Blogpost
Montag, 27. Juli 2026

Scrollicon
Eine weiß-grau gefleckte Katze mit rotem Geschirr an einer Zip-Leine sitzt in einer Wiese
27. Juli 2026, 16:51    office@wildes-bayern.de

UPDATE Gefährdete Gefährder – das Katzendilemma * PETITION


Tierschützer tragen erneut das Thema der nicht kastrierten Freigängerkatzen in die Wahrnehmung der Öffentlichkeit – bitte unterstützen Sie sie dabei und unterzeichnen Sie die folgende Petition! Sie verhindern damit konkretes Tierleid, denn Katzen vermehren sich unbeobachtet, und ihre Jungtiere leiden unter Krankheiten und Futtermangel, bevor sie gefunden werden oder elendig eingehen. Neben dem Leid der Katzen sollte auch das ihrer wilden Beutetiere nicht aus dem Blickfeld geraten. Die Bejagung durch Katzen hat einen massiven Einfluss auf heimische Vögel, Reptilien und Amphibien. Auch das sollte so gut es geht vermieden werden! Wir unterstützen deshalb mit vollem Herzen die folgende Initiative.

Der Appell kommt aus dem Tierheim Rottal-Inn. Die Initiatoren schreiben dazu folgendes:

„Schluss mit dem Katzenleid – Bayern braucht endlich eine Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Freigängerkatzen!

Jedes Frühjahr beginnt für uns im Tierheim Benk der Ausnahmezustand. Und wir sind damit nicht allein. Nahezu alle Tierheime und Tierschutzvereine in Bayern kämpfen Jahr für Jahr gegen dieselbe Katastrophe: eine unaufhaltsame Katzenwelle.

Täglich werden wir zu Fundkatzen, tragenden Katzenmüttern oder mutterlosen Kitten gerufen. Winzige Kätzchen, oft krank, verletzt oder völlig entkräftet, kämpfen ums Überleben. Viele sterben, bevor sie überhaupt die Chance auf ein Zuhause bekommen. Andere verbringen Wochen oder Monate im Tierheim, weil sie niemand vermisst oder sie aufgrund fehlender Kennzeichnung keinem Besitzer zugeordnet werden können.

Die Ursache ist bekannt – und sie ist vermeidbar.

Immer noch gibt es unzählige unkastrierte Freigängerkatzen, die sich unkontrolliert vermehren. Aus einer einzigen unkastrierten Katze können innerhalb weniger Jahre Hunderte Nachkommen entstehen. Gleichzeitig sind viele Katzen weder gekennzeichnet noch registriert. Gehen sie verloren, können ihre Halter oft nicht ermittelt werden. Die Folgen tragen die Tiere – und die Tierheime.

Unsere Kapazitäten sind längst ausgeschöpft. Ehrenamtliche arbeiten bis an ihre Grenzen, Pflegestellen sind überfüllt und die Kosten für tierärztliche Versorgung, Futter und Unterbringung steigen jedes Jahr weiter. Trotzdem können wir nicht wegsehen, wenn Tiere leiden.

Dieses Problem betrifft nicht nur den Landkreis Rottal-Inn. Es betrifft ganz Bayern.

Deshalb fordern wir eine bayernweite gesetzliche Pflicht zur Kastration, Kennzeichnung und Registrierung aller Freigängerkatzen.

Eine solche Regelung würde:

* unkontrollierte Vermehrung verhindern,
* das Leid tausender Katzen und Kitten deutlich reduzieren,
* Fundkatzen schneller zu ihren Besitzern zurückbringen,
* Tierheime und Tierschutzvereine nachhaltig entlasten,
* Kommunen langfristig hohe Kosten ersparen.

Verantwortungsvolle Katzenhaltung endet nicht an der Haustür. Wer seiner Katze Freigang ermöglicht, trägt auch Verantwortung dafür, dass sie sich nicht unkontrolliert vermehrt und im Notfall identifiziert werden kann.

Wir fordern die Bayerische Staatsregierung auf, endlich zu handeln. Jede weitere Katzensaison ohne eine landesweite Regelung bedeutet weiteres vermeidbares Tierleid.

