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Montag, 15. September 2025

Scrollicon
Eine Hirschkuh vor herbstlichem Hintergrund schaut den Betrachter direkt an.
15. September 2025, 12:36    office@wildes-bayern.de

Notzeiten gibt´s nicht nur im Winter – Tagungsband erschienen


Das Jagdgesetz kennt den Begriff der Notzeit, in der der Jäger das Wild unterstützen darf und soll. Bisher wurden solche Notzeiten vor allem dem Winter zugeschrieben, wenn Sträucher kahl und Gräser von Schnee und Eis bedeckt sind. Die Deutsche Wildtier Stiftung weist darauf hin, dass durch den Klimawandel auch die Sommer zunehmend zur Herausforderung für die Tiere werden: Die Äsung vertrocknet, Wasserstellen versiegen, und aus Schlammbädern zum Suhlen wird harter Lehm. Das Wild schaltet notgedrungen wieder auf Sparflamme.

Wie begegnet man dieser Entwicklung? Während im Winter vor allem im Gebirge von Menschenhand zugefüttert wird, ist der Umgang mit den Veränderungen im Sommer eine neue Herausforderung. Dazu stellt sich die Frage, ob winterliche Notzeiten durch mildere Temperaturen künftig an Relevanz verlieren werden. Mögliche Antworten liefert der neue Tagungsband zum 11. Rotwildsymposium der Deutschen Wildtier Stiftung. Unter dem Titel „Strategien zur Überwindung von Notzeiten“ fasst er die Beiträge der Tagung zusammen und vermittelt Ansätze für ein zukunftsfähiges Wildtiermanagement bei Wetterextremen.

„Egal, ob Winter oder Sommer – um karge Wochen zu überstehen, brauchen Rothirsche störungsfreie Rückzugsräume. Doch davon gibt es in unserer Kulturlandschaft immer weniger“, sagt Dr. Andreas Kinser, Leiter Natur- und Artenschutz der Deutschen Wildtier Stiftung.

Verschärft werden Notzeiten auch durch den Verlust natürlicher Lebensraumkomponenten. „Weichhölzer wie Zitterpappeln und Weiden, die für die Forstwirtschaft uninteressant sind, werden seit Jahrhunderten aus den Wäldern verdrängt. Doch genau diese Arten sind ökologisch wertvoll und bieten dem Rotwild ganzjährig wichtige Futteralternativen“, so Kinser. Die Stiftung pflanzt daher auf ihren Liegenschaften Weichlaubhölzer, um sie wieder in den Wäldern zu etablieren.

Kritisch sieht der Artenschützer auch die anhaltende Entwässerung von Wäldern: „Wasserreiche Gebiete sind wichtige Rückzugsräume, in denen Wildtiere in Hitzeperioden Abkühlung finden. Sie müssen wo immer möglich erhalten bleiben.“ Die Deutsche Wildtier Stiftung hat in vielen ihrer Wälder bereits Gräben verschlossen, um das Wasser im Wald zu halten, und trockengefallene Bereiche wiedervernässt.

Auf die Jagd wird in fast allen Wäldern der Stiftung im heißen Sommer verzichtet. Denn Störungen durch Jäger, Sportler oder Erholungssuchende verursachen gerade in Zeiten des Nahrungsmangels erheblichen Stress beim Rotwild – nachzulesen im Tagungsband der Deutschen Wildtier Stiftung.

Den Tagungsband zum 11. Rotwildsymposium der Deutschen Wildtier Stiftung könnt Ihr hier bestellen.

Bildquelle: DeWiSt/Thomas Martin




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