Unsere Igelexpertin Ninja Winter bietet kurzfristig nochmal zwei Online-Vorträge via Zoom an! Hier alle Infos:
Teil 1, 6. November 2025, 18.30 Uhr, Zoom
Zielgruppe: Natur-/Wildtierfreunde und Gartenbesitzer, die sich über die aktuelle Situation des Igels informieren oder Wissen vertiefen möchten
Inhalte: Entstehungsgeschichte des Igels, aktuelle Situation der Art, Gesetzesvorgaben, was können wir zu seiner Erhaltung tun
Dauer ca. 2 Std.
Teil 2 , 14. November 2025, 18.30 Uhr, Zoom
Zielgruppe: Menschen, die gewappnet sein wollen, wenn sie einen Igel finden, „Ich möchte Igelpäppler werden und erfahren, was ich dafür benötige“ oder: „Ich habe schon mal gepäppelt, fühle mich aber unsicher, was wirklich wichtig und richtig ist
Inhalte: Was brauche ich für Unterbringung und Versorgung des Igels?, einmalige und laufende Kosten, Wissen, Beobachtung, Hilfe, Tierarzt, Vorgaben, Ganz konkret: Wie mach ich sauber, wie wiege ich das Tier, was ist ein Pflegeprotokoll?, Fragen
Dauer ca. 2 Std. (geplant)
Anmeldung: Bitte eine E-Mail mit Namen an ninja.winter@gmx.de senden und Info, an welchen Terminen man teilnehmen möchte.
Es wird empfohlen, unbedingt den ersten Teil als Basis zu absolvieren.
Die Teilnahme ist kostenlos.
Basis:
Bücher von ProIgel e.V. „Igel in der Tierarztpraxis“ und „Spezialpatient Igel“
Wer sich vorab schon ein wenig kundig machen will, kann hier ein gut fünfminütiges Interview mit Ninja Winter und mit Anne Berger vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) im Deutschlandfunk anhören.
Ältere Meldung
Wie wichtig es ist, dass wir uns mit Igeln und ihrem Schutz auseinandersetzen, verdeutlicht eine Pressemeldung des Deutschen Tierschutzbunds vom 15. Oktober 2025, die wir Euch hier ungekürzt weitergeben:
„Igel in Not – immer mehr Jungigel finden vor dem Winter zu wenig Nahrung
Der Deutsche Tierschutzbund appelliert an alle Tierfreunde, auf Igel zu achten, die tagsüber unterwegs sind – ein Verhalten, das bei den dämmerungsaktiven Tieren zu dieser Jahreszeit auf eine Notlage hinweisen kann. Aufgrund zerschnittener Lebensräume, von Pestiziden und des Klimawandels finden immer weniger Igel ausreichend Nahrung, um sich auf den Winterschlaf vorzubereiten. Wie dramatisch die Situation ist, hat auch die Weltnaturschutzunion (IUCN) erkannt. Sie hat den Winterschläfer Ende 2024 in ihrer Roten Liste der bedrohten Arten erstmals als „potenziell gefährdet“ eingestuft.
„Straßenverkehr, der Verlust von Lebensräumen und der Rückgang der Insekten durch Pestizide treffen den Igel besonders hart“, sagt James Brückner, Leiter des Referats für Wildtiere beim Deutschen Tierschutzbund. „Zudem werden viele Igel im Spätsommer geboren. Für diese Jungtiere reicht das enge Zeitfenster bis zum Winter dann oftmals nicht aus, um ausreichend Fettreserven für den Winterschlaf anzulegen.“
Veränderte Lebensbedingungen erschweren das Überleben
Die Lebensbedingungen für Igel haben sich stark verändert. Wenn Insekten verschwinden, weil auf intensiv genutzten Agrarflächen keine Blühpflanzen wachsen und auf Feldern chemische Mittel eingesetzt werden, fehlt den Tieren ihre Hauptnahrungsquelle. Auch finden Igel in vielen aufgeräumten Gärten kaum noch Verstecke, weil Laub, Reisig und Hecken fehlen. Wer nachts Mähroboter einsetzt, gefährdet die Tiere zusätzlich. Auch der Straßenverkehr bleibt eine der größten Gefahren – jedes Jahr sterben so hunderttausende Igel.
