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Montag, 11. Mai 2026

Scrollicon
Ein Wasserbüffel steht in einem Tümpel, auf seinem Rücken sitzt ein weißer Reiher
11. Mai 2026, 06:30    office@wildes-bayern.de

Auen und Weidetiere – eine fruchtbare Symbiose


Große Weidetiere in Auenlandschaften – vor dem geistigen Auge steigt da sofort ein Bild von zertrampelten, in den Matsch gedrückten Uferwiesen auf. Aber das kann auch völlig anders aussehen – das zeigt das Projekt „Auenweiden“ der Deutschen Umwelthilfe mit der Natura 2000-Station Osterland. Als Teil des Teams von „Lebendige Flüsse“ arbeitet hier ein interdisziplinäres Projekt-Team aus den Bereichen Kultur- und Naturwissenschaften, Ingenieurwesen und Naturschutz daran, robuste Rinder, Pferde und mehr Wasser in die Auen bringen.

Die Beweidung von ufernahen Bereichen (Auen) kann dabei:

  • den Eintrag von Dünge- und Insektenschutzmitteln verringern, wodurch sich die Fischfauna erholt
  • naturnahe Uferstrukturen entwickelt
  • artenreiches Grünland schaffen, wo sich Wiesenbrüter und Insekten wohlfühlen
  • mit Hilfe von Überflutungsflächen eine bessere Anbindung der Aue an den Fluss erreichen
  • den Biotopverbund stärken

Für uns vom Wilden Bayern klingt das nach einem hervorragenden Konzept. Erfahrungen der letzten Jahre haben aber immer wieder gezeigt, dass das Wohl der Tiere im Mittelpunkt stehen muss. Wer Tiere als Landschaftspfleger einsetzt, muss auch sicherstellen, dass die Landschaft sie tragen, vor allem ernähren kann. Eine tierärztliche Kontrolle ihrer körperlichen Gesundheit und ihres Wohlbefindens ist Pflicht – nur dann darf das höhere Ziel des Landschaftsschutzes und er Artenvielfalt mit ihrer Hilfe angestrebt werden.

Eine aktuelle Studie zeigt übrigens gerade, dass Beweidung für Wiesenbrüder keineswegs schädlich ist – sofern die Nutzviehdichte nicht zu hoch wird. Sie hat untersucht, wie sich eine 15-jährige Ganzjahresbeweidung auf die Populationen von Wiesenbrütern in einem 63 Hektar großen Feuchtgebiet in Thüringen ausgewirkt hat.

Für die meisten der untersuchten Wiesenbrüter bietet eine naturnahe Ganzjahresbeweidung bei einer Besatzdichte bis circa 1,2 Großvieheinheiten (GVE) je Hektar noch gute Lebensraumbedingungen. Das ist allerdings ein Durchschnittswert! Bei genauerem Hinsehen zeigte sich zum Beispiel, dass sich mit Beginn der extensiven Ganzjahresbeweidung 2009 und der Wiedervernässung der Fläche 2011/12 die jeweilige Anzahl der Reviere von Braunkehlchen und Wiesenpieper zunächst verdoppelte. Sie erreichte bei steigender Beweidungsintensität ein Maximum in den Jahren 2011 beziehungsweise 2014.

Anschließend zeigten sich bei beiden Arten jedoch deutliche Bestandseinbußen und negative Bestandstrends. Ab einer Weidetierdichte von circa 1,0 GVE/ha nahmen sie signifikant ab. Für diese Arten ist eine deutlich geringere Besatzdichte von 0,5–0,9 GVE/ha empfehlenswert.

 

Einen Bericht über die Studie zu Wiesenbrütern und Beweidung in der Zeitschrift Naturschutz & Landschaftspflege können Sie hier nachlesen!

Eine Broschüre über die Bedeutung von Weiden für die Vielfalt in Auenlandschaften finden Sie außerdem hier

Die Deutsche Umwelthilfe betreibt übrigens ein eigenes Projekt und die Internetseite Auenweiden

und hat neu die Broschüre: „Wilde Moor- und Auenweiden“ herausgegeben, die Sie hier finden können.

 




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