Schon im Februar haben wir von einer spannenden Studie berichtet, durch die nachgewiesen wurde, dass aus gewissen Waschmittelkomponenten in der Kläranlage und letztlich in unseren Flüssen Glyphosat entsteht. Die Forscher sind natürlich weiter dran, die Hintergründe aufzudecken – und haben jetzt das Mangan, zum Beispiel aus Bodensedimenten, als einen wichtigen Treiber dieser unseligen Reaktion entlarvt.
Den aktuellen Forschungsstand könnt Ihr hier nachlesen
Meldung vom 6. Februar 2025
Chemiker aus Tübingen haben über Glyphosat in Gewässern geforscht und Überraschendes herausgefunden, das unser Bild des typischen Gifts aus der Landwirtschaft auf den Kopf stellen könnte.
Denn sie haben festgestellt, dass das Auftreten von Glyphosat in Gewässern und ihren Sedimenten nicht wirklich dazu passt, wann das Gift auf den Äckern ausgebracht und dann in die Gewässer eingespült wird. In der Landwirtschaft gibt es Phasen von hohem Eintrag an Pestiziden, doch Glyphosat ist auch in der restlichen Zeit in gleichem Maße nachweisbar.
Außerdem passt auch das Verhältnis eines Glyphosat-Abbauprodukts, genannt AMPA (Aminomethylphosphonsäure) zum Glyphosat selbst nicht. Akribisch verfolgten die Chemiker daraufhin die Spuren der Gifte. Sie beprobten Gewässer und Sedimente bis in große Tiefen. So stellten sie zum Beispiel fest, dass schon in den 1960er Jahren Glyphosat in den Flüssen war – zu einem Zeitpunkt, als es als Herbizid noch gar nicht zugelassen war.
Immer wieder standen die Forscher vor der Frage: Wie kann das sein, wie kommt das Glyphosat da hin? In einem Artikel in der Zeitschrift „Attempto!“ schreibt Prof. Huhn: „Was, wenn das Glyphosat immer da ist, weil es ständig neu gebildet wird? Gemeinsam mit seinem Abbauprodukt AMPA aus einem gemeinsamen Vorläufer? Für eine Chemikerin ein logischer Gedanke. Ich erinnere mich nun auch an Studien, die für AMPA eine andere Quelle kennen: Aminopolyphosphonate, die unter anderem in Waschmitteln genutzt werden. Könnte daraus auch Glyphosat entstehen? Chemisch verwandt sind sie.“
Letztlich führt die Spur die Wissenschaftler tatsächlich zu DTPMP, einem Phosphat wie Glyphosat, das heute in Wasch- und Reinigungsmitteln im Haushalt und in der industriellen Reinigung eingesetzt, aber auch in der Textil- und Papierindustrie und der Trinkwassergewinnung. Ausgelöst von gewissen anderen Stoffen in Kläranlagen, wird DTPMP offenbar dort zu Glyphosat und AMPA umgewandelt und dann in die Gewässer eingeleitet.
„Das große Bild wird sichtbar, die Lücken werden wir hoffentlich in den nächsten Jahren schließen“, schreibt Prof. Huhn. „Und wir sind gespannt, wie Bürger, Politik und Industrie reagieren werden.“
Die gesamte spannende Spurensuche nach der Herkunft von Glyphosat in unseren Flüssen und Flusssedimenten findet Ihr hier zum Nachlesen
Die original Studie in englischer Sprache findet Ihr hier
Bildquelle: Wildes Bayern
Blauzungenkrankheit – von Kollateralschaden und Wächter-Arten
18.9. Demo gegen PFAS und Windkraft in Gendorf
Feld- und Schneehase: Wie teilen sie sich die Nahrung?
Zu wenige Städte nutzen Grün fürs Klima
Pflanzenfresser ansiedeln statt auslöschen!
Was unsere Vögel wirklich beeinflusst
UPDATE Glückwunsch an die Gewinner – Ausstellung Bergbauern
Wie Wildtiere Spurenelemente verteilen
Junge Steinadler verraten Wichtiges über Nesthocker
Käferstudie zeigt, wie sich Elternfürsorge auszahlt
Aale brauchen Lebensraum, aber vor allem Beute
Was ein Wehr für einen Jungfisch bedeutet
Eichhörnchen sind eine Leitart für Stadtnatur
Wölfe – nicht die Jagd bewegt sie, sondern die Beute!
Richtiges Weidetier-Management: Wichtig für unsere Wiesenbrüter
Entwurmungsmittel bringt Nahrungskette durcheinander
Das geheime Leben der „Solitärbienen“
Kitze zermäht – mehrere Anzeigen gegen Landwirte
Amerikanische Bisons als Blaupause für unser Wild UPDATE
Braunkehlchen, so zäh wie winzige Ironmen…
UPDATE: Über 170 Verbände fordern mehr Unterstützung für Beweidung
Mehrjährige Grashalme als Hotspots der Insektenvielfalt
UPDATE Katastrophe am Gewässergrund: Massensterben von Muscheln
Gänsegeier plünderte Storchennest – Nahrungsnot?
Wer einen Vogel hat, ist klarer im Kopf
Tschernobyls Rinder – back to the roots
Fledermäuse: Lautlose Schädlingsbekämpfer auf unseren Äckern
Weideprämie gestrichen – was Bürokratieabbau wirklich meint
Das Hermelin – im Klimawandel bald gefährdet?
Sie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Turnstile. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen