Im Spiegel wurde vor kurzem ein Beitrag veröffentlicht, der ebenso wichtig wie komplett unerträglich zu lesen war. Er beschrieb die höllische Irrfahrt einer Kuh aus Sachsen – deklariert mit der Nummer DE1406717219 -, die mit fast 70 anderen Kühen von Brandenburg aus in die Türkei transportiert werden sollte, um dort eine Herde aufzubauen.
Doch der Transport blieb an der bulgarischen Grenze stecken, weil ein türkischer Beamter feststellte, dass aus Brandenburg gar keine Tiere in die Türkei importiert werden durften, weil dort die Blauzungenkrankheit ausgebrochen war. Die Kühe hätten also das deutsche Bundesland nie verlassen dürfen.
Vier Wochen dauerte die Gefangenschaft der Tiere in einem Transporter, der nicht entmistet werden konnte, und wo es ihnen an Futter und Wasser mangelte. Letztlich wurde die Kuh Nummer DE1406717219, inzwischen schwerkrank und bewegungsunfähig, in der Türkei durch einen Kehlschnitt getötet und ihr Kadaver dort auf einer Müllhalde entsorgt. Die unerträglichen Qualen, die sie und ihre Artgenossen vorher durchlitten haben, mag sich niemand vorstellen.
So etwas kann kein Verbraucher wollen – deshalb unsere große Bitte an ALLE: Kauft regionale Lebensmittel und achtet bei Fleisch auf eine extensive Weidehaltung! Die Beweidung mit Rindern, Schafen, Pferden oder wilden Wiederkäuern verhindert nicht nur unmenschliche Tiertransporte wie den oben beschriebenen, sondern nutzt der Natur noch ganz direkt! Naturnahe Beweidung erhöht Artenvielfalt, hält lebenswichtige Kreisläufe in Gang und erhält unsere Berge in einem0 erlebenswerten Zustand!
Damit all das geschehen kann, ist es wichtig, dass bei den derzeit laufenden GAP-Verhandlungen auf europäischer Ebene die richtigen Weichen gestellt werden. GAP steht für die Gemeinsamee Agrarpolitik (der Staaten in der EU). Das Budget dieses Geschäftsbereichs ist eines der größten in der EU, und hier wird zum Beispiel über die Förderungen in der Landwirtschaft entschieden.
Wohin diese Geldströme geleitet werden, betrifft nicht nur die Existenz vieler landwirtschaftlicher Betriebe, sondern auch, wie die Lebensräume unserer Wildtiere erhalten und gestaltet werden, wie viel „Spielraum“ und welche Funktion sie erhalten. Entscheidend ist hier, so unsere Meinung, nicht ein noch komplizierteres Regelwerk aufzustellen, sondern auch die wichtigen und notwendigen Förderungen für Landwirtschaft an den Erfolgen und Ergebnissen zu orientieren. Nicht die Quadrat- und Laufmeter geförderter Randstreifen ist entscheidend, sondern die Zahl der brütenden Rebhühner und die Insektenvielfalt.
Die Macht der Verbraucher ist nicht gering. Bitte überlegt Euch, dass jedes Signal, das Ihr als Käufer setzt, für solche Verhandlungen ausgewertet wird.
Den Beitrag im Spiegel über die Höllenfahrt einer Kuh könnt Ihr Euch hier kaufen
Eine Reportage des ZDF zu diesem Thema (von 2017) könnt Ihr Euch hier anschauen
Eine Organisation, die sich direkt mit den Tiertransporten in der EU befasst, ist die Animal Welfare Foundation. Mehr dazu findet Ihr hier
Hier findet Ihr Informationen zu den Verhandlungen über die GAP
Hier geht´s zu einer Stellungnahme des Bundeslandwirtschaftsministers zu den vorgelegten GAP-Entwürfen
Bildquelle: Animal Welfare Foundation
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