Das Thema von Ökologie und Artenvielfalt auf Golfplätzen steht ja latent immer auf unserer Liste. Jetzt gibt es einen aktuellen Anlass, da mal wieder drauf zu schauen: In Österreich ist ein geschützter Waldrapp von einem Golfball tödlich getroffen worden. Die Vögel hatten sich auf dem Platz niedergelassen, um im weichen Rasen nach Würmern zu stochern.
Die Platzbetreiber haben sich daraufhin bereit erklärt, Flächen, auf denen die seltenen Vögel sich aufhalten, für den Golfbetrieb vorübergehend zu sperren. Das finden wir ein tolles, begrüßenswertes Engagement!
Mehr über den Vorfall und die weiteren Umstände erfahrt Ihr hier in einem Bericht aus der Kronenzeitung
Meldung vom 21. September 2023
Das Bundesamt für Naturschutz finanziert ein neues, großes Öko-Projekt auf Golfplätzen. Über das Bundesprogramm Biologische Vielfalt fließen in den nächsten 6 Jahren 2,7 Millionen Euro in das Projekt „GolfBiodivers“. Dabei werden 32 Anlagen in mehreren Bundesländern auf ihr ökologisches Potenzial hin untersucht, und es wird versucht, Maßnahmen zur Aufwertung umzusetzen. Konkret steht auf dem Programm, einen „Bausatz“ aus Flachlandmähwiesen, Blühstreifen, Säumen und Gebüschen auf diesen Anlagen zu installieren. Dann sollen die Effekte auf Heuschrecken, Tagfalter, Wildbienen, Vögel und Fledermäuse untersucht werden und in einer Planung für weitere 32 Anlagen umgesetzt werden.
Der Betreiber des Projekts ist allerdings nicht das BfN selbst, sondern der Deutsche Golfverband – was aus unserer Sicht ein bisschen „Bock zum Gärtner machen“ ist, denn der DGV als guter Dachverband wird seinen Mitgliedern nicht das Leben schwer machen, sondern sich bemühen, ihnen bei der Imagepflege zu helfen.
Der DGV bietet seinen Mitgliedern auch bereits das Zertifikat „Golf & Natur“ an. Dafür müssen die Anlagen ihre Umweltpotentiale bloß selbst beschreiben und sich daran aufgehängt auch eigene Ziele setzen. Für deren erfolgreiche Umsetzung werden sie im 2-Jahres-Rhythmus mit dem Zertifikat belohnt.
Uns bewegt die Sorge, ob die ökologischen Maßnahmen auf Golfplätzen wirklich bis zum Ende durchdacht werden. Denn uns erreichte kürzlich zum Beispiel folgende Meldung: Ein sich als „ökologisch“ postulierender Golfplatz setzt seit Kurzem nachts Mähroboter zur Pflege des Rasens ein. Dabei kommen leider all jene Wildtiere unters Messer, die den Rasen eben doch des Nachts als Lebensraum nutzen oder zumindest auf einer Wanderung überqueren, wie Kröten und Frösche – von den Igeln ganz zu schweigen.
Von einem anderen Golfplatz haben wir erfahren, dass Gewässer, die sogar als Biotope gefördert wurden, für Wildtiere vom Frosch bis zum Reh zur Todesfalle werden, weil ihnen auf einer Seite die Ausstiegsmöglichkeit fehlt. Auch dieser Golfplatz rühmt sich (ansonsten zu Recht!) für ökologische Aspekte und trägt das Golf & Natur-Siegel des Deutschen Golfverbands.
Im Projekt „GolfBiodivers“ werden Arten wie Kröten, Igel oder größere Säugetiere gar nicht erfasst. Aus unserer Sicht hört Ökologie aber nicht bei den Insekten und Fledermäusen auf. Deshalb haben wir ein Schreiben an Golfverbände und das BfN verfasst und fordern, dass die Golfplätze nicht von den Betreibern selbst, sondern von unabhängigen Gutachtern ökologisch unter die Lupe genommen werden, bevor ggf. ein Zertifikat verliehen wird. Auch bei der Anlage und bei der Pflege von Golfplätzen muss auf alle sich ansiedelnden Tierarten Rücksicht genommen werden!
Die Pressemeldung mit mehr Infos zum Projekt „GolfBioDivers“ und Links findet Ihr hier
Bildquelle: (c)be-outdoor.de - Petra Sobinger, Chris_Cross/Pixabay.de
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