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Freitag, 08. Mai 2026

Scrollicon
Auf einer Wiese liegt der kadaver eines Tieres, man sieht das Gerippe
08. Mai 2026, 10:03    office@wildes-bayern.de

Lassen die BaySf in München eingesperrtes Wild vorsätzlich verhungern? UPDATE


Das Todesdrama der Wildschweine im Forstenrieder Park hat inzwischen einige Medien auf den Plan gerufen. Im Zuge ihrer Recherchen haben die Journalisten und Redakteure natürlich auch den Forstbetrieb zu den Vorgängen befragt, und anders als wir, die wir ebenfalls eine Anfrage an Betriebsleiter Emil Hudler sowie an den Jagd-Chef der BaySf geschickt hatten, haben sie bereits Antworten bekommen.

Vielleicht haben wir die nicht gekriegt, weil man schon ahnte, dass von uns direkt Widerspruch käme? Denn die Aussagen des Betriebsleiters decken sich in vielen Punkten ganz und gar nicht mit unserem Kenntnisstand. Hier nur einige Beispiele:

  • Laut der Jagdbuchhaltung des Forstbetriebs seien sechs Stück Schwarzwild eingegangen, so Hudler in der Zeitschrift „Pirsch“. Die gefundenen Kadaver seien alle ans Veterinäramt gegangen. Den Informationen von Wildes Bayern zufolge wurden aber allein auf einem sehr geringen Bruchteil der Parkfläche schon Kadaver im deutlich zweistelligen Bereich gefunden. Die muss man also offenbar noch zu den eingesandten hinzuzählen, denn die waren ja schon weg. Damit liegt die Zahl der gesamten Totfunde also nicht nur über dem Kenntnisstand des Betriebsleiters, sondern erhöht sich durch die internen Funde weiter.
  • „Der überwiegende Teil des Fallwildes waren zudem sehr alte Wildscheine, die von Natur aus geschwächter sind und ab und an auch an einem Parasitenbefall eingehen können“, so Hudler in der Pirsch. Auch hier liegen uns anhand der Gebissanalysen andere Ergebnisse vor: Die Kadaver stammten durchaus auch von jüngeren Stücken, nicht nur von alten oder gar sehr alten.
  • Stichwort Parasitenbefall, der offenbar bei den untersuchten Wildschweinen vorlag: Auch dieser kann die Folge von Hunger sein – das dürfte im wildbiologisch versierten Umfeld von Herrn Hudler bekannt sein.  Ob und wie ein intensiver Parasitenbefall auch an den gefundenen Skeletten nachgewiesen werden konnte, würde uns schon aus rein fachlicher Sicht sehr interessieren.
  • Einen angeblichen Zufütter-Stopp gibt es laut dem Bericht in der PIRSCH nicht. Hudler wird dort zitiert wie folgt: „Ganz im Gegenteil haben wir ausreichende Futtervorräte, die unser Berufsjäger bei Bedarf und zur Zufütterung jederzeit einsetzen kann.“ Eine Aussage, die Bände spricht, denn warum konnte der Betriebsleiter nicht klar sagen, dass der Berufsjäger auf diese Futtervorräte auch zugegriffen HAT, und in welcher Menge und Regelmäßigkeit?

Uns ist bekannt, dass der zuständige Berufsjäger auch früher schon mit Beschwerden bezüglich seiner Fütterungspraxis zu tun hatte. Auch deshalb haben wir uns, wie angekündigt, an die Überwachungsbehörde, das Veterinäramt, gewandt. Wir möchten nach wie vor zum Beispiel wissen, ob für den Betrieb des Wildparks Forstenrieder Park eine Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz vorliegt, ob die erforderliche Sachkunde des verantwortlichen Betreibers überprüft und anerkannt wurde, und wann die letzte veterinärbehördliche Kontrolle des Wildparks stattgefunden hat.

Wir haben die zuständige Veterinärbehörde insgesamt gebeten zu prüfen, ob der dokumentierte schlechte Allgemeinzustand des im Wildpark gehaltenen Wildes auf Verstöße gegen § 2 Tierschutzgesetz zurückzuführen sein könnte. Über die Ergebnisse halten wir Sie auf dem Laufenden!

 

Die Berichterstattung in der „Pirsch“ finden Sie hier

Eine Berichterstattung des Merkurs finden Sie hier

 

 

Meldung vom 28. April 2026

Was ist los im Forstenrieder Park? Aus dem Wildpark, einem historischen Erbe der Wittelsbacher und hoch beliebten Münchner Naherholungsgebiet, zu dessen Hauptattraktionspunkten die Wildtiere gehören, erreichen uns Horrorfotos von verhungernden oder toten Wildschweinen. Offenbar hat der Betrieb München der Bayerischen Staatsforsten (BaySf), der für der rund 2.000 Hektar großen Park und seine Tiere verantwortlich ist, vor lauter Windkraftplänen das Füttern vergessen.

Beobachter berichten uns, dass immer weniger Schwarzwild zu sehen ist, dass nur noch kleine Rotten durch den Park streifen, denen der diesjährige Jahrgang an Frischlingen komplett fehlt. Die Situation ist alarmierend!

Laut einer schon etwas älteren Studie, die im Auftrag des bayerischen Forstministeriums durchgeführt wurde, wurde als naturschutz- und gesellschaftspolitische Zielsetzung des Wildparks Forstenrieder Park unter anderem sichtbares Schalenwild und seine Erlebbarkeit als Teil der Erholungswirkung als Ziel des Wildparks benannt.

Dafür muss das Wild gefüttert werden, denn der „Park“ ist eigentlich ein Gatter mit festem Zaun, aus dem Tiere nicht entkommen können. Kommt es hier zu saisonalen Schwankungen bei der Nahrungsverfügbarkeit, sind die Wildtiere auf menschliche Unterstützung angewiesen. Funktioniert diese nicht, gehen die Tiere an Hunger grausam ein – direkt vor den Toren der superreichen bayerischen Hauptstadt.

Dass die von Spaziergängern gefundenen Kadaver  immer schon angefressen waren, deutet darauf hin, dass die Sauen sich in ihrem Hunger sogar über die toten Artgenossen hermachen.

Man möchte allerdings meinen, dass ein Forstbetriebsleiter, dessen Ehefrau Dozentin im Bereich Wildtierbiologie an einer Münchner Forstfakultät ist und sich zudem mit der Ernährungsphysiologie von Wildtieren beschäftigt, eine ungefähre Vorstellung davon hätte, dass sich ein Wildschwein nicht von Zukunftswald und Wind(energie) allein ernähren kann.

Spaziergänger treffen bereits jetzt statt auf „tagaktives“ Wild – wie früher häufig – auf schwache, verhungernde oder bereits verendete Wildschweine. Die Fütterung als Grundbedingung dafür, hier eingezäunt Tiere zu halten, war immer selbstverständlich – doch genau diese Fütterung ist offenbar vernachlässigt oder ganz eingestellt worden.

Wie rechtfertigt der Forstbetrieb München dieses Tierleid? Wildes Bayern hat umgehend eine Anfrage an die Bayerischen Staatsforsten geschickt und bittet die zuständige Kreisveterinärbehörde, sich die Haltungsbedingungen im Wildgatter genau anzuschauen.

Unsere Pressemitteilung vom 29. April zu diesem Thema finden Sie hier

Auf einer offenen Grasfläche im Wald stehen einige mager aussehende Wildschweine und fressen.

Abgemagerte Sauen im Forstenrieder Park

Bildquelle: privat




Waidmann. schrieb:


Ein Bericht für die Bildzeitung.

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