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Dienstag, 14. Oktober 2025

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Rotwild in der Rhön und darüber hinaus: Experten fordern offene Wanderräume
14. Oktober 2025, 15:40    office@wildes-bayern.de

Rotwild in der Rhön und darüber hinaus: Experten fordern offene Wanderräume


Nicht nur in Hildburghausen in der thüringischen Rhön haben Jagd- und Grundeigentumsvertreter in der vergangenen Woche über die desolate Situation des Rotwildes beratschlagt, sondern auch in Hamburg auf Einladung des CIC mit den Experten Frank Zabel und Prof. Dr. Dr. Sven Herzog. Der Tenor aller fachverständigem Menschen in dieser Angelegenheit ist eindeutig: Räume öffnen, damit das Rotwild wandern kann, um Inzucht und genetischen Niedergang zu stoppen!

Hier können Sie einen Beitrag aus der Pirsch über die CIC-Tagung nachlesen

 

Meldung vom 4. September 2025: Rotwild in der Rhön – Hütchenspiele auf offener Bühne

Unser Rotwild geht vor die Hunde – und Politiker schauen nicht nur zu, sondern sind sich auch nicht zu schade, diese Situation zur persönlichen Profilierung zu nutzen. Da hat der Jagdminister in Münnerstaadt zum großen Fachgespräch über die völlig verfahrene Situation des Rotwilds in der Rhön und in den Haßbergen geladen, und von Nord bis Süd sind die Teilnehmer gelaufen gekommen, aus Jagd, Waldbesitz und Tierschutz – aber leider ohne Fachleute und Sachverständige. Die Jagdpresse ist über das Ergebnis in Jubel ausgebrochen – haben die eine andere Pressemitteilung erhalten als wir oder was ist hier los?

Heraus gekommen ist doch für die Hirsche ein völlig fragwürdiger Tropfen auf dem heißen Stein, fürs Kahlwild noch mehr Druck und für die Wildart möglicherweise ein schwarzer Tag im Kalender: Laut Pressemeldung haben die 45 „Experten“ vor Ort beschlossen, dass man mit den Landräten vor Ort nach Korridoren suchen will, wo Hirsche bis nach der Brunft ziehen dürfen. Wir schlagen – damit die Kernklientel von Jagdminister Aiwanger nicht zu sehr Tränen vergießen muss – am besten die Mittelstreifen von Autobahnen vor. Ansonsten gilt nicht nur weiter Feuer frei – nein, es soll sogar jetzt endlich dafür gesorgt werden, dass das Rotwild außerhalb der politisch gezogenen Rotwildgebietsgrenzen auch ganz sicher ausradiert wird.

Hat eigentlich mal jemand auf die Karten geschaut, die zum Beispiel der BJV früher in seinem Wildtiermonitoring veröffentlicht hatte? (Ein Beispiel für eine solche Karte inklusive kritischer Wertung findet sich auch hierbei der HHG Oberpfalz Nord). Da sieht man nämlich gut, dass das Rotwild immer wieder versucht, die alten artgerechten und tradierten Wanderrouten zu nutzen – meistens entlang von Flussufern. Immer wieder haben Biologen diese Wanderrouten modelliert und kartiert. War das Thema bei dieser Sitzung? Oder hat man komplett übergangen, dass Abschussdruck, dunkle Wälder, Freizeitnutzung, der Wolf, jagdliche Interessen und eine Menge anderer Faktoren das Wild ganz woanders hin drücken als unsere Behördenvertreter sich das in ihren Schreibstuben so ausmalen bzw. vor über einem halben Jahrhundert ausgemalt haben?

Nicht zu vergessen, sind die Fälle, in denen ehemalige, alte und natürliche Rotwild-Einstandsgebiete, meist als Reaktion auf das Krakelen von einigen Lobbyisten und Naturfeinden, mit einem behördlichen Federstrich zu Rotwildfreien Zonen erklärt wurden: Ob im südlichen Spessart, in der schwäbischen Kürnach oder im oberbayrischen Inntal. Und auch nicht zu vergessen, sind die ehemaligen Rotwild-Gebiete, die nach dem Fall der Mauer wieder für das Wild erreichbar waren.

Aber gut, wer sich so eifrig nach der Seife von Forst- und Waldbesitzer-Lobby bückt, kann nicht auch noch Fachinformationen im Kopf behalten. Wer das Motto „rotwildfrei“ nicht nur bestehen lässt, sondern jetzt auch noch verschärft vollziehen lassen will, gibt nicht nur unserem Wild einen Todesstoß, sondern auch zu erkennen, dass er von der Materie keine Ahnung hat und auch nicht gewillt ist, sich nur eine Minute damit zu beschäftigen.

Dass diese Entscheidung auch noch den Beifall der zum Termin herbeigeeilten Vertreterin des Tierschutzes im Obersten Jagdbeirat findet, bleibt genauso unverständlich, wie die Jubelmeldungen der Jäger und der Medien („Rettung fürs Rotwild in Bayern“). Ließen die sich vielleicht einfach alle von den flinken Bewegungen beim ministeriellen Hütchenspiel täuschen?

CM

Die Pressemitteilung zum Termin aus dem Jagdministerium findet Ihr hier

Den Jubelbeitrag aus der Pirsch findet Ihr hier

 




Herbert Richly schrieb:


Es wäre halt schön, wenn sich die Politik auch wissenschaftliche Erkenntnisse bei ihrem Handeln als Grundlage zu Herzen nehmen würde

Antworten
Joachim Orbach schrieb:


Da kann ich Ihnen nur zustimmen.

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