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Donnerstag, 01. Oktober 2026

Scrollicon
Blick über eine Bergweide auf bewaldete Gipfel mit Nebel darüber, in der Ferne weiden ein paar Rinder
01. Oktober 2026, 06:30    office@wildes-bayern.de

Weidesymposium verabschiedet grundlegende Erklärung


Vom 18. bis 20. September 2026 kamen rund 200 Menschen – darunter auch Vertreter von Wildes Bayern – auf Schloss Kirchberg in Kirchberg an der Jagst zum Kongress „Naturnahe Weiden und ihre Bedeutung für Landschaft und Artenvielfalt“ zusammen.

Aus dem Kongress ging die „Kirchberger Erklärung zur naturnahen Beweidung“ hervor. Die Erklärung rückt die Bedeutung von Weidetieren und naturnaher Beweidung für artenreiche Landschaften in den Mittelpunkt. Hier die Zusammenfassung der Kernaussagen:

Naturnahe Beweidung – Gewinn für Naturschutz, Landnutzung und Gesellschaft

Im Rahmen des von der UN ausgerufenen Internationalen Jahres der Weidelandschaften und des Hirtentums (IYRP 2026) betonen die Unterstützenden die herausragende Bedeutung naturnaher Beweidung* für den Erhalt aller Schutzgüter durch diese nachhaltige Nutzung der Landschaft. Sie empfehlen, die richtigen
Rahmenbedingungen und geeignete Förderinstrumente dafür zu schaffen.

Naturnahe Beweidung fördert die ökologischen „Big Five“ – unsere Lebensgrundlagen:
1. Biodiversität – hohe biologische Vielfalt, Förderung von Dynamik und natürlichen Prozessen
2. Landschaft – Strukturreichtum und Ästhetik, auch für Erholung und Tourismus
3. Klima – klimaresiliente Vegetation; Potentiale für Kohlenstoffspeicherung und Feuerprävention
4. Wasser – Erhaltung von unbelasteten Wasserkörpern; natürlicher Hochwasserschutz
5. Boden – Schonung und Regeneration der endlichen Ressource Boden und ihrer Funktionen

Naturnahe Beweidung ist eine Chance für Landwirtschaft und Ernährung

Naturnahe Weidelandschaften sind Teil des kulturellen Erbes, stiften Identität und geben Heimat. Naturnahe Beweidung erzeugt hochwertige Produkte, schafft regionale Wertschöpfungsketten und eröffnet neue Einkommensmöglichkeiten. Zudem bietet sie einen Lösungsansatz für klimatische, ökologische,
sozioökonomische und gesellschaftliche Herausforderungen. Im Hinblick auf eine „Planetary Health Diet“ trägt sie zu einer nachhaltigen Ernährungssicherung bei, erfüllt dabei hohe Ansprüche des Tierwohls und stärkt damit die Landwirtschaft.

Naturnahe Beweidung ist unverzichtbar für die biologische Vielfalt

Sie sollte eine Schlüsselrolle bei der Erreichung zentraler Ziele der EU Wiederherstellungsverordnung (WVO) und des globalen Biodiversitätsrahmens (CBD) einnehmen, weil sie effizient Ökosysteme wieder in einen resilienten Zustand versetzt und erhält. Ebenso ist naturnahe Beweidung ein dringend notwendiger
Maßnahmenbaustein zur Stärkung der grünen Infrastruktur und funktionierender Biotopvernetzung: Weidetiere verbinden Naturräume und werten sie auf.

Naturnahe Beweidung braucht die richtigen Rahmenbedingungen

Für die Kostendeckung und Flächenwirksamkeit naturnaher Beweidung braucht es praxistaugliche Förderinstrumente und Planungssicherheit. Dazu gehören: Kombinierbare Einstiegsangebote, mehrjährige Flächenprogramme, tierbezogene Unterstützung und Investitionsförderung. Die GAP und das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) bieten Chancen, die positiven Effekte naturnaher Beweidung zukunftssicher ökonomisch darzustellen. Geeignete Rahmenbedingungen können durch gute Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Praxis geschaffen werden. So ist ein Paradigmenwechsel möglich, der die Leistungen naturnaher Beweidung angemessen honoriert und wertschätzt.

Die vierseitige Erklärung formuliert die gemeinsamen Positionen und Vorschläge. Das Hintergrundpapier enthält eine ausführlichere Begründung. Weitere Informationen und Download der drei zusammengehörigen Dokumente zur Kirchberger Erklärung finden Sie hier

Die Details zur Veranstaltung, wie das Programm, finden Sie hier

Einen tollen Hintergrundbeitrag zu wilden Weiden und ihrer Rolle für die Artenvielfalt finden Sie hier

Bildquelle: privat




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