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Donnerstag, 09. April 2026

Scrollicon
Ein großes braunes Nagetier mit kleinen Augen und kaum wahrnehmbaren Ohren schwimmt im Wasser auf den Betrachter zu.
09. April 2026, 15:44    office@wildes-bayern.de

Biber – die besten Helfer der Biodiversität


„Der Biber – ein wirkungsvoller Partner für lebendige Gewässer“, lautet der Titel eines Abschlussberichts aus dem Jahr 2025. Was klingt wie aus dem Werbeprospekt einer Umweltorganisation, ist tatsächlich die Zusammenfassung verschiedener Studienergebnisse rund um den Wasserbewohner.

Im Jahr 2020 startete die Schweiz ein Forschungsprojekt, um zu untersuchen, wie Biberdämme in der Landschaft wirken und welchen Einfluss sie auf die Schweizer Gewässer haben. Die dreijährige Studie bestand aus folgenden Modulen (hier gleich mit Ergebnissen):

  • Bestandserhebung: 2022 lebten in der Schweiz 4900 Biber.
  • Wirkung des Bibers auf die Biodiversität: In den vom Biber beeinflussten Gewässerabschnitten wurden durchschnittlich 2,6-mal mehr Arten und 5,9-mal mehr Individuen gefunden als in den Kontrollstrecken. In Gebieten, in denen der Biber sein volles Potenzial entfalten kann, waren es sogar 6,5-mal mehr Arten und 62,1-mal mehr Individuen.
  • Verhalten von Fischen an Biberdämmen: Biberdämme können grundsätzlich von Fischen überwunden werden, und zwar von allen untersuchten Arten. Erhöhter Wasserabfluss und verzweigte Seitenarme sind dabei förderlich.
  • Veränderungen der Wasserqualität in Biberteichen: Anstieg des gelösten organischen Kohlenstoffs. Biberdämme führen unter anderem zu einem erhöhten
    Abbau von Schadstoffen, insbesondere von Nitraten, mildern die negativen Auswirkungen von weniger Niederschlag in Kombination mit
    höheren Temperaturen und bewirken eine Verringerung oder umgekehrt eine Erhöhung der Wassertemperatur unterhalb der Dämme.
  • Kohlenstoffbilanz im Biberrevier: In Marthalen (Kanton Zürich) produzierte das vom Biber neu geschaffene Feuchtgebiet fast doppelt so viel Biomasse und speicherte die dreifache Menge an Kohlenstoff wie der Wald, der vor der Ankunft des Bibers vorhanden war.

Eine Metaanalyse hat ergeben: Der Biber ermöglicht auf Landschaftsebene eine Zunahme der Tierarten in 83 Prozent und der Pflanzenarten in 79 Prozent der Untersuchungen.

Ein digitales Auenmodell zeigte, dass der Biber in der Schweiz mit dem Bau von Dämmen auf einer Fläche von 290 km2 hauptsächlich positive Effekte haben kann, während auf 150 km2 mehrheitlich mit Konflikten zu rechnen ist.

Den vollständigen Bericht zum Biber in der Schweiz finden Sie hier

Bildquelle: (c)Dietmar Streitmaier




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