Es gibt eine neue Petition, die die Kastrationspflicht für Freigängerkatzen in Bayern fordert – Sie können sie hier ansehen und unterschreiben. Initiatorin Daniela Fuchs führt in Ihrer Begründung auf:
Und hier können Sie sich bei den Riffreportern eine gut recherchierten Beitrag zum Thema „Kittenschwemme, Kastrationspflicht und kranke Kätzchen“ und das große Tierschutzproblem Straßenkatzen kaufen: „Deutschland hat ein massives Tierschutzproblem: Millionen Katzen leben auf der Straße, fast alle sind krank. Tierheime sind überlastet, während sich die Politik zurückhält. Ein Bericht über die dramatische Situation.“
Interessant ist auch die Initiative „Politik für die Katz“, die sich gezielt für Katzenschutzverordnungen einsetzt – zur Internetseite gelangen Sie hier
Meldung vom 16. September 2025
Katzen gehören zu den beliebtesten Haustieren der Welt – auch der Welt von Wildes Bayern, denn einige von uns halten welche und lieben sie abgöttisch. Gleichzeitig sind sie die einzigen Haustiere, die wir oft ungesichert frei herumlaufen lassen. Während Hunde, Pferde, Kaninchen und sogar Hühner durch Zäune oder Leinen gesichert werden, streifen viele Hauskatzen unkontrolliert durch die Umgebung. Doch diese Freiheit hat Folgen – für die Tiere selbst, für ihre Halter:innen und für die Natur.
Natürlich haben Katzen auf Bauernhöfen eine wichtige Funktion: Kastriert und umsorgt halten sie die Mäusepopulation im Schach. Aber Schmusetiger, die tags und nachts die Natur durchstreifen? Katzen sind großartige Jäger, deren Beute Vögel, Reptilien und kleine Säugetiere sind. Weltweit zählt die Jagd durch Katzen zu den Hauptursachen für den Rückgang vieler Vogelarten. Zwar mag jede einzelne Katze nur wenig beitragen, doch die 600 Millionen bis eine Milliarde freilaufenden Katzen weltweit summieren sich zu einer echten Bedrohung für die Biodiversität.
In einem Gutachten der Universität für Bodenkultur in Wien von 2021 heißt es unter anderem: „In den meisten Studien, welche sich mit Beutezahlen und -zusammensetzung von Katzen beschäftigen, stellen Vögel nach Kleinsäugern den zweitgrößten Anteil an erbeuteten Tierarten dar… Selbst konservative Schätzungen bezüglich der von Hauskatzen getöteten Vögel in den USA und Kanada werten die Prädation durch Hauskatzen als einen der wichtigsten, anthropogen verursachten Mortalitätsfaktoren und gehen von Zahlen zwischen 1,4 bis 4 Milliarden jährlich von durch Hauskatzen getöteten Vögeln aus – höher als jede andere anthropogene Todesursache bei Vögeln.“
Hauskatzen brauchen nur kleinere Territorien und lassen auch Überlappungen mit denen anderer Individuen zu. Die Größe der Territorien schwankt je nach Individuum und Gegebenheiten stark zwischen unter 1 ha und über 600 ha. Dasselbe trifft auch auf die Dichten zu, in denen Hauskatzen vorkommen. Die können zwischen einer und über 2000 Tieren pro Quadratkilometer liegen.
Der wichtigste limitierende Faktor ist Nahrung, und die bietet ihnen ja meist der Mensch. Zudem werden sie von ihren Besitzern bei Erkrankungen behandelt. Leider wurde laut dem Gutachten im Zuge der Domestikation Jagdtrieb und Hungergefühl voneinander entkoppelt, so dass auch wohlgenährte Hauskatzen jagen. Auf Basis ihrer guten Lebensgrundlagen weisen Hauskatzen eine höhere Fortpflanzungsrate auf, welche weniger saisonal gesteuert ist und mehrere Würfe pro Jahr zulässt.
Die Autoren des Gutachtens kommen unter anderem zu dem Schluss, dass Katzen als domestizierte Tiere kein natürliches Verbreitungsgebiet haben und deshalb nach der Definition der Biodiversitätskonvention (CBD – Convention on Biological Diversity) global als gebietsfremde Art gesehen werden müssen. Da Hauskatzen auch heimische Arten gefährden können, werden sie als „invasiv“ angesehen.
Katzen im ungesicherten Freigang sind aber nicht nur ein Risiko für die Natur, sondern sind selbst täglich Gefahren ausgesetzt: Straßenverkehr, Krankheiten, Giftköder oder Abschüsse im Rahmen des Jagdschutzes. Hinzu kommen Kämpfe mit anderen Katzen, Verletzungen, Angriffe durch größere Raubtiere sowie das Risiko, längere Zeit irgendwo eingeschlossen zu sein und dadurch tagelang Hunger zu leiden. Für viele Halter und Halterinnen ist das ein Albtraum, für die betroffenen Katzen sowieso. So ist das Leben der Freigängerkatzen oft deutlich kürzer als das der gesicherten Stubentiger.
Eine Alternative ist der gesicherte Freigang: eingezäunte Gärten, katzensichere Balkone oder Spaziergänge an der Leine. Das klingt ungewohnt, funktioniert aber erstaunlich gut. Meine eigenen Katzen haben so gelernt, die Welt sicher zu erkunden. Das Ergebnis: Statt durchschnittlich 1,5 erbeuteten Vögeln pro Tag fangen sie im Jahr nur noch etwa vier. Ein enormer Unterschied – sowohl für die Artenvielfalt als auch für das eigene Gewissen.
Und nicht nur die Natur profitiert. Gesicherter Freigang bedeutet auch weniger Sorgen für Tierhalter. Die Katzen sind vor all den genannten Gefahren geschützt und fast immer in Sicherheit – dieses Gefühl ist unbezahlbar. Allerdings ist auch Vorsicht geboten: Katzen können sich erschrecken und beim Spaziergang entkommen. Passiert das mit Halsband, Geschirr und Leine, ist die Gefahr groß, dass sie irgendwo hängen bleiben, sich verletzen und nicht mehr weg kommen. Des Weiteren können sich Katzen rückwärts aus beinahe jedem Geschirr herauswinden. In beiden Fällen ist die geliebte Katze verschwunden. GPS-Tracker können hier hilfreich sein. Hier gibt es vieles zu beachten, und wir empfehlen, sich hier im Vorfeld ausreichend zu informieren.
Hauskatzen sind wunderbare Gefährten, aber sie bringen auch Verantwortung mit sich. Gesicherter Freigang oder Leinenführigkeit sind Möglichkeiten, um die Bedürfnisse der Tiere zu berücksichtigen und gleichzeitig die Natur zu schützen. Es wird Zeit, dass wir unsere Katzen so verantwortungsvoll halten, wie wir es bei anderen Haustieren längst tun.
JW mithilfe DeepL
Bildquelle: g3gg0/Pixabay.de
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