Bitte unterstützen Sie unsere Petition mit Ihrer Unterschrift und teilen Sie sie mit Familie, Freunden und Bekannten.

Jede Unterschrift ist eine Stimme für den Tierschutz. Jede Unterschrift hilft, das Leid unzähliger Katzen zu verhindern. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass Bayern Verantwortung übernimmt – für die Tiere, die keine Stimme haben.

Begründung

Als Tierschutzverein Rottal-Inn erleben wir die Folgen der unkontrollierten Vermehrung von Freigängerkatzen jedes Jahr hautnah. Während der Katzensaison stoßen wir regelmäßig an unsere Kapazitätsgrenzen. Wir versorgen trächtige Katzen, verwaiste Kitten sowie kranke und verletzte Tiere – viele von ihnen sind weder kastriert noch gekennzeichnet und können keinem Halter zugeordnet werden. Dieses vermeidbare Tierleid belastet nicht nur die Tiere selbst, sondern auch Tierheime, Tierschutzvereine und Kommunen. Eine bayernweite Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht wäre ein wichtiger Schritt, um das Problem nachhaltig zu lösen und zukünftiges Leid zu verhindern.“

 

Zur Petition gelangen Sie hier

 

 

Meldung vom 24. November 2025

Es gibt eine neue Petition, die die Kastrationspflicht für Freigängerkatzen in Bayern fordert – Sie können sie hier ansehen und unterschreiben. Initiatorin Daniela Fuchs führt in Ihrer Begründung auf:

  • überfüllte Tierheime!!!
  • Artenschutz (schützt seltene Vogelarten, Eidechsen, Jungkaninchen usw.)
  • weniger Tierleid durch Eindämmung von erblichen Krankheiten
  • auf Dauer keine verwilderten und verwahrlosten Katzen mehr
  • langfristig gesehen eine Kosteneinsparung für Tierheime (falls Umsetzung der Forderung)
  • beugt unkontrollierte Vermehrung vor

Und hier können Sie sich bei den Riffreportern eine gut recherchierten Beitrag zum Thema „Kittenschwemme, Kastrationspflicht und kranke Kätzchen“ und das große Tierschutzproblem Straßenkatzen kaufen: „Deutschland hat ein massives Tierschutzproblem: Millionen Katzen leben auf der Straße, fast alle sind krank. Tierheime sind überlastet, während sich die Politik zurückhält. Ein Bericht über die dramatische Situation.“

Interessant ist auch die Initiative „Politik für die Katz“, die sich gezielt für Katzenschutzverordnungen einsetzt – zur Internetseite gelangen Sie hier

 

Meldung vom 16. September 2025

Katzen gehören zu den beliebtesten Haustieren der Welt – auch der Welt von Wildes Bayern, denn einige von uns halten welche und lieben sie abgöttisch. Gleichzeitig sind sie die einzigen Haustiere, die wir oft ungesichert frei herumlaufen lassen. Während Hunde, Pferde, Kaninchen und sogar Hühner durch Zäune oder Leinen gesichert werden, streifen viele Hauskatzen unkontrolliert durch die Umgebung. Doch diese Freiheit hat Folgen – für die Tiere selbst, für ihre Halter:innen und für die Natur.

Ökologische Auswirkungen

Natürlich haben Katzen auf Bauernhöfen eine wichtige Funktion: Kastriert und umsorgt halten sie die Mäusepopulation im Schach. Aber Schmusetiger, die tags und nachts die Natur durchstreifen? Katzen sind großartige Jäger, deren Beute Vögel, Reptilien und kleine Säugetiere sind. Weltweit zählt die Jagd durch Katzen zu den Hauptursachen für den Rückgang vieler Vogelarten. Zwar mag jede einzelne Katze nur wenig beitragen, doch die 600 Millionen bis eine Milliarde freilaufenden Katzen weltweit summieren sich zu einer echten Bedrohung für die Biodiversität.

Massiver Einfluss auf die Vogelwelt

In einem Gutachten der Universität für Bodenkultur in Wien von 2021 heißt es unter anderem: „In den meisten Studien, welche sich mit Beutezahlen und -zusammensetzung von Katzen beschäftigen, stellen Vögel nach Kleinsäugern den zweitgrößten Anteil an erbeuteten Tierarten dar… Selbst konservative Schätzungen bezüglich der von Hauskatzen getöteten Vögel in den USA und Kanada werten die Prädation durch Hauskatzen als einen der wichtigsten, anthropogen verursachten Mortalitätsfaktoren und gehen von Zahlen zwischen 1,4 bis 4 Milliarden jährlich von durch Hauskatzen getöteten Vögeln aus – höher als jede andere anthropogene Todesursache bei Vögeln.“

Hohe Dichte, gesicherte Lebensgrundlage

Hauskatzen brauchen nur kleinere Territorien und lassen auch Überlappungen mit denen anderer Individuen zu. Die Größe der Territorien schwankt je nach Individuum und Gegebenheiten stark zwischen unter 1 ha und über 600 ha. Dasselbe trifft auch auf die Dichten zu, in denen Hauskatzen vorkommen. Die können zwischen einer und über 2000 Tieren pro Quadratkilometer liegen.

Der wichtigste limitierende Faktor ist Nahrung, und die bietet ihnen ja meist der Mensch. Zudem werden sie von ihren Besitzern bei Erkrankungen behandelt. Leider wurde laut dem Gutachten im Zuge der Domestikation Jagdtrieb und Hungergefühl voneinander entkoppelt, so dass auch wohlgenährte Hauskatzen jagen. Auf Basis ihrer guten Lebensgrundlagen weisen Hauskatzen eine höhere Fortpflanzungsrate auf, welche weniger saisonal gesteuert ist und mehrere Würfe pro Jahr zulässt.

Kriterien der invasiven gebietsfremden Art

Die Autoren des Gutachtens kommen unter anderem zu dem Schluss, dass Katzen als domestizierte Tiere kein natürliches Verbreitungsgebiet haben und deshalb nach der Definition der Biodiversitätskonvention (CBD – Convention on Biological Diversity) global als gebietsfremde Art gesehen werden müssen. Da Hauskatzen auch heimische Arten gefährden können, werden sie als „invasiv“ angesehen.

Risiken für Freigänger

Katzen im ungesicherten Freigang sind aber nicht nur ein Risiko für die Natur, sondern sind selbst täglich Gefahren ausgesetzt: Straßenverkehr, Krankheiten, Giftköder oder Abschüsse im Rahmen des Jagdschutzes. Hinzu kommen Kämpfe mit anderen Katzen, Verletzungen, Angriffe durch größere Raubtiere sowie das Risiko, längere Zeit irgendwo eingeschlossen zu sein und dadurch tagelang Hunger zu leiden. Für viele Halter und Halterinnen ist das ein Albtraum, für die betroffenen Katzen sowieso. So ist das Leben der Freigängerkatzen oft deutlich kürzer als das der gesicherten Stubentiger.

Gesicherter Freigang und Leinenführigkeit

Eine Alternative ist der gesicherte Freigang: eingezäunte Gärten, katzensichere Balkone oder Spaziergänge an der Leine. Das klingt ungewohnt, funktioniert aber erstaunlich gut. Meine eigenen Katzen haben so gelernt, die Welt sicher zu erkunden. Das Ergebnis: Statt durchschnittlich 1,5 erbeuteten Vögeln pro Tag fangen sie im Jahr nur noch etwa vier. Ein enormer Unterschied – sowohl für die Artenvielfalt als auch für das eigene Gewissen.

