

Top gerüstet: Unsere Themenseite zur Weidehaltung UPDATE

Maul- und Klauenseuche: Gefahr scheint gebannt

Wir wollen mehr Mist! UPDATE VIDEO

Kommt Glyphosat aus der Waschmaschine statt vom Acker? UPDATE

Appell an die Politik: Artenvielfalt retten? Rebhuhn schützen!

Insektenschutzstreifen – Naturschutz leicht gemacht

Mittel gegen Zecken und Flöhe bei Haustieren sind ein Problem für die Natur!

Jetzt richtig Lebensräume für Wild und Insekten schaffen

Jetzt um die Wiesenmeisterschaft Nürnberg bewerben!






Aktuelle Informationen



Walzverbot gelockert: Für Märzhasen und Gelege der Tod Wiesen und Grünland dürfen in Bayern dieses Jahr nicht nur bis zum 15. März, sondern bis zum 1. April gewalzt…

Dienstag, 17. März 2026
Jetzt lesen
Was bringt der Biber? In den Nationalparks Bayerischer Wald und Sumava/Tschechien wird der Einfluss des Bibers auf die Natur erforscht. Das hat der Nationalpark…

Dienstag, 17. März 2026
Jetzt lesen
protectAlps: Schlechte Neuigkeiten für alpine Insekten Unsere vermeintlich heile, gesunde Bergwelt leidet längst unter den Emissionen von dicht besiedelten Gebieten im Tal - das ist nicht…

Dienstag, 17. März 2026
Jetzt lesen

Mitglied werden