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Sonntag, 21. September 2025

Scrollicon
Porträt einer Krähe von halb hinten
21. September 2025, 09:49    office@wildes-bayern.de

Neues Forschungsprojekt: KI versus Krähe


Stellen Sie sich vor: Ein Maisfeld im Morgengrauen, kein Mensch in Sicht. In aller Ruhe machen sich einfliegende Heerscharen von Rabenkrähen und Saatkrähen lautstark über die jungen Maispflänzchen her. Im Herbst dasselbe Bild am Feld daneben: Die Sonnenblumen werden geplündert! Diese gefiederten Feldräuber haben eines gemeinsam: Sie sind schlauer, als so mancher Landwirt denkt.

Natürlich probieren wir Menschen Abwehrmethoden aus: Ballone, schrille Töne, sogar Abschüsse – aber unsere gefiederten Antihelden gewöhnen sich blitzschnell daran. Kein Wunder, denn Krähen sind echte Gehirnakrobaten. Die Folge? Die Abwehr versagt schneller als ein regennasser Schirm im Sturm.

Jetzt mischt KI mit

Auftritt der Künstliche Intelligenz. Agroscope, das landwirtschaftliche Kompetenzzentrum der Schweiz,  testet bereits erste Prototypen: metallische statt flatternde Bänder, Kameras und Hupen statt Vogelscheuchen mit Stroh und Hut. Wenn ein Vogel landet, erkennt ihn die Kamera und die Hupe schreckt ihn ab – aber nur, wenn es wirklich nötig ist. Die Geräusche sollen so selten eingesetzt werden wie ein Sonnenstrahl im Dauerregen: Akustische Schreckeffekte nur im Notfall, sonst Ruhe im Feld.

Auf einem gepflügten Acker, der im Hintergrund von einem Traktor bearbeitet wird, steht ein Solarkollektor und ein Gerät an einem hohen, dünnen Stab.

Prototyp des KI-Vogelschrecks

Das Ziel dieser Umstellung: Wir Menschen müssen schneller sein als die Anpassung der Wildtiere. Ab 2026 startet Agroscope dazu das interdisziplinäre, internationale Forschungsprojekt “ETHIC” (Exploration of Techniques, Study of Habituation Mechanisms and Artificial Intelligence Contributions). Die geplante Laufzeit ist fünf Jahre.

Mit dabei sind Forscher der Universität Neuchâtel, des Naturhistorischen Museums Paris, von AGRIDEA, Proconseil und sieben Schweizer Kantonen. In einer Verhaltensstudie wollen die Forschenden erstmal herausfinden, wie Rabenvögel in verschiedenen Regionen klingen, denn ihre Warnrufe weisen oft „Dialekte“ auf. Außerdem soll untersucht werden, wie schnell sich die intelligenten Vögel an wiederkehrende Schrecksignale gewöhnen.

Neben den KI-Vogelscheuchen werden weitere Methoden erprobt:

– vergälltes Saatgut, das für Vögel ungenießbar ist
– Untersaaten, also getarnte Saatreihen als optischer Täuschungsjoker
– verschiedene Vogelscheuchentypen, die für ein umfassendes Schreckerlebnis sorgen

Durch die Kombination aller Maßnahmen – von KI über Biologie bis hin zur Psychologie – sollen die angehenden Feldfrüchte in Zukunft gegen die Intelligenz der Rabenvögel bestehen können.

Die original Ankündigung von Agroscope findet Ihr hier

JW, unter Verwendung von chatgpt/DeepL

 

Bildquelle: A. Baux, Agroscope, S. Willi, Agroscope




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