Vom 18. bis 20. September 2026 kamen rund 200 Menschen – darunter auch Vertreter von Wildes Bayern – auf Schloss Kirchberg in Kirchberg an der Jagst zum Kongress „Naturnahe Weiden und ihre Bedeutung für Landschaft und Artenvielfalt“ zusammen.
Aus dem Kongress ging die „Kirchberger Erklärung zur naturnahen Beweidung“ hervor. Die Erklärung rückt die Bedeutung von Weidetieren und naturnaher Beweidung für artenreiche Landschaften in den Mittelpunkt. Hier die Zusammenfassung der Kernaussagen:
Im Rahmen des von der UN ausgerufenen Internationalen Jahres der Weidelandschaften und des Hirtentums (IYRP 2026) betonen die Unterstützenden die herausragende Bedeutung naturnaher Beweidung* für den Erhalt aller Schutzgüter durch diese nachhaltige Nutzung der Landschaft. Sie empfehlen, die richtigen
Rahmenbedingungen und geeignete Förderinstrumente dafür zu schaffen.
Naturnahe Beweidung fördert die ökologischen „Big Five“ – unsere Lebensgrundlagen:
1. Biodiversität – hohe biologische Vielfalt, Förderung von Dynamik und natürlichen Prozessen
2. Landschaft – Strukturreichtum und Ästhetik, auch für Erholung und Tourismus
3. Klima – klimaresiliente Vegetation; Potentiale für Kohlenstoffspeicherung und Feuerprävention
4. Wasser – Erhaltung von unbelasteten Wasserkörpern; natürlicher Hochwasserschutz
5. Boden – Schonung und Regeneration der endlichen Ressource Boden und ihrer Funktionen
Naturnahe Weidelandschaften sind Teil des kulturellen Erbes, stiften Identität und geben Heimat. Naturnahe Beweidung erzeugt hochwertige Produkte, schafft regionale Wertschöpfungsketten und eröffnet neue Einkommensmöglichkeiten. Zudem bietet sie einen Lösungsansatz für klimatische, ökologische,
sozioökonomische und gesellschaftliche Herausforderungen. Im Hinblick auf eine „Planetary Health Diet“ trägt sie zu einer nachhaltigen Ernährungssicherung bei, erfüllt dabei hohe Ansprüche des Tierwohls und stärkt damit die Landwirtschaft.
Sie sollte eine Schlüsselrolle bei der Erreichung zentraler Ziele der EU Wiederherstellungsverordnung (WVO) und des globalen Biodiversitätsrahmens (CBD) einnehmen, weil sie effizient Ökosysteme wieder in einen resilienten Zustand versetzt und erhält. Ebenso ist naturnahe Beweidung ein dringend notwendiger
Maßnahmenbaustein zur Stärkung der grünen Infrastruktur und funktionierender Biotopvernetzung: Weidetiere verbinden Naturräume und werten sie auf.
Für die Kostendeckung und Flächenwirksamkeit naturnaher Beweidung braucht es praxistaugliche Förderinstrumente und Planungssicherheit. Dazu gehören: Kombinierbare Einstiegsangebote, mehrjährige Flächenprogramme, tierbezogene Unterstützung und Investitionsförderung. Die GAP und das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) bieten Chancen, die positiven Effekte naturnaher Beweidung zukunftssicher ökonomisch darzustellen. Geeignete Rahmenbedingungen können durch gute Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Praxis geschaffen werden. So ist ein Paradigmenwechsel möglich, der die Leistungen naturnaher Beweidung angemessen honoriert und wertschätzt.
Die vierseitige Erklärung formuliert die gemeinsamen Positionen und Vorschläge. Das Hintergrundpapier enthält eine ausführlichere Begründung. Weitere Informationen und Download der drei zusammengehörigen Dokumente zur Kirchberger Erklärung finden Sie hier
Die Details zur Veranstaltung, wie das Programm, finden Sie hier
Einen tollen Hintergrundbeitrag zu wilden Weiden und ihrer Rolle für die Artenvielfalt finden Sie hier
Bildquelle: privat
Spannende Online-Vorträge zu Beweidung
Richtiges Weidetier-Management: Wichtig für unsere Wiesenbrüter
UPDATE: Über 170 Verbände fordern mehr Unterstützung für Beweidung
Wie Biber und Weidetiere unsere Natur wiederherstellen können
Weideprämie gestrichen – was Bürokratieabbau wirklich meint
Eine Insel im Mainstream: Pause machen bei Dr. Gerken
Wunderbarer Film über Hirten und Beweidung
Allmende – Weiden für unser aller Artenvielfalt
Jan Haft: Der Weide gehört die Zukunft!
Internationales Jahr für Beweidung und Hirtentum * Veranstaltungen
Vorträge zu „Naturschutzbeweidungen im Wald“ jetzt online
Auen und Weidetiere – eine fruchtbare Symbiose
Forschungsprojekt: Verbiss gegen Feuer und für die Vielfalt
Save the date: 18. bis 20. Juni Rotwildsymposium in Hamburg
Rückkehr der wilden Weidetiere
Auf zum Klaus Töpfer-Umweltsymposium nach Höxter
ANL-Exkursion zur Beweidung ins Donaumoos UPDATE
Ein tolles Bild von Schrott-Wissenschaft
Begnadete Landschaftspfleger im feuchten Grünland
Spannende Fachtagung zur Waldweide UPDATE
Tiertragödien am Berg – bessere Nutzungskonzepte müssen her!
Wilde Beweidungsprojekte brauchen Tierschutz!
Top gerüstet: Unsere Themenseite zur Weidehaltung UPDATE
Donnerstag, 3. Juli: Weidetag südlich von Würzburg
12. Juli Exkursion zu oberbayerischen Weiden
Online-Vorträge über wilde Weideprojekte UPDATE
Nächster Online-Weide-Vortrag am 3. März
20. Januar: Online Vortrag zu Beweidung und Vogelschutz
UPDATE Die Koevolution von Grünland und Weidetieren fürs Klima nutzen
Sie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Turnstile. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen