Inzwischen wissen wir mehr über das Tierschutzdrama am Goitzschesee. Während die Untere Naturschutzbehörde uns zwar die uns zustehenden Umweltinformationen noch weitgehend vorenthält, haben wir dennoch herausgefunden, dass sie dem Veranstalter auferlegt hat, das Gelände vor dem Event von Wildtieren zu bereinigen. Brütende Vögel, Rehkitze und Junghasen sollten also einfach aus ihren „Betten“ genommen und irgendwo verwahrt werden – was unserer Meinung nach alles andere als legal wäre. Umso mehr, als darunter geschützte Arten wie Feldlerche, Heidelerche, Pirol, Neuntöter und Schwarzkehlchen sind, ganz zu schweigen von einer Biberfamilie, die sich ebenfalls auf dem Gelände heimisch gemacht hat.
Nicht nur von dem naturschutzfernen Vorgehen der Naturschutzbehörde sind wir überrascht, sondern auch von den lokalen „Naturschutz“verbänden: Deren Vertreter teilten uns auf Anfrage mit, dass sie keinen Anlass sähen, in Bezug auf die Eingriffe in die Tierwelt bei dem Festival irgendetwas zu unternehmen – schließlich müsse die Jugend ja auch mal was bekommen, und das Festival spüle außerdem einiges an Geld in die sonst nicht gerade verwöhnte Region. Alles nachvollziehbar, aber wäre es nicht die Pflicht von „Naturschützern“, die Natur zu schützen und vielleicht dafür zu sorgen, dass das Mega-Event an einem anderen, für die Natur weniger schädlichen Ort stattfinden kann?
Nur die Tierschützer von der Kitzrettung Zoerbig sind als eine Art Wildtier-Rotes Kreuz vor Ort und versuchen bei Bedarf Tiere zu retten, bevor sie unter die Räder, bzw. Stiefel kommen. Wir wünschen Ihnen und den Wildtieren viel Glück dabei!
Meldung vom 13. Mai 2026
Der Große Goitzschesee in Sachsen-Anhalt ist ein Naturidyll, hervorgegangen aus einer früheren Tagebaulandschaft. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt besitzt große Flächen auf der so genannten Goitzsche und schützt dort Seeadler, Kreuzkröte, Blauflügelige Ödlandschrecke und zahllose andere Tiere sowie Lebensräume.
Doch nur wenige Hundert Meter nördlich über den See, auf einer Halbinsel bei Pouch, bahnt sich für diese Tiere gerade die Hölle an. Wie jedes Jahr um diese Zeit, werden am 23. und 24. Mai rund 30.000 Menschen in dieses Naturidyll einbrechen. Auf einem „Festivalgelände“, das allerdings blöderweise aus Wiesen, Büschen und Waldresten besteht, findet vier Tage lang das „Sputnik Spring-Break-Festival“ statt – und zwar genau in der Höhe der Brut- und Setzzeit. Wild und laut wird gefeiert, es treten international bekannte Bands auf – und die Tierwelt wird schlicht plattgetrampelt.
Letztes Jahr berichtete die Mitteldeutsche Zeitung mehrfach darüber, dass verängstigte Rehkitze zwischen den Zelten herum irrten, die für mehrere Tage wie eine riesige künstliche Stadt mitten in ihrem Lebensraum explodierte. Der Tierschutzverein Zörbigs versuchte, zu retten, was zu retten war, und barg laut Zeitungsbericht fünf Kitze lebend. Eines starb.
Wildes Bayern führt momentan umfangreiche Recherchen bei Tierschützern, Behörden und Ortskundigen durch und bereitet sich auf ein Einschreiten gegen diesen Naturfrevel vor.
Bildquelle: Joeb, Joeb07/ Screenshot von https://www.mdr.de/sputnik/springbreak/index.html
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Denn sie wissen nicht, was sie tun!?
So eine Veranstaltung benötigt doch Genehmigungen und Prüfung der Verträglichkeit1?
Nicht zu fassen!
Danke Euch für die Info und Euer Einschreiten.
1. gibt es sicherlich ln dieser Gegend noch andere Orte, die nicht in einem derart geschützten Bereich liegen und
2. dieses Festival kann auch ganz einfach außerhalb der Brut- und Setzzeit geplant werden.
In beiden Fällen gehen keine Einnahmen verloren und der Tierschutz würde weitaus mehr beachtet!
Zu meiner Zeit in der DDR gab es sowas gar nicht erst. Können auch wie alle in einer Halle oder auf einer Freilichtbühne feiern.
Um Gelder in die Kassen zu spülen, sollte man dann eben mal mehr über bessere touristische Angebote und auch Naturschutzguides einsetzen, die Führungen machen. Sowas könnte man ja nutzen. Gibt’s im Odertal ja auch.
Wie bereits erwähnt, spielt dieses Festival jede Menge Geld ein und somit scheint es auch niemanden (weder Veranstalter, Bürgermeister oder „Tierschützer“) zu interessieren, was mit der Natur dort in dieser Zeit passiert oder ob es Beschwerden gibt.
Selbst Anwohner vor Ort, welche von Mittwoch bis Montag ganztägig der lauten Musik, Feuerwerk, Krach ausgesetzt sind und arbeitstätig sind, werden nicht ernst genommen.
Glasflaschen werden trotzdem im Einkaufsladen im Ort gekauft und natürlich nicht fachgerecht entsorgt.
Im Wald kann man nicht mehr spazieren gehen, da dieser als Toilette genutzt wird und dementsprechend überall Taschentücher o.ä. samt Hinterlassenschaften liegen (Gestank inklusive).
Eine absolute Zumutung dieses Festival.