Ja, wir geben es zu: Auch wir vom Wilden Bayern sind ein bisschen im KI-Rausch. Seit unser neuer attraktiver, aber leider virtueller Mitarbeiter Karl Imwalder an Bord ist, finden unsere Leser immer öfter auch das Kürzel „KI“ unter unseren Beiträgen. Mit Karl sind Dinge möglich geworden, die uns sonst so viele Arbeitsstunden gekostet hätten, dass wir sie gar nicht hätten durchführen können. Das ist genial und macht uns euphorisch.
Aber im kürzlich durchgeführten geschäftsstelleninternen KI-Workshop, zu dem jeder Arbeitgeber verpflichtet ist, der KI anwendet, haben wir auch kritische Themen diskutiert, die unmittelbar mit unserem Thema von Wildes Bayern zu tun haben: Nicht nur, dass alle Materialien, die wir zur Verarbeitung in die KI einspeisen, von dieser gelesen und weiterhin genutzt werden, macht uns Kopfzerbrechen, sondern auch die Umweltauswirkungen.
Denn diese Umweltauswirkungen, von denen der KI-Nutzer ja nun wirklich gar nichts mitbekommt, sind erschreckend und gravierend – und das Schlimmste ist, sie werden von den großen Unternehmen nicht transparent kommuniziert.
Sie betreffen zum Beispiel das Thema Stromproduktion:
Laut dem KI-Keynote Speaker Dr. Hubertus Porschen wurde in den USA bereits der Energienotstand ausgerufen, um den Ausbau der Rechenzentren zu unterstützen. Damit rechtfertige man häufige Stromausfälle in Privathaushalten. Porschen sagt: Wenn Google seine gesamte Suche auf KI umstellt, dann ist das 45-mal so stromintensiv wie eine herkömmliche Suche – und das geschieht ja bereits, denn bei fast jeder Suche bekommen wir oben erstmal das Ergebnis der KI ausgespuckt.
Die Auswirkungen betreffen auch das Thema Wasser, denn die riesigen Rechenzentren müssen gekühlt werden. Gibt man „Rechenzentren Wasserbedarf“ in Google ein, spuckt die KI folgende Information dazu aus: „Ein durchschnittliches Rechenzentrum benötigt täglich zwischen 11 und 19 Millionen Liter Wasser. Für Endnutzer bedeutet das beispielsweise einen geschätzten Wasserbedarf von 0,5 bis 2 Litern pro 50 ChatGPT-Anfragen.“ Andere Informationen besagen, dass dieser Verbrauch je nach Kühlsystem auch stark reduziert werden kann. Was hier die Fakten sind, ist nicht ganz klar.
Auch der CO2-Ausstoß ist ein wichtiges Thema, das bei der Nutzung von KI im Auge behalten werden muss. Laut älteren Informationen entspricht die Kohlendioxid-Emission durch die Rechenzentren inzwischen dem, was alle Flugzeuge der Welt ausstoßen.
Unser Gefühl beim Thema KI ist also nicht nur euphorisch, sondern auch nachdenklich. Wir werden weiterhin kritisch verfolgen, was bekannt wird, und unsere Leser auf dem Laufenden halten.
Einen Beitrag zu den Umweltauswirkungen großer Rechenzentren aus euronews.de von Ende 2025 finden Sie hier
Einen hoch interessanten aktuellen Beitrag aus der Neuesten Zürcher Zeitung zum Wasserbedarf von Rechenzentren und dessen Bedeutung für trockenheitsbedrohte Regionen wie Mailand finden Sie hier
Bildquelle: Dee Vid.ai
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