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Mittwoch, 13. Mai 2026

Scrollicon
Eine Schlange mit gezackter Rückenzeichnung liegt zusammengerollt im Laub
13. Mai 2026, 11:48    office@wildes-bayern.de

Zoos wollen mehr für heimischen Artenschutz tun


Am letzten Freitag endete die zweitägige Artenschutz-Fachtagung der Stiftung Artenschutz und des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ) im Zoo Schwerin mit rund 50 Teilnehmenden. Die Expertinnen und Experten haben sich angesichts der schwindenden Artenvielfalt in Mitteleuropa darauf geeinigt, ihre Bemühungen um den Schutz einheimischer Arten zu verstärken. Davon berichtet der Zoo Augsburg in einer Pressemitteilung.

Eine Gruppe von circa 50 Menschen steht vor einem Gebäude, über dem "Zoo Schwerin" steht.

Die Teilnehmer an der Artenschutztagung

Artenschutz „vor der eigenen Haustür“ im Fokus

Alarmierend, aber kaum beachtet, ist beispielsweise die Situation des Grasfroschs. In manchen Regionen ist er ähnlich stark zurück gegangen wie die viel beachteten Vogelarten Rebhuhn und Kiebitz. Und wie diese, galt der Grasfrosch als eine „Allerweltsart“, die überall häufig war.

Hauptursache für ihr Verschwinden ist der Verlust von Lebensraum, vor allem geeigneter Laichgewässer. Von Schutzbemühungen zugunsten des Grasfroschs würden auch unzählige andere Arten profitieren, vor allem solche, die auf Gewässer angewiesen sind.

„Nicht umsonst wird gerade die Rote Liste der europäischen Fischarten immer länger“, erklärt Laura Japke, Kuratorin für Artenschutz am Augsburger Zoo. „Das zeigt sehr gut, wie es um den Zustand unserer Süßgewässer steht. Das wollen wir bei der Initiierung neuer Projekte künftig stärker berücksichtigen“.

Auch der neue Direktor des Augsburger Zoos, Dr. Philipp Wagner, sieht Arten wie den Grasfrosch als Schirmart für ganze Ökosysteme. „Solche Maßnahmen wirken sich dann auf andere Arten aus, die wir zukünftig gezielt stärken wollen“, ergänzt er. „Vom Grasfrosch profitiert auch die Kreuzotter, denn der Frosch ist ein wesentlicher Bestandteil im Beutespektrum der Jungschlangen. Und gerade die Kreuzotter macht mir Sorgen, da sie gerade stark abnimmt und durch viele Raster im rechtlichen Artenschutz fällt. Gerade für eine solche Aufgabe müssen sich die Zoos, Natur- und Artenschutzinstitutionen vernetzen“, erklärt Wagner weiter.

Zoos und andere Naturschutzeinrichtungen haben die wichtige Aufgabe, Arten vor dem Aussterben zu bewahren und dem Biodiversitätsverlust etwas entgegenzusetzen. Weltweit ist eine Vielzahl von Tierarten auf Hilfe angewiesen. Um sie zu erhalten, bedarf es internationaler Netzwerke und Bemühungen vieler verschiedener Akteure.

Kriterien für Schutzbedürftigkeit 

Die mittlerweile 12. Tagung der „Arbeitsgruppe (AG) Artenschutz“ fand im Rote Liste Zentrum des Schweriner Zoos statt. Zu den Teilnehmenden zählten Biologinnen und Biologen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Zoos und zoonahen Organisationen.

Im Zuge der Tagung wurden Kriterien zur Identifizierung der Schutzbedürftigkeit und zum Aufbau neuer Projekte für den Schutz nationaler Verantwortungsarten dargelegt. Entscheidend für die Bewertung sind neben dem Gefährdungsgrad der einzelnen Art die weiteren positiven Auswirkungen auf ein Ökosystem sowie die Realisierbarkeit von Schutzbemühungen unter Einbeziehung der Expertise von modernen Zoos.

 

Einen fünfminütigen Bericht über die Fachtagung Artenschutz können Sie hier auf Youtube ansehen

Die vollständige Pressemitteilung des Verbands der Zoologischen Gärten finden Sie hier

Zur Internetseite des Zoos Augsburg gelangen Sie hier

Mehr Informationen über die Stiftung Artenschutz finden Sie hier

Bildquelle: Zoo Schwerin




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