Der Schönbuch bei Stuttgart ist nicht nur ein Naherholungsraum nahe der Landeshauptstadt, sondern auch einer von gerade mal fünf Lebensräumen, in denen das Rotwild ein Lebensrecht zugestanden bekommt. Doch die Situation der Wildart dort ist – wie in allen anderen Gebieten auch – prekär. Deshalb hat sich die Rotwild-Initiative Schönbuch gegründet, die immer wieder lautstark gegen den Umgang mit der Wildart protestiert.
Ihre Position: „Die Rotwild-Initiative Schönbuch setzt sich für ein transparentes, wissenschaftlich nachvollziehbares und verantwortungsvolles Wildtiermanagement ein. Immer mehr Naturbeobachter, Spaziergänger und Besucher berichten von deutlich weniger Rotwildsichtungen im Schönbuch. Auch die Brunftführung 2025 wurde von vielen Teilnehmern als enttäuschend wahrgenommen, da kaum Tiere beobachtet werden konnten.
Trotzdem werden weiterhin Abschüsse durchgeführt – nach unserer Auffassung auf Grundlage unklarer und nicht ausreichend transparenter Bestandsschätzungen. Wir sagen klar: Wildtiere dürfen nicht auf Verdacht geschossen werden.
„Sehr geehrte Damen und Herren,
mit wachsender Sorge beobachten wir die fortlaufenden Rotwildabschüsse im Schönbuch. Nach unserem Kenntnisstand beruhen wesentliche Entscheidungen weiterhin auf Schätzungen, Hochrechnungen sowie nicht ausreichend transparent veröffentlichten Datengrundlagen. Wir halten es für unverantwortlich, tiefgreifende Eingriffe in einen sensiblen Wildbestand vorzunehmen, ohne dass zuvor eine unabhängige, wissenschaftlich belastbare und öffentlich nachvollziehbare Bestandserhebung durchgeführt wurde.
Das Rotwild ist ein bedeutender Bestandteil unseres heimischen Ökosystems. Als soziales Wildtier erfüllt es wichtige ökologische Funktionen und verdient einen verantwortungsvollen und respektvollen Umgang.
Abschüsse ohne transparente Datengrundlage sind weder ethisch vertretbar noch geeignet, Vertrauen in Behörden und Wildtiermanagement zu schaffen.
Wir fordern daher:
• den sofortigen Stopp aller Rotwildabschüsse im Schönbuch,
• eine unabhängige wissenschaftliche Bestandserhebung,
• den Einsatz moderner Methoden wie Drohnen- und Wärmebildzählungen,
• die vollständige Offenlegung aller Datengrundlagen,
• sowie eine öffentliche und transparente Diskussion unter Einbindung unabhängiger Fachleute
und Naturschutzverbände.
Naturschutz braucht Transparenz, Wissenschaft und gesellschaftliches Vertrauen – keine Entscheidungen hinter verschlossenen Türen. Wir appellieren eindringlich an alle Verantwortlichen: Setzen Sie die Abschüsse aus, bis belastbare Fakten offen auf dem Tisch liegen. Das Rotwild im Schönbuch verdient Schutz statt Vermutungen.“
Mehr Informationen zur Rotwild-Initiative Schönbuch finden Sie hier
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