Blogpost
Mittwoch, 07. Januar 2026

Scrollicon
Blick von oben in grünes Gebüsch, in dem ein roter Hirsch steht
07. Januar 2026, 08:43    office@wildes-bayern.de

Hirsche im Kanton Aargau oder: Guter Wille zum Wildmanagement


Die Schweizer haben, was das Rotwild betrifft, ähnliche Ausgangsbedingungen wie wir in Bayern. Viele alpenfernere Regionen wurden in der Vergangenheit rotwildfrei geschossen. Jetzt breitet sich die Art aus den Alpen heraus ins so genannte Mittelland aus – und das Resultat ist nicht etwa ein Zeter und Mordio mit dem Tenor „die Viecher müssen weg“, sondern eine wunderbar sachliche Analyse. In einem Artikel in „Umwelt Aargau“ heißt es gleich im ersten Absatz:

„In stark von Menschen genutzten Landschaften ist der Raum für Wildtiere beschränkt. Die Situation hat sich im Mittelland nach der Ausrottung des Rothirschs vor 200 Jahren grundlegend verändert. Es stellt sich daher die Frage, wie Rothirsche nach ihrer Rückkehr mit der menschlichen Präsenz, der intensiven Landnutzung und den Wanderhindernissen wie Siedlungen und Verkehrsträgern umgehen und zurechtkommen.

Großartiger, in Bayern unvorstellbarere Ansatz – wir wünschen uns an dieser Stelle dringend etwas Intelligenz- und Guter Wille-Import aus der Schweiz!

Das Thema eines möglichen Wald-Wild-Konflikts wird erst im letzten Satz kurz angeschnitten. Dazwischen stellen die Forscher ihre Ergebnisse vor, zum Beispiel zu den angrenzenden Herkunftspopulationen in den Voralpen sowie im Jura.

„Die Studie bestätigte frühere Arbeiten, wonach der Rothirsch, trotz seiner Störungsempfindlichkeit, sehr anpassungsfähig und mobil ist und sich entsprechend auch in einer vom Menschen dominierten Landschaft halten kann. Solange unverbaute, barrierefreie Offenlandflächen zwischen größeren Waldstücken existieren, dürfte auch die Konnektivität der Rothirschvorkommen gewährleistet sein. Rothirsche benötigen aber auch im Mittelland ruhige und ungestörte Einstände. Deshalb ist dem allgemeinen menschlichen Nutzungsdruck und möglichen Störungen durch Freizeitbetrieb gerade in dieser Landschaft besonders Rechnung zu tragen. Die Ausscheidung von Wildruhezonen sollte als Element eines aktiven Wildtier- bzw. Lebensraummanagements somit ebenfalls im Mittelland zur Anwendung kommen. Dies nicht zuletzt auch im Zusammenhang mit allfälligen Wald-Wild-Konflikten, wo ein integraler Ansatz zwischen waldbaulichen, jagdlichen und lebensraumberuhigenden Maßnahmen erforderlich ist.“

Den vollständigen Artikel über die Aargauer Rotwildstudie finden Sie hier

 




Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.






Weitere Beiträge zu diesem und verwandten Themen finden Sie hier:

„Fütterung“ bei Rottach-Egern UPDATE: Endlich eine Lösung!

KI deckt Verschwinden der Rehe in Nationalpark auf

Mehr Licht in der Nacht – weniger Vogelnachwuchs UPDATE

UPDATE Gerichtsentscheid: Gams-Poolabschüsse in der Kürnach nicht rechtens!

Wie schlau sind Wölfe wirklich? * VIDEO *

Das unterirdische Ende der Fahnenstange – Rotwildprozess in Kärnten

Photovoltaik – die ungenutzte Chance für die Biodiversität – UPDATE

Vogelgrippe: Das kann helfen, Ansteckung zu verhindern

Rothirsch ist Tier des Jahres 2026

UPDATE Artenkenntnis: Naturbindung ist eine Generationenfrage

RotWildes Deutschland: Gesellschaft für Wildbiologie gegründet

Rapsfelder – nur in Maßen gut für die Natur

Neugierige Vögel könnten im Wandel besser bestehen

Studie: Laufkäfer brauchen Lebensräume

Die Halloween-Studie: Ratten fressen Fledermäuse * VIDEO

Forscher warnen: Genetische Vielfalt nicht außer Acht lassen! UPDATE

Rotwild in der Rhön und darüber hinaus: Experten fordern offene Wanderräume

Feiern wir das Wilde nur, wenn es uns vertraut erscheint?

Neue Wildtier-Studie: Ungeahnte Schlüsselakteure der Artenvielfalt!

Plastikmüll vom Acker wandert in Vogelnester

Städtische Mauereidechsen sind toleranter

Aufleben.ch – tolle Tipps für mehr Artenvielfalt in Stadt und Gärten

Erinnerung: Auerhuhn im Schwarzwald Vortrag 29.9.

Polizei ermittelt in Enterrottach: Jungtier krankgeschossen und liegen gelassen

Wiederansiedlung von Luchsen in Colorado: Ein Lehrstück

Neues Forschungsprojekt: KI versus Krähe

Insektenschutz: Licht in der Nacht minimieren und fokussieren!

Notzeiten gibt´s nicht nur im Winter – Tagungsband erschienen

Motten suchen das Licht – was das für unsere Wälder bedeutet

Satirischer Grünbrückenpreis sucht Vorschläge!






Aktuelle Informationen



UFZ warnt: Umweltthemen nicht verdrängen! Am 14. Januar hat das Weltwirtschaftsforum den sogenannten "Global Risks Report" veröffentlicht. Er analysiert globale Risiken, um Entscheidungsträgern dabei zu…

Freitag, 16. Januar 2026
Jetzt lesen
Und weiter geht die Schusszeit auf Gams UPDATE Die Jagd auf die Gams im Bergwald läuft - aufgrund der Schonzeit-Aufhebungsbescheide verschiedener Landratsämter. Wie unten schon angekündigt, hat Wildes…

Donnerstag, 15. Januar 2026
Jetzt lesen
Dank an wildtierfreundliche Landwirte für Kitzrettung Im Frühjahr 2025 haben die beiden Wildes Bayern-Drohnenteams um Vivienne und Thomas Burger und Manfred und Christine Röder wieder mit…

Mittwoch, 14. Januar 2026
Jetzt lesen

Mitglied werden