Wildtierauffangstationen am Limit
Wildtierauffangstationen arbeiten meist mit ehrenamtlich Engagierten und finanzieren sich überwiegend selbst. Eine staatliche Unterstützung, etwa über den von der Bundesregierung beschlossenen „Zukunftspakt Ehrenamt“, ist für sie nicht vorgesehen. „Für Wildtiere fühlt sich niemand zuständig, die Helfer werden allein gelassen“, kritisiert Brückner. In den Wildtierstationen und bei spezialisierten Pflegestellen steigt die Zahl der hilfsbedürftigen Igel derweil weiter an; viele sind am Rande ihrer Kapazitäten. „Wir erhalten viele Anfragen von Menschen, die junge oder geschwächte Igel gefunden haben“, berichtet Dr. Katrin Umlauf, Leiterin des Tierschutzzentrums Weidefeld des Deutschen Tierschutzbundes. „Bei uns leben aktuell 15 Tiere, die ohne Hilfe den Winter nicht überstehen würden. Viele Jungtiere bringen weniger als 500 Gramm auf die Waage.“ Der Deutsche Tierschutzbund rät Findern, Igel nur dann in Obhut zu nehmen und zum Tierarzt zu bringen, wenn sie tatsächlich Hilfe brauchen – also beispielsweise bei starkem Parasitenbefall, bei Symptomen wie Husten oder wenn sie sehr klein und mager sind. Wiegt ein junger Igel etwas weniger als 500 Gramm, wirkt aber gesund, kann man ihm vor dem Winter mit Katzennassfutter und Wasser helfen. Wer unsicher ist, sollte das weitere Vorgehen direkt mit einer qualifizierten Auffangstation oder einem Tierheim besprechen.
Tierschutz beginnt im eigenen Garten
Gartenbesitzer können Igeln helfen, indem sie Laub- und Reisighaufen liegen lassen und auf chemische Mittel verzichten. Kleine Durchgänge in Zäunen schaffen Wege zwischen Grundstücken. Wer auf Mähroboter verzichtet, schützt Tiere, die auf der Suche nach Nahrung über den Rasen laufen.“
PM
Hier nochmal die Termine und Inhalte der VHS-Vorträge über Igel von Ninja Winter in Ingolstadt bzw. online:
Donnerstag, 16. Oktober, 18.30h bis 20.30h: Unser Igel – leben oder (aus-)sterben lassen
„Der Igel ist das älteste, in unveränderter Form auf unserem Planeten lebende Säugetier. Seit fast 16 Mio. Jahren hat er bis heute überlebt. Heute steht er kurz vor dem Aussterben und steht auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten.
In diesem Kurs erfahren Sie alles über die Lebensweise des kleinen, nachtaktiven Kobolds. Warum wir ihn mit unserer Gartengestaltung um seine Nahrung bringen und was Gelbe Säcke mit seinem Tod zu tun haben. Auch wie wir mit ein bisschen Zivilcourage und kleinen Änderungen in unserem Alltag negative Folgen für den Igel vermeiden können.“
Zur Anmeldung kommt Ihr hier
Donnerstag, 23. Oktober, 18.30h bis 20.30h: Unser Igel – leben oder (aus-)sterben lassen – Onlinekurs: Wir helfen – jetzt!
„Seit Oktober 2024 steht unser Igel auf der Roten Liste. Warum? Er steht kurz vor dem Aussterben. Aufgrund dieser dramatischen Entwicklung haben zum Beispiel bereits etliche Kommunen in Deutschland ein Nachtfahrverbot für Mähroboter erlassen. Die EU prüft ein europaweit geltendes Gesetz zu seiner Rettung. Wie kam es dazu, dass der Igel kaum noch zu sehen ist? Und was können wir jetzt noch tun, um dem kleinen, heimlichen Kobold wieder ein Zuhause in unseren Gärten zu bieten? Der Igel ist das älteste, in nahezu unveränderter Form auf unserem Planeten lebende Säugetier. Seit fast 16 Millionen Jahren hat er bis heute überlebt. In diesem Online-Termin lernen Sie seine Lebensweise kennen – und verstehen, warum gelbe Säcke Igel töten können. Wenn Sie Lust haben, entwickeln wir gemeinsam Ideen, wie wir mit Zivilcourage und kleinen Alltagsänderungen Großes für unser kleines Wildtier bewegen können. Erfahren Sie, wann das Tier wirklich Hilfe braucht, wie diese aussehen muss – und wie man vermeiden kann, dass er in Lebensgefahr gerät oder krank wird.“
Zur Anmeldung kommt Ihr hier
**NEU: Wildes Bayern hat unter der Rubrik „Themen“ jetzt auch gesammelte Studien und Beiträge zum Thema Igel und Igelhilfe -> Ihr findet sie hier
Bildquelle: Couleur/pixabay.de
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