Blogpost
Mittwoch, 06. Mai 2026

Scrollicon
An einem Berghang stehen eine Hirschkuh und ihr gepunktetes Kalb, die Hirschkuh wendet sich nach ihrem Kalb um und schaut in Richtung des Betrachters
06. Mai 2026, 16:02    office@wildes-bayern.de

Rotwildantrag im Bundestag – so lehnten ihn die Parteien ab


Schon im Februar wurde im Deutschen Bundestag ein umfassender und ausführlich begründeter Antrag behandelt, der zum Ziel hatte, die Lebensräume des Rotwildes zu schützen, indem man Rotwildgebiete auflöst und den Hegegedanken auf Grundlage wildbiologischer Forschung weiterentwickelt. Da der Antrag von der Fraktion AfD gestellt wurde, haben ihn alle anderen Parteien geschlossen abgelehnt.

Bei der Debatte im federführenden Agrarausschuss wurden zur Begründung natürlich die jeweiligen Positionen sehr klar und unverblümt dargelegt. Für uns eine gute Gelegenheit, unseren Lesern nochmal vor Augen zu führen, wie die einzelnen politischen Parteien ganz konkret zu Rotwildgebieten und deren Auflösung stehen (wir zitieren aus dem öffentlichen Bericht).

CDU/CSU:

Die Fraktion der CDU/CSU merkte an, dass die pauschale Auflösung aller Rotwildbezirke unweigerlich zu größeren Verbissschäden im Wald führen würde, die im Zuge eines klimagerechten Waldumbaus zu vermeiden seien. Besser sei, Lösungen mit allen Beteiligten zu finden. Querungshilfen, Grünbrücken und Wilddurchlässe sollten nur dort gebaut werden, wo sie notwendig und sinnvoll seien. Im Übrigen liege die Zuständigkeit für die meisten im Antrag geforderten Maßnahmen bei den Ländern.

SPD:

Die Fraktion der SPD hob hervor, dass sie Rotwild als größte heimische Wildtierart schützen wolle. Seit 1960 habe sich die Zerschneidung der Wildgebiete durch Infrastrukturmaßnahmen und dichte Besiedelung verdoppelt. Das Rotwildmanagement und die Anpassung von Landschaftsrahmenplänen lägen in der Zuständigkeit der Länder. Auf Bundesebene würden das Bundesprogramm Wiedervernetzung, die nationale Umsetzung der EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur und das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz für eine bessere Vernetzung der Lebensräume für Rotwild und die Förderung der Biodiversität sorgen.

 

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wandte ein, dass der Rotwildbestand in Deutschland zu groß sei, was zu Waldschäden führe. Insofern seien Anpassungen im Jagdrecht und im Bestandsmanagement erforderlich. Den Antrag lehne die Fraktion daher ab.

 

Die Linke:

Die Fraktion Die Linke kritisierte, dass mit dem vorliegenden Antrag der Artenschutz gegen klimafreundliche Energieerzeugung ausgespielt werden solle, wenn darin die Einzäunung von Solarparks, ebenso wie der Herdenschutz als belastende Maßnahme für Rotwild bezeichnet würden. Wildbrücken oder ähnliche Querungshilfen seien bei Straßenneubaumaßnahmen aktuell schon üblich.

Abstimmungsergebnis:

Der Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat beschloss mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD dem Deutschen Bundestag zu empfehlen, den Antrag auf Drucksache 21/3836 abzulehnen.

 

Den Antrag im Bundestag bezüglich der Rotwildvernetzung können Sie hier ansehen

Beschlussempfehlung und Bericht des Landwirtschaftsausschusses, aus denen wir oben zitiert haben, können Sie im Original hier ansehen

Bildquelle: Monika Baudrexl




Dr.Peter Gleißner schrieb:


Kann mir mal jemand aus der CDU/CSU- Fraktion erklären, wie ein durch ein vernünftiges Bejagungs- und Lebensraumkonzept konstanter Rotwildbestand auf größerer Fläche, mit mehr natürlicher Äsung, mehr Waldschäden produziert? Auf das „Geschwurbel“ der anderen Pateien verzichte ich. Die Ablehnung der CDU/CSU Fraktion zeigt die bayerische Rotwildfeindlichkeit wieder einmal allzu deutlich. Traurig!

Antworten
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.






Weitere Beiträge zu diesem und verwandten Themen finden Sie hier:

… und die Schonzeit gilt jetzt auch am Eibsee!

Rote Karte für ausgedehnte Rotwildjagdzeiten

Update Petition in Sachsen: Drückjagden ab Ende Dezember einstellen!

Save the date: 18. bis 20. Juni Rotwildsymposium in Hamburg

UPDATE Rotwildforum in Niedersachsen als VIDEO

„Sündenbock Reh“ – Film über Wild und Forst in der Mediathek

Rotwild – Tier des Jahres oder Spielball von Forst und Jagd?

Infrastruktur-Zukunftsgesetz: Die beschleunigte Zerstörung

UPDATE Weilheim: Schonzeit fürs Rotwild gilt wieder!

Reh, Rothirsch, Damwild… wer ist was?

Hessen: Vorbildliches Lebensraumkonzept für Rotwild

Rotwild retten? – die Mehrheits-Politiker im Bundestag sagen Nein!

Vom Umgang mit Notzeit und Fütterung

Vorarlberg: Gellender Hilfeschrei aus Jagd und Waldbesitz

24. Februar – ein Stündchen Webinar über den Hirsch

Rottach-Egern: Das Hungern nimmt kein Ende * VIDEO*

Offener Brief von Wildes Bayern an Miesbacher Kandidaten UPDATE

UPDATE Rottach-Egern: Jagdgenossen gehen auf die Barrikaden

Jagdskandal im Harz: Wildtiere leiden unter fragwürdigen Methoden

Hirsche im Kanton Aargau oder: Guter Wille zum Wildmanagement

Das unterirdische Ende der Fahnenstange – Rotwildprozess in Kärnten

Rothirsch ist Tier des Jahres 2026

RotWildes Deutschland: Gesellschaft für Wildbiologie gegründet

Rotwild in der Rhön und darüber hinaus: Experten fordern offene Wanderräume

Erinnerung: Auerhuhn im Schwarzwald Vortrag 29.9.

Polizei ermittelt in Enterrottach: Jungtier krankgeschossen und liegen gelassen

Notzeiten gibt´s nicht nur im Winter – Tagungsband erschienen

Satirischer Grünbrückenpreis sucht Vorschläge!

Hirsche schützen heißt auch Wanderungen bewahren!

Mähroboter nachts endlich stoppen! UPDATE aus Sachsen-Anhalt






Aktuelle Informationen



Sikawild soll als invasive Art ausgerottet werden Das auch in Bayern heimische Sikawild steht seit 2025 auf einer Schwarzen Liste der EU-Kommission: Es wurde als invasives Neozoon…

Sonntag, 05. Juli 2026
Jetzt lesen
Spannender Podcast über Wild am Berg mit Dr. Christine Miller Der Südtiroler Jagdverband hat einen eigenen Podcast, genannt "Wild-Ragu: Rezepte für eine zeitgemäße Jagd". Die Serie will Fakten liefern zu…

Freitag, 03. Juli 2026
Jetzt lesen
Video aus Polen: Wölfe greifen Bisons an Das Fotofallen-Video, das wir Ihnen hier verlinken, ist ein genialer Zufallsfang des Säugetierforschungsinstitut der Polnischen Akademie der Wissenschaften im Urwald…

Donnerstag, 02. Juli 2026
Jetzt lesen

Mitglied werden