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Dienstag, 03. März 2026

Scrollicon
Ein Jäger geht durch den dunklen Wald
03. März 2026, 11:52    office@wildes-bayern.de

Jagd oder Wilderei – wo sind hier die Grenzen?


Mit dieser Frage werden wir vom Wilden Bayern immer wieder konfrontiert: Was ist denn besser daran, ein Tier im Rahmen der Jagd zu schießen, als dass es zum Beispiel bei Mäharbeiten oder Wildunfällen getötet wird? Oder macht es wirklich einen Unterschied, ob ein Tier mit der vorgeschriebenen Munition getötet wird oder mit einem Kleinkaliber oder Unterschall-Munition bei Nacht und Nebel – hinterher ist es schließlich in beiden Fällen tot?
Die internationale Veröffentlichung „Conservation Frontlines“ geht in einem Beitrag aktuell auch der Frage nach, was an regulärer Jagd besser ist als an Wilderei.
Unsere Antwort ist klar: Jagd unterliegt Vorschriften und Gesetzen. Diese sind ausgerichtet an Tierschutz, Muttertierschutz und vielen weiteren Vorschriften. Jagd ist zum Beispiel nur unter der Bedingung erlaubt, dass das Tier möglichst schmerzfrei getötet wird.

Sie unterliegt einer geregelten Planung und einer Kontrolle. Das soll Missbrauch verhindern und eine an wildbiologischen Grundsätzen ausgerichtete Bejagung sicherstellen. Wer jagen darf, hat zuvor eine umfassende Ausbildung über das Wild, seine Lebensräume und den Umgang damit bekommen. Auch die Folgen von Eingriffen in die lebende Population wird von Jagdgesetzen, zum Beispiel über strukturierte Abschusspläne, wenigstens in Ansätzen und in Theorie berücksichtigt. Hier sind die Stellen, an denen unsere Arbeit oft ansetzt.

(Während wir dies schreiben, sehen wir sehr wohl vor unserem geistigen Auge, wie weit die Jagd in Bayern sich bereits von diesem Idealzustand entfernt hat. Das ist schlimm, aber er muss umso klarer hier festgehalten werden.)

Werden die Gesetze beachtet und die Vorschriften eingehalten, kann Jagd ein Mittel sein, um Wildbestände tierschutz- und artgerecht zu managen und zum Beispiel den Einfluss von Neozoen zu minimieren. In Bayern spielen Jäger darüber hinaus eine wichtige Rolle im Monitoring und der Bekämpfung von Tierseuchen. Und schließlich verlangt der Gesetzgeber von einem Revierinhaber auch, dass dieser die Lebensräume im Revier tier- und naturfreundlich gestaltet.

Was ist dagegen Wilderei? Wilderei heißt einfach nur nehmen, ohne die notwendigen Kenntnisse dafür aufzuweisen und ohne sich an besagte Regeln zu halten. Wer wildert, überschreitet seine Befugnisse auf dem betreffenden Grundstück, übergeht Jagd- und Schonzeiten, hetzt seine Hunde auf Wild, schießt Muttertiere von ihrem Nachwuchs weg oder ähnliches. Er wird sich deshalb stets „im Dunkeln“ halten, kann also niemals eine gesellschaftliche Verantwortung übernehmen oder sich in irgendeiner Weise positiv für das Land, das Wild und die Gesellschaft auswirken.

Das Wild ist Wilderei schutzlos ausgeliefert und wird rein nach Gelegenheit, nicht nach wildbiologischen Aspekten, verfolgt. Und ja: Wenn Sie diese Beschreibung an den „jagdlichen Alltag“ in vielen Revieren, ob privat, staatlich oder in Eigenbewirtschaftung, erinnert, – das ist bei uns leider oft schon traurige Realität.

Wie die Zeitschrift „Conservation Frontlines“ aus ihrer internationalen Perspektive schreibt, kann Wilderei zu schnellen Populationszusammenbrüchen führen. Wilderei steht für illegalen Handel mit Wildtierprodukten, für den Verlust von Lebensräumen und ungeregelte  Ausbeutung.

Der Schutz unserer Wildtiere ist abhängig von klaren Abgrenzungen zwischen Jagd und Wilderei.  Oder, wie Conservation Frontlines schreibt: „Protecting wildlife starts with calling things what they are.“ Das sollten wir auch bei uns beherzigen und das Etikett „Jagd“ nur noch dort verwenden, wo auch echte, verantwortungsvolle Jagd drin steckt.

Den original Artikel in englischer Sprache finden Sie hier




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