Klimawandel, Hochwasser, Dürren – Extremwetterereignisse erfordern von uns ein Umdenken, und zwar in Richtung Puffer! Das hat auch die Marktgemeinde Flachslanden zu spüren bekommen, die 2016 ein Hochwasser erlebte, das im Landkreis Millionenschäden hinterließ. Wie ein Bericht in der neuen ANLiegen Natur darstellt, hat Flachslanden daraufhin ein Gewässer-Entwicklungs- und ein integrales Hochwasserschutzkonzept entwickeln lassen.
Aber statt kostspieligen Schutzdämmen hat sich die Gemeinde zuerst mal für schnelle, einfach anzulegende Rückhaltemaßnahmen entschieden: Kleingewässer oder „Himmelsteiche“, wie sie in Niedersachsen heißen (s. Meldung unten).
Nun hat Flachslanden den Vorteil, das es im Naturpark Frankenhöhe liegt, und dass dort für den Laubfrosch ohnehin bereits solche Teiche als Naturschutzmaßnahmen vorgesehen sind. Diese Erfahrungen und Strukturen konnte die Gemeinde jetzt nutzen. „Ein neues Projekt mit dem Titel „Sicherheitsnetz für den Laubfrosch“ wurde gestartet“, berichtet ANLiegen Natur. „Es soll eine Wiederbesiedlung des gesamten Naturparks durch den Laubfrosch ermöglichen. Dabei sollen Vorkommen entstehen, die groß genug und so gut vernetzt sind, dass die Metapopulation langfristig überleben kann – ein Ziel, das auch dem Hochwasserschutz und dem Wasserrückhalt dient.“
Der Zwischenstand kann sich sehen lassen: Bis Anfang 2025 sind im „Laubfroschprojekt“ etwa 650 Kleingewässer neu angelegt oder optimiert worden.
Zusammen mit parallel umgesetzten Maßnahmen von Firmen, Verbänden und Projekten stehen im Gemeindegebiet von Flachslanden insgesamt rund 1.500 Klein(st)gewässer in einer Größe zwischen einem und rund 500 qm rein für Naturschutz und Landschaftswasserhaushalt zur Verfügung. Das bisher erreichte Rückhaltevolumen beträgt mehr als 10.000 m³.
Wie das Projekt genau ausgestaltet ist, könnt Ihr hier im vollständigen Beitrag nachlesen.
Meldung vom 15. Juli 2025
Der Landkreis Northeim in Niedersachsen geht mit einem tollen Beispiel voran: Das Landratsamt fördert so genannte Himmelsteiche. Das sind kleine Stillgewässer, die ausschließlich durch Regen- und Schmelzwasser gespeist werden – daher auch der Name. Sie stehen in keinem Zusammenhang mit Bächen, Flüssen oder dem Grundwasser und gelten daher rechtlich nicht als Gewässer im Sinne des Wasserhaushaltsgesetzes.
Ziel der Aktion ist es, Lebensräume für Wildtiere zu schaffen und ihnen – gerade in zunehmend trockenen Jahren – eine wichtige Wasserquelle bereitzustellen.

Mehlschwalben sammeln Lehm am Himmelsteich bei Deitersen
Auf unsere Anfrage teilte uns die Behörde mit mit: „Der Landkreis Northeim kann die Anlage solcher Teiche als Maßnahme zur Aufwertung von Natur und Landschaft über sogenannte Ersatzgelder fördern. Die Höhe der Förderung ist unterschiedlich und kann bis zu 100 Prozent betragen.“ Konkret übernimmt das Landratsamt alle Kosten für die Anlage dieser Teiche.
Wir haben mit einem Anwohner gesprochen, der zwei „Himmelsteiche“ anlegen ließ und berichtet, dass sich dort täglich zig Vögel tummeln.
Diesem Beispiel sollten alle Landräte folgen!
Einen Zeitungsbericht über die Himmelsteiche im Landkreis Northeim findet Ihr hier

Schafstelze am Himmelsteich
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