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Mittwoch, 19. November 2025

Scrollicon
Eine Hirschkuh im Porträt
19. November 2025, 13:40    office@wildes-bayern.de

Rothirsch ist Tier des Jahres 2026


Der Rothirsch ist unser größtes Landsäugetier, das dauerhaft in Deutschland lebt. Bei der Abstimmung über das „Tier des Jahres 2026“, die die Deutsche Wildtier Stiftung durchgeführt hat, hat sich der Hirsch gegen Goldschakal und Hermelin durchgesetzt. Wir sind sehr froh darüber, denn das traurige Schicksal dieser Art, die wir kurz vor einem Ausrottungsprozess sehen, kann momentan nicht genug Aufmerksamkeit bekommen.

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In Deutschland leben etwa 220.000 Rothirsche, verteilt auf rund ein Viertel der Landesfläche. Mehrere Bundesländer, darunter Baden-Württemberg und Bayern, schränken ihren Lebensraum auf kleine, isoliert voneinander liegende Inseln ein. Auch im übrigen Land stellen Straßen, Bahngleise, Solarparks, Siedlungen und andere Infrastruktur bedrohliche Einschränkungen für die eigentlich wandernde Art dar.

Rothirsche sind Tiere der halboffenen Landschaft, fühlen sich also auf Wiesen und Feldern mit einzelnen Baumgruppen und Gehölzen am wohlsten. Doch weil sie dort von Menschen zunehmend bedrängt und bejagt werden, ziehen sie sich meist in den Wald zurück. Dort fressen sie täglich bis zu 20 Kilogramm Pflanzen und gestalten damit ihren unfreiwillig besiedelten Lebensraum um.

Was Konflikte mit der Forstwirtschaft verursacht und den Rothirsch bei Waldbesitzern absolut unbeliebt macht, hat auch positive Effekte: Rothirsche schaffen kleine Lichtungen, auf denen sonnenliebende Kräuter und Gräser wachsen können und Schmetterlinge, Wildbienen und Waldameisen ideale Lebensbedingungen finden.

Das Geweih der männlichen Rothirsche, das jedes Jahr abfällt und neu aufgebaut wird, bietet mineralstoffreiche Nahrung für Eichhörnchen und andere Nagetiere. Außerdem verbreiten Rothirsche Pflanzensamen: Vor allem junge Hirsche unternehmen weite Wanderungen, um neue Lebensräume zu besiedeln. Dabei tragen sie Samen verschiedenster Pflanzen über viele Kilometer im Fell mit sich oder scheiden sie mit ihrem Kot aus.

Die Wanderungen sind elementar notwendig für den genetischen Austausch zwischen den einzelnen Rothirsch-Populationen. Doch sie enden heute häufig an Autobahnen, Bahntrassen, Kanälen – oder den behördlich vorgeschriebenen Grenzen der Artverbreitung. In Baden-Württemberg dürfen Rothirsche zum Beispiel nur 4 Prozent der Landesfläche besiedeln. Auf den übrigen 96 Prozent der Fläche dieses Bundeslandes sind Jäger gesetzlich verpflichtet, bis auf wenige Ausnahmen jeden Rothirsch zu erlegen. In Bayern ist das auf 86 Prozent der Landesfläche der Fall. Und auch in den Rotwildgebieten wird die Art streng bejagt.

„Um dem Rothirsch zu helfen, müssen seine Lebensräume wieder besser miteinander vernetzt werden. Das schaffen wir unter anderem, indem mehr Grünbrücken über Autobahnen gebaut werden und wandernde Tiere grundsätzlich nicht gejagt werden dürfen“, sagt Kinser. Eine wichtige Rolle spielen auch neue Lebensräume: „Zwischen weit auseinanderliegenden Vorkommen müssen sich kleine Populationen etablieren dürfen, die als Trittsteine zur Vernetzung dienen. Nur wenn wir dem Rothirsch wieder mehr Raum geben, kann es gelingen, diese faszinierende Tierart langfristig in Deutschland zu erhalten“, so der Artenschützer.

Hier finden Sie die politischen Botschaften der Deutschen Wildtier Stiftung für den Rothirsch:  www.DeutscheWildtierStiftung.de/Wildtiere/Rothirsch sowie www.Rothirsch.org.

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Mit der Wahl des „Tier des Jahres“ setzt die Deutsche Wildtier Stiftung die langjährige Arbeit der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild fort. Seit 2017 wählen die Spenderinnen und Spender der Stiftung ein Tier des Jahres, auf das in der Öffentlichkeit aufmerksam gemacht werden soll. Sei es aufgrund seiner Gefährdung, der Bedrohung seines Lebensraums oder weil es einen Mensch-Wildtier-Konflikt hervorruft. Bei der Wahl zum Tier des Jahres 2026 konnten neben den Spenderinnen und Spendern zum ersten Mal alle Naturinteressierten im Rahmen einer Online-Wahl ihre Stimme abgeben. Mehr Infos zum Tier des Jahres finden Sie hier

 

Bildquelle: Thomas Martin




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