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Donnerstag, 20. November 2025

Scrollicon
Ein Eichhörnchen sitzt auf einem dicken Baumast
20. November 2025, 13:21    office@wildes-bayern.de

München: Wildes Bayern stoppt Baumfällungen UPDATE


Wildes Bayern kann sich nicht nur über den großen Erfolg für den Erhalt der Bäume in der Lindenschmitstraße, sondern auch für den Baumschutz im Allgemeinen freuen. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) hat nämlich am 13. November seine frühere Entscheidung bekräftigt und mit Argumenten untermauert. Demnach hat die Klage von Wildes Bayern geholfen, einen echten Meilenstein in Sachen Baumschutz in Städten zu schaffen.

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UPDATE 20.11.25: Hier eine Pressemitteilung der Stadtratsfraktion München-Liste
die sich am 18.11. „begeistert“ von dem „Präzedenzfall und dreifachen Durchbruch“ 
der Klage von Wildes Bayern äußert.
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Diese neue Entscheidung läutet einen Paradigmenwechsel zu mehr Baumschutz beim Baurecht ein. Denn der VGH hat klargestellt, dass die Anspruchsvoraussetzungen der Baugenehmigung auch bei der Fällgenehmigung vollumfänglich zu prüfen sind. Das heißt: Sollen Bäume gefällt werden, muss auch nachgewiesen werden, dass die Baugenehmigung überhaupt rechtens ist. Anerkannte Umweltschutzvereinigungen wie Wildes Bayern können das gerichtlich prüfen lassen. „Damit gibt der VGH anerkannten Umweltschutzvereinigung die Möglichkeit, vor dem Verwaltungsgericht über das Mittel des Baumschutzrechts eine vollständige Überprüfung der Rechtmäßigkeit einer Baugenehmigung zu erreichen“, schreibt uns die beauftragte Rechtsanwaltskanzlei Schönefelder Ziegler.

Statt sich, wie sonst durchaus üblich, auf eine „vorläufige Rechtsauffassung“ oder eine „lediglich summarische Prüfung im Eilverfahren“ zurückzuziehen, findet der Senat durchaus deutliche Worte zum vorliegenden Fall in der Lindenschmitstraße. Er sieht das Bauvorhaben (Townhouses im Hinterhof) eher als nicht genehmigungsfähig an, weil es  sich nicht  in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt. Bis zum Hauptsacheverfahren vor dem Verwaltungsgericht München ist eine Bebauung der rückwärtigen Grundstücksfläche mit einem Wohngebäude demzufolge erst einmal nicht möglich.

Weiter heißt es in dem Schreiben: „Die Entscheidung des Senats ist unanfechtbar und hat zur Folge, dass von der Baugenehmigung bis zu einer Entscheidung in der Hauptsacheklage kein Gebrauch gemacht werden darf, insbesondere also auch die Bäume nicht gefällt werden dürfen.“

„Für uns trägt diese Entscheidung der Tatsache Rechnung, wie wichtig Bäume, gerade alte Bäume, in der Stadt sind“, kommentiert Wildes Bayern-Vorsitzende Dr. Christine Miller. „Sie sind elementare Ersatzlebensräume für immer mehr Wildtiere, die aus dem teils lebensunfreundlichen Umland Rückzug in die Siedlungen nehmen. Sie sind aber auch für die Menschen unersetzbar, als Schattenspender, Luftverbesserer, Klimapuffer und mehr. Der VGH hat das erkannt und den Umweltverbänden entsprechende Möglichkeiten gegeben, diese elementare Rolle der Bäume auch zu verteidigen.“

Den vollständigen Gerichtsbeschluss finden Sie hier

Einen Beitrag in der Süddeutschen Zeitung über den „erstaunlichen Gerichtserfolg“ von Wildes Bayern finden Sie hier

Die Pressemeldungen und weitere Infos der Rechtsanwaltskanzlei Schönefelder Ziegler finden Sie hier

 

Meldung vom 18. November 2025

Warum lohnt es sich, für Bäume in der Stadt zu kämpfen? Eine Antwort liefert jetzt eine neue Studie aus der Schweiz. Sie zeigt: Vögel können in helfen, invasive Insekten in der Stadt zurückzudrängen – tun das aber umso intensiver, je mehr einheimische Bäume vorhanden sind. Dr. Marco Basile von der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL hat die Untersuchung in Basel, Lugano und Zürich durchgeführt.

Basile und seine Mitautoren fanden bei ihren Untersuchungen eine höhere Vielfalt an insektenfressenden Vögeln in Gebieten mit höherer Baumkronenbedeckung. Dort wurden auch mehr Angriffe auf die künstlichen Raupen gezählt, die die Forscher ausgebracht hatten, um die Attacken von Vögeln überhaupt feststellen und zuordnen zu können. Dies traf aber nur zu, wenn der Anteil an einheimischen Bäumen hoch war, also Ahorn, Linde oder Schwarz-Erle. Bei der Jagd auf die Kastanienminiermotte spielte weniger die Baumbedeckung als die Raupendichte eine Rolle, um insektenfressende Vögel anzulocken.

Besonders spannend fand Basile das Ergebnis, ab welchem Schwellenwert von Baumbedeckung genug Vögel da sind, damit sie als Schädlingsbekämpfer wirksam sind: nämlich ab 30 Prozent – das ist genau der Wert, der sich ohnehin schon als Ziel in der Stadtentwicklung etabliert hat. Dabei geht es um das menschliche Wohlbefinden und den Hitzeschutz.

Den Bericht über die Studie findet Ihr hier

Die Studie in englischer Sprache könnt Ihr hier nachlesen

 

Meldung vom 8. Oktober 2025

In München-Sendling soll ein grüner Innenhof mit fünf alten Bäumen mit drei „Townhouses“ bebaut werden. Weil die alten Bäume besonders elementare Lebensräume für Vögel, Fledermäuse sowie zahlreiche Insekten darstellen, hat Wildes Bayern Klage erstattet und vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof einen Etappen-Sieg errungen: Die bisher gültige Baugenehmigung ist vorläufig ausgesetzt.

Damit konnten die Bäume, darunter eine sehr schöne alte Linde, nicht, wie ursprünglich geplant, am 1. Oktober gefällt werden. Wie meist in solchen Fällen, wurde zuvor erklärt, die Bäume seien morsch und krank. Dem widersprachen allerdings andere Baumsachverständige.

Wildes Bayern ging es bei der Klage nicht um grundsätzliches Verhindern von sinnvollen Baumaßnahmen, sondern um das rücksichtslose Schürfen von Beton-Gold in einer Stadt, wo ein Wohnhaus ein Millionenwert ist. Aber Wildtiere leben auch in der Stadt, und jeder ersatzlos gefällte alte Baum ist ein nicht mehr gut zu machender Lebensraumverlust.

Den Artikel der Süddeutschen Zeitung zum Gerichtsbeschluss zugunsten Wildes Bayern findet Ihr hier

Einen kurzen TV-Bericht zu der geplanten Baumfällung könnt Ihr hier ansehen

Weiterführende Infos, hier ein Factsheet zum Thema „Nachverdichtung“ aus der Reihe „Grüne Stadt“, findet Ihr hier

Informative Erklärvideos zu Themen rund ums Stadtklima findet Ihr hier

 

 

Bildquelle: GeorgeB2/pixabay.de




Christine Miller schrieb:


Ein sehr lesenswerter Blogbeitrag von der Bürgerversammlung! Man sieht, dass es eben solche (öffentlich geförderte) und solche (nicht geförderten) Vereine gibt. Aber wir sind lieber unbequem und erfolgreich als eingehegt und satt ;-))

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