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„Rinder-Virus“? Welche Erkrankungen unsere Wildtiere bedrohen
04. September 2026, 15:15    office@wildes-bayern.de

„Rinder-Virus“? Welche Erkrankungen unsere Wildtiere bedrohen


Dieser Tage ist es in allen Zeitungen: Kühe und andere Nutztiere werden von einem neuen Virus befallen, dem sogenannten Shamonda-Virus. Dass es in der Presse als „Rindervirus“ bezeichnet wird, ist leider nicht ganz zutreffend: Das Virus befällt auch Pferde, Schafe, Ziegen, Alpakas und andere Arten – und es stellt eine Gefahr für unsere Wildtiere dar, wie Gams, Reh- und Rotwild!

(Neue) Wildkrankheiten beschäftigen uns vom Wilden Bayern natürlich immer wieder. Ihre Bedeutung für die Wildtierbestände wird in der Öffentlichkeit kaum kommuniziert und wenn, dann oft nicht tiefgehend genug, damit man sie wirklich einschätzen könnte. Der Umgang der Politik damit ist meist stereotyp und wenig sachdienlich: Seuchenbekämpfung heißt zuerst einmal Bestände reduzieren. Doch das ist höchstens die halbe Wahrheit. Es gibt eine Vielzahl anderer Maßnahmen, die man ergreifen könnte und müsste, über die aber niemand redet.

Wir haben uns deshalb vorgenommen, unseren Lesern reinen Wein einzuschenken und Sie in einer Serie über aktuelle Wildkrankheiten, ihre Ursachen und sinnvolle Bekämpfungsmethoden zu informieren. Damit wir Sie nicht überfordern, werden wir das in wöchentlichem Rhythmus tun. Bitte lesen Sie unsere Blogbeiträge und teilen Sie sie, denn  ein profundes  Wissen ist elementar zur Unterstützung unserer Wildtiere!

Das tropische Shamonda-Virus

Den Berichten zufolge handelt es sich bei Shamonda um einen Verwandten des Schmallenberg-Virus, das in Deutschland seit 2011 auftritt. Eigentlich stammen diese Arten der so genannten Orthobunyaviren aus dem tropischen Bereich Afrikas, Südamerikas und Asiens. Beide Erkrankungen werden durch stechende und saugende Insekten, wie Gnitzen, übertragen. Sie äußern sich in Fieber und wässrigen Durchfall, wovon oft ganze Herden betroffen sind. Sind trächtige Tiere befallen, erleiden ihre Föten Missbildungen, oder es kommt zu Fehlgeburten.

Während es für Tierhalter möglich ist, mit veterinärmedizinischen Hilfsmitteln gegenzusteuern und ihren Tieren zumindest Erleichterung zu verschaffen, so dass es bisher in den Ställen zu keinen Todesfällen kam, sind unsere Wildtiere beim Gang durch die Erkrankung auf sich gestellt. Tritt sie bei harten äußeren Bedingungen auf, können die Individuen leicht daran eingehen. Außerdem muss damit gerechnet werden, dass Nachwuchsjahrgänge ausfallen.

Das Shamonda-Virus tritt bisher in den Varianten SHAV-EU1 und SHAV-EU2 auf. Da die zweite Variante sich von der ersten genetisch erheblich unterscheidet und erst kürzlich zum ersten Mal aufgetreten ist, gibt es noch wenig Wissen darüber, welche Arten sie befällt und wie die Folgen sind.

Einen faktenreichen Hintergrundbericht zum Auftreten des Shamonda-Virus in Deutschland finden Sie hier

Konkrete Fakten und den aktuellen Stand zu Shamonda finden Sie hier auf der Seite des Friedrich Löffler-Instituts

 




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