Blogpost
Freitag, 29. Mai 2026

Scrollicon
Auf einem Bett aus Gras liegt ein zusammengerolltes Rehkitz
29. Mai 2026, 13:36    office@wildes-bayern.de

Kitzrettung Wildes Bayern – Update


Seit Ende der letzten Schlechtwetterphase vor zwei Wochen laufen Grünlandmahd und Kitzrettung in Bayern auf Hochtouren. Unser Team in Fahrenzhausen hat bereits an die 20 Kitze in Kisten gesichert und so gerettet oder aus zu mähenden Wiesen vertreiben können. Teilweise haben wir unsere Einsätze mit dem Verein „Wir retten Rehkitze“ zusammen durchgeführt und damit beste Erfahrungen gemacht. Und: Trotz mittlerweile dreijähriger Erfahrung als eigenständiges Team lernen wir immer noch dazu!

 

Hier kommen ein paar unserer aktuellen Erlebnisse und Erkenntnisse:

  • Riesen Schreck: In den Glonntalwiesen ließ eine Helferin ein noch recht kleines Kitz frei – das völlig überraschend sofort voll durchstartete und im vollen Lauf in ein Altwasser sprang! Die beherzte Frau stieg hinterher – und rettete dem kleinen Wesen zum zweiten Mal an diesem Tag vermutlich das Leben. Gelernt haben wir: Kitze am besten nicht in der Nähe von Gewässern freilassen!

 

  • Große Freude bereiten uns die Landwirte, die uns entweder zu den Flächen begleiten oder direkt auf Abruf bereit stehen, um zu mähen. So müssen Kitze in Kisten und isoliert von ihrer Mutter nur kurze Zeit verharren, und die so genannten Flitzer, die schon mobil sind und aus der Fläche herauslaufen, sind vielleicht noch nicht zurückgekehrt. Zur Sicherheit haben wir dann noch unseren vierbeinigen Helfer Arco: Ein Gang mit dem angeleinten kapitalen DD-Rüden durch die Wiese soll durch seinen Geruch helfen, Geißen und Kitze zu verunsichern und sie erstmal vom Gefahrenort fernzuhalten. An die Wirksamkeit glauben wir allerdings auch nur für eine oder zwei Stunden. Bisher gab es jedenfalls danach keine Todesopfer…

 

  • Sämtliche technischen „Vergrämungsmittel“, vom Papiersack auf dem Stock über den professionellen optisch-akustischen Wildschreck bis hin zum Piepser am Traktor haben sich als absolut nicht ausreichend wirksam erwiesen. Es kann vielleicht nicht schaden, die Tiere ab dem Abend vor der Mahd zu beunruhigen, aber es ist auf keinen Fall eine Garantie, dass sie die Wiese verlassen, erst recht nicht längerfristig.
    Kitze im Alter von unter zwei Wochen bewegen sich in den ersten Tagen nur wenige Meter um ihren Liegeplatz herum, das haben Studien gezeigt! Entsprechend haben wir junge Kitze neben Papiersäcken und neben Wildschreck-Geräten gefunden. (Zum Thema „Piepser am Traktor“ ging dieser Tage auch ein Video durchs Netz, das Kitzretter mit der Drohne aufgenommen haben. Es zeigt zwei kleine Kitze im Gras, an denen sehr nah ein Traktor mit einem solchen Vergrämungston vorbeifährt. Sie rühren sich nicht!)

 

  • Beste Erfahrungen haben wir mit den Hunde-Trageboxen aus Stoff gemacht, die uns die Tierschutzinitiative Haßberge gestiftet hat – tausend Dank dafür nochmal! Die Kitze sind darin sicher untergebracht und können sehr einfach transportiert werden. Ein wirklich großartiges Hilfsmittel!

Wenn Sie unsere Arbeit in der Rehkitzrettung unterstützen möchten, bitte spenden Sie unter dem Stichwort „Kitzrettung“ direkt an Wildes Bayern!

WILDES BAYERN e.V.
KREISSPARKASSE MIESBACH-TEGERNSEE
IBAN DE31 7115 2570 0012 2325 83
BIC: BYLADEM1MIB

 

 

Bildquelle: Wildes Bayern




Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.






Weitere Beiträge zu diesem und verwandten Themen finden Sie hier:

Kitze zermäht – mehrere Anzeigen gegen Landwirte

UPDATE: Über 150 Verbände fordern mehr Unterstützung für Beweidung

Sputnik Spring-Break-Festival – Todes-Schock für Natur und Tiere UPDATE

Kitz vermäht – 1.000 Euro gezahlt

Wildes Bayern im Einsatz mit Wir retten Rehkitze

Jetzt noch anmelden: Tagung zu Bestäubern in der Agrarlandschaft

US-Studie zur Nutztierhaltung: Keiner will das

HEUTE Online-Vortrag zur wildtierschonenden Mahd und Mähknigge

Rehkitze markieren bringt wichtige Daten UPDATE

Riesen Dank an Tierschutzinitiative Hassberge!

Konflikte kreativ lösen: Die Biber-Praxisfibel

Walzverbot gelockert: Für Märzhasen und Gelege der Tod

Kitzrettung – Bund fördert jetzt wieder Drohnenkauf

Gänsestudie: Fressen ist wichtiger als fürchten

Buchtipp: Spannender Einblick ins komplexe Wesen des Huhns

Wie Pflanzenschutzmittel das Leben im Boden schädigen

Erstmals Vogelgrippe bei Kuh in Europa entdeckt

Sehr schönes Video über Rehkitzrettung

Symposium zur Kitzrettung

Wildtierrettung – was die Jagd betrifft

Dank an wildtierfreundliche Landwirte für Kitzrettung

Photovoltaik – die ungenutzte Chance für die Biodiversität – UPDATE

Wir gratulieren zum Bayerischen Tierschutzpreis!

Rapsfelder – nur in Maßen gut für die Natur

In zweiter Instanz: Landwirt für zermähtes Kitz verurteilt

UPDATE – EU verabschiedet Bodenüberwachungsgesetz

Essay: Vier Punkte für eine bessere Wolfs- und Raubtierpolitik

Beetle-Banks – förderfähige Superlebensräume im Feld

Bitte noch unterschreiben: bis 22.9. engagieren für bessere Schweinehaltung

Schlechte Nachricht: Fungizid schädigt Spatzen






Aktuelle Informationen



Niederösterreich: Polizei soll verletzte Wildtiere töten Tiermediziner in Niederösterreich schlagen Alarm: Die Landesregierung hat offenbar in einem internen Leitfaden ihre Polizisten angewiesen, verletzte, teils streng geschützte…

Montag, 08. Juni 2026
Jetzt lesen
Zum heutigen Tag der Meere: Tolle Wal-Karten zu gewinnen! Der 8. Juni ist der internationale Tag der Ozeane. Anlässlich ihrer sehr bekannten Umwelt-Konferenz in Rio im Jahr 1992 begründeten…

Montag, 08. Juni 2026
Jetzt lesen
Totes Wild melden hilft Tierleben retten! UPDATE Hier ein aktueller Beitrag aus dem Garmischer Tagblatt zum Thema "Fallwild" und was sich dahinter verbirgt. Meldung vom 23. April…

Freitag, 05. Juni 2026
Jetzt lesen

Mitglied werden