Warum ist es eigentlich so wichtig, dass eine Population ausreichend alte Tiere enthält, wie es Biologen immer wieder predigen? Diese Frage dürften sich insbesondere Jäger stellen, die ja über Abschüsse direkt in die Populationsstrukturen eingreifen.
Hervorragend aufgearbeitet hat dieses Thema Dr. Gunther Gressmann in der Juni-Ausgabe der „Österreichischen Berufsjägerzeitung“ – hier eine warme Empfehlung von uns an alle Jäger: Unbedingt lesen, gut auf der Zunge zergehen lassen und verinnerlichen! Gressmann erklärt den richtigen Aufbau einer Population wie folgt:
„Je mehr alte Tiere in einer Population vorhanden sind, desto mehr Druck wird von ihnen auf die jüngeren ausgeübt. Dieser Druck der Masse an alten, reifen Tieren bewirkt eine langsamere körperliche und soziale Reifung der jüngeren Tiere, was wiederum deren Lebenserwartung zugutekommt.“
Fehlen hingegen die alten Stücke, zum Beispiel, weil sich eine Art in einen neuen Lebensraum ausdehnt, (was vor allem von jungen Tieren betrieben wird), dann müssen die junge Tiere anfänglich auch die Aufgaben älterer übernehmen, da diese ja noch fehlen. „Dadurch verausgaben sie sich früher und stärker, und ihre Lebenserwartung ist geringer“, warnt Gressmann.
„Erst langsam entwickelt sich der schon genannte Stock an alten Tieren, die Bestandsstrukturen verändern sich und die Lebenserwartung für das Einzelindividuum steigt, da die jungen nun deutlich mehr Zeit zum Reifen haben.
Somit kann eine Bejagung, die zu wenig Wert auf Altersstruktur und Geschlechterverhältnis der in der Population verbleibenden Stücke legt, langfristig große Folgen haben. Sind in bejagten Gebieten, aus welchem Grund auch immer, nur mehr wenige ältere Tiere in der Population, und ein Großteil dieser Tiere wird mit Erreichen der Klasse I gleich entnommen, wird nämlich der Population ständig vorgegaukelt, sie befände sich in einer Wachstumsphase, und die jüngeren Tiere verausgaben sich.“
Es gibt noch einen weiteren Grund: „Je älter ein Tier, desto wahrscheinlicher ist es, dass es mischerbig ist, und desto wahrscheinlicher ist es, dass es sich fortgepflanzt hat – sprich, je älter Tiere erlegt werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass viele Genvarianten im Genpool bleiben.“
Um wirklich alte Stücke zu erreichen – und da legt Gressmann den Finger in die Wunde -, braucht es keine hohen Wildbestände, sondern vielmehr jagerische Disziplin. „Aber wer ist heute grundsätzlich noch bereit, der Natur Zeit zu geben …“
Den vollständigen Beitrag von Dr. Gunther Gressmann könnt Ihr hier in der Österreichischen Berufsjägerzeitung ab Seite 20 nachlesen, außerdem gibt es einen wichtigen Beitrag zu Strukturen beim Rotwild auf den Seiten 29 und 30.
Bildquelle: Hubert Billiani
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