Und nicht nur die Natur profitiert. Gesicherter Freigang bedeutet auch weniger Sorgen für Tierhalter. Die Katzen sind vor all den genannten Gefahren geschützt und fast immer in Sicherheit – dieses Gefühl ist unbezahlbar. Allerdings ist auch Vorsicht geboten: Katzen können sich erschrecken und beim Spaziergang entkommen. Passiert das mit Halsband, Geschirr und Leine, ist die Gefahr groß, dass sie irgendwo hängen bleiben, sich verletzen und nicht mehr weg kommen. Des Weiteren können sich Katzen rückwärts aus beinahe jedem Geschirr herauswinden. In beiden Fällen ist die geliebte Katze verschwunden. GPS-Tracker können hier hilfreich sein. Hier gibt es vieles zu beachten, und wir empfehlen, sich hier im Vorfeld ausreichend zu informieren.

Fazit

Hauskatzen sind wunderbare Gefährten, aber sie bringen auch Verantwortung mit sich. Gesicherter Freigang oder Leinenführigkeit sind Möglichkeiten, um die Bedürfnisse der Tiere zu berücksichtigen und gleichzeitig die Natur zu schützen. Es wird Zeit, dass wir unsere Katzen so verantwortungsvoll halten, wie wir es bei anderen Haustieren längst tun.

JW mithilfe DeepL

Bildquelle: g3gg0/Pixabay.de




Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.






Weitere Beiträge zu diesem und verwandten Themen finden Sie hier:

Stromtod vermeiden: Neue Broschüre liefert wichtige Infos

Videotipp: Der Bach, der Wald – und der Filmer Jan Haft

Vögel jetzt weiter füttern!

25. April Vogelstimmenwanderung im Bayerwald

Junge Rotmilane mögen Schlaf-WGs

Vögel und Bäume machen Lärm erträglicher

Weniger Wintervögel in den Gärten

Beringte Vögel bitte unbedingt melden!

Mehr Licht in der Nacht – weniger Vogelnachwuchs UPDATE

Photovoltaik – die ungenutzte Chance für die Biodiversität – UPDATE

Buchtipp: Die Besonderheiten der Borkenkäfer

Neugierige Vögel könnten im Wandel besser bestehen

Das Geheimnis um den ausgestorbenen Nerz

Feiern wir das Wilde nur, wenn es uns vertraut erscheint?

Fischzustandsbericht und Preis für renaturierte Gewässer UPDATE

Viele Tipps zur Vogelfütterung – jetzt langsam starten

Langes Wochenende? Jetzt noch Nistkästen reinigen!

Neues Forschungsprojekt: KI versus Krähe

Motten suchen das Licht – was das für unsere Wälder bedeutet

Funktionieren Fischschwärme wie neuronale Netzwerke?

UPDATE Waldrapp von Golfball getötet – Ökologie auf Golfplätzen bitte bis zum Ende durchdenken

Adler gegen Stromleitung – jetzt hilft eine Risikokarte

UPDATE Aufgerieben zwischen Schwall und Sunk

Appell zum Tag der Buchenwälder am 25. Juni

Biken im Karwendel – wir fordern Ruhe zur Brut- und zur Nachtzeit

Wohnungsnot bei Wald-Fledermäusen

Förster in Strumpfhosen…

Wildbienen – wundersame Wesen brauchen Vielfalt in unseren Gärten *BUCHTIPP*

Achtung, die Ästlinge kommen! **VIDEO**

UPDATE – Position: Strukturierte Abschusspläne wichtiger denn je!






Aktuelle Informationen



Pinguine als Schadstoff-Frühwarnsystem Über die gefährliche Ewigkeitschemikalie PFAS berichten wir hier im Blog immer wieder. Bekannt ist, dass sie sich bereits weltweit bis…

Donnerstag, 06. August 2026
Jetzt lesen
Tschernobyls Rinder - back to the roots Als 1986 der Reaktor in Tschernobyl havarierte, richteten die Behörden eine Sperrzone von 30 Kilometern ein, um die Menschen vor…

Montag, 03. August 2026
Jetzt lesen
"Wenn schon, dann mich zuerst" - Rotwildjagdzeit beginnt Auch wenn der Blick dieses Rotwildkalbs im Aufmacherbild eher scheu und schutzsuchend ausschaut, aber zum Auftakt der Jagdzeit für Alttiere…

Freitag, 31. Juli 2026
Jetzt lesen

Mitglied werden