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Freitag, 30. Januar 2026

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Weniger Wintervögel in den Gärten
30. Januar 2026, 13:13    office@wildes-bayern.de

Weniger Wintervögel in den Gärten


Der eher kalte und „eisige“ Winter macht sich auch bei unseren Gartenvögeln bemerkbar. Der LBV meldete nach seiner „Stunde der Gartenvögel“ vom 9. bis 11. Januar leider einen auffälligen Schwund wie auch eine Verschiebung: Es wurden weniger sowohl weniger „Überwinterer“ bei uns als auch Wintergäste aus dem Norden registriert (die sind wahrscheinlich weiter nach Süden gezogen). Dafür kamen seltene Überraschungsgäste an die Futterstellen, die sonst vielleicht ohne uns klarkommen, nicht jedoch in diesem Jahr.

Bedauerlich ist die sinkende Zahl an Vögeln, die pro Garten gezählt werden konnten. Sie liegt mit 29 erneut tiefer als im Vorjahr (31). Bergfinken und Erlenzeisigen, die sonst in großen Schwärmen auftreten können, wurden heuer seltener gezählt. Am häufigsten war der Haussperling, gefolgt von Kohlmeise und Feldsperling. Die Amsel rückte auf Rang vier vor (vorher 5). Als Bodenfresser benötigt sie schneefreie Stellen, die sie heuer hauptsächlich an Futterstellen fand. Davon profitierte wohl auch das Rotkehlchen und schafft es auf Rang 9. Vor ihm liegen Buchfink (6.), Elster (7.) und Grünfink (8.). Den Abschluss bildet die Rabenkrähe (10.) Der Bergfink, der im vergangenen Jahr auf Platz sieben lag, ließ sich heuer kaum in Bayern blicken.

Einzelne Überraschungs-Meldungen gab es von Wiedehopf, Bekassine, Zippammer und Brachvogel. Bei allen handelt es sich um Zugvögel, die normalerweise die kalte Jahreszeit in südlichen Gefilden verbringen und zudem als selten und scheu gelten. Durch Schnee und Frost wurden Überwinterer an leicht erreichbare Nahrungsquellen in die Nähe von Siedlungen und oft direkt an die Futterstellen getrieben.

Ingesamt hätten aber viele Teilnehmende von einem besorgniserregenden Schwund von früher häufigen Vögeln in ihrer unmittelbaren Umgebung berichtet, heißt es vom LBV. Auch ein Blick auf die vergangenen 20 Jahre zeige klar, dass sowohl die Vielfalt als auch die Anzahl der Vögel im Garten abnimmt. Vor allem fehlt es ihnen wohl zunehmend an geeigneten Lebensräumen und genügend Insekten zur Jungenaufzucht. 

In Bayern zählten rund 29.600 Teilnehmende in mehr als 21.300 Gärten und Parks insgesamt 626.600 Vögel. Mehr Infos und Daten von der Stunde der Wintervögel 2026 finden Sie hier  




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