Blogpost
Donnerstag, 17. Juli 2025

Scrollicon
Hinweistafel an Himmelsteich bei Einbek
17. Juli 2025, 09:54    office@wildes-bayern.de

UPDATE Vorbildlich! Förderung von „Himmelsteichen“


Klimawandel, Hochwasser, Dürren – Extremwetterereignisse erfordern von uns ein Umdenken, und zwar in Richtung Puffer! Das hat auch die Marktgemeinde Flachslanden zu spüren bekommen, die 2016 ein Hochwasser erlebte, das im Landkreis Millionenschäden hinterließ. Wie ein Bericht in der neuen ANLiegen Natur darstellt, hat Flachslanden daraufhin ein Gewässer-Entwicklungs- und ein integrales Hochwasserschutzkonzept entwickeln lassen.

Aber statt kostspieligen Schutzdämmen hat sich die Gemeinde zuerst mal für schnelle, einfach anzulegende Rückhaltemaßnahmen entschieden: Kleingewässer oder „Himmelsteiche“, wie sie in Niedersachsen heißen (s. Meldung unten).

Nun hat Flachslanden den Vorteil, das es im Naturpark Frankenhöhe liegt, und dass dort für den Laubfrosch ohnehin bereits solche Teiche als Naturschutzmaßnahmen vorgesehen sind. Diese Erfahrungen und Strukturen konnte die Gemeinde jetzt nutzen. „Ein neues Projekt mit dem Titel „Sicherheitsnetz für den Laubfrosch“ wurde gestartet“, berichtet ANLiegen Natur. „Es soll eine Wiederbesiedlung des gesamten Naturparks durch den Laubfrosch ermöglichen. Dabei sollen Vorkommen entstehen, die groß genug und so gut vernetzt sind, dass die Metapopulation langfristig überleben kann – ein Ziel, das auch dem Hochwasserschutz und dem Wasserrückhalt dient.“

Der Zwischenstand kann sich sehen lassen: Bis Anfang 2025 sind im „Laubfroschprojekt“ etwa 650 Kleingewässer neu angelegt oder optimiert worden.
Zusammen mit parallel umgesetzten Maßnahmen von Firmen, Verbänden und Projekten stehen im Gemeindegebiet von Flachslanden insgesamt rund 1.500 Klein(st)gewässer in einer Größe zwischen einem und rund 500 qm rein für Naturschutz und Landschaftswasserhaushalt zur Verfügung. Das bisher erreichte Rückhaltevolumen beträgt mehr als 10.000 m³.

Wie das Projekt genau ausgestaltet ist, könnt Ihr hier im vollständigen Beitrag nachlesen.

 

Meldung vom 15. Juli 2025

Der Landkreis Northeim in Niedersachsen geht mit einem tollen Beispiel voran: Das Landratsamt fördert so genannte Himmelsteiche. Das sind kleine Stillgewässer, die ausschließlich durch Regen- und Schmelzwasser gespeist werden – daher auch der Name. Sie stehen in keinem Zusammenhang mit Bächen, Flüssen oder dem Grundwasser und gelten daher rechtlich nicht als Gewässer im Sinne des Wasserhaushaltsgesetzes.

Ziel der Aktion ist es, Lebensräume für Wildtiere zu schaffen und ihnen – gerade in zunehmend trockenen Jahren – eine wichtige Wasserquelle bereitzustellen.

Mehlschwalben sammeln Lehm an einem Gewässerrand

Mehlschwalben sammeln Lehm am Himmelsteich bei Deitersen

Auf unsere Anfrage teilte uns die Behörde mit mit: „Der Landkreis Northeim kann die Anlage solcher Teiche als Maßnahme zur Aufwertung von Natur und Landschaft über sogenannte Ersatzgelder fördern. Die Höhe der Förderung ist unterschiedlich und kann bis zu 100 Prozent betragen.“ Konkret übernimmt das Landratsamt alle Kosten für die Anlage dieser Teiche.

Wir haben mit einem Anwohner gesprochen, der zwei „Himmelsteiche“ anlegen ließ und berichtet, dass sich dort täglich zig Vögel tummeln.

Diesem Beispiel sollten alle Landräte folgen!

Einen Zeitungsbericht über die Himmelsteiche im Landkreis Northeim findet Ihr hier

Schafstelze an einem Gewässerrand

Schafstelze am Himmelsteich

 

Bildquelle: Thomas Fuchs




Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.






Weitere Beiträge zu diesem und verwandten Themen finden Sie hier:

Katastrophe am Gewässergrund: Massensterben von Muscheln

Konflikte kreativ lösen: Die Biber-Praxisfibel

Internationales Jahr für Beweidung und Hirtentum

Eichhörnchen – Daten sammeln und helfen!

Kreuzottern – jetzt gut darauf achtgeben!

Online-Seminar zu ökologischem Verhalten

Ohne Wildschweine weniger Artenvielfalt UPDATE

Kitzrettung – Bund fördert jetzt wieder Drohnenkauf

Über unser Verhältnis zu Behörden….

Jetzt anmelden: Tagung Jagd & Artenschutz

„Slow“ Peak Festival Wallberg – viel erreicht, aber mehr ist nötig

Eiskalte Tötung eines geretteten Rehs?

Neue Naturschutz-Vorträge der ANL

UPDATE Windkraft Öttinger Forst: Vortrag von Christine Miller

Podcast der Boku zu Wildtieren und Energiewende

Mit eDNA seltene Fische in der Donau aufgespürt

Dank an wildtierfreundliche Landwirte für Kitzrettung

Mehr Licht in der Nacht – weniger Vogelnachwuchs UPDATE

17. Januar Amphibienschutztagung

Photovoltaik – die ungenutzte Chance für die Biodiversität – UPDATE

Save the date: Internationale Igelkonferenz in Kopenhagen

Stumme Gewässer: Wie der Klimawandel den „Herzschlag“ der Seen stoppt

München: Wildes Bayern stoppt Baumfällungen UPDATE

HEUTE Wildkatzen-Webinar der Wildtier Stiftung

Ausstellung in München: Invasive Arten

Otter – Helfer statt Schädling * SÜSSES VIDEO

Rapsfelder – nur in Maßen gut für die Natur

Neugierige Vögel könnten im Wandel besser bestehen

Wildtierschutz-Interview: gegen den Strich oder auf den Punkt?

Kröten im Garten ein Zuhause bieten – auch im Winter






Aktuelle Informationen



Eichhörnchen in der Stadt - besser oder schlechter dran? Zwischen Parkbank und Baumkrone entscheidet sich ein von uns fast unbemerkter Wettkampf ums Überleben: Mitten in unseren Städten passen sich…

Freitag, 17. April 2026
Jetzt lesen
"Die Faust im Nacken" der Jagdgenossen "Die Faust im Nacken" - so hieß ein alter Film mit dem jungen Marlon Brando, der als Rebell gegen die…

Freitag, 17. April 2026
Jetzt lesen
Naturinteressierte Wanderer gesucht in der Rhön Die Regierung von Unterfranken sucht Naturinteressierte in der Rhön für die Suche nach dem seltenen Schwarzen Apollo, einer Tagfalterart. Der…

Donnerstag, 16. April 2026
Jetzt lesen

Mitglied werden