Ob eine Tierart in einem Fluss vorkommt oder nicht, hat man bisher erst gewusst, wenn man ein Exemplar gefunden oder gefangen hatte. In Zeiten, in denen viele Arten aber immer seltener werden, ist das ganz schön mühselig, und die Aussagekraft schwindet – plus, man schadet genau jenem seltenen Tier oder es stirbt sogar bei der Entnahme.
Jetzt gibt es zum Glück ergänzend das neue Verfahren der „eDNA“, das um ein vielfaches effektiver und komplett schonend verläuft. Bei dieser Methode werden Gewässerproben auf DNA-Spuren verschiedener Tierarten durchsucht. Denn wenn ein Tier dort lebt, hinterlässt es über Schuppen, Exkremente und vieles andere permanent genetische Fährten. Die können im Labor nachgewiesen werden. So hat das Bayerische Landesamt für Umwelt vor kurzem zum Beispiel nachweisen können, dass die überaus seltenen Arten Kleiner Streber, Schrätzer, Zingel und Huchen nach Wiederaussetzung in der Donau noch vorkommen.
Nachdem die Donau an verschiedenen Stellen renaturiert wurde, wurden nahezu verschwundene Fischarten gezüchtet und in der Donau freigelassen, darunter 45.000 kleine Zingel. Der BR berichtet darüber: „Bei einem ersten Versuch hat die Fischerei-Fachberatung des Bezirks befruchtete Eier in einer Kiste mit Löchern auf einer Kiesbank deponiert. Die Larven schlüpfen mit einem Dottersack am Bauch, sodass sie nicht durch die Löcher passen. Geschützt in der Kiste können sie sich an die Wasserchemie und Wassertemperatur ihrer neuen Heimat gewöhnen. Sobald der Dottersack-Proviant aufgebraucht ist, schwimmen sie durch die Löcher in die Freiheit.“
Auch junge Huchen wurden neu angesiedelt, indem die Fischerei-Fachberater Laichnester in den Kies gegraben und sie mit Eiern bestückt haben. Die Hoffnung war, dass sich die Jungen geschützt vor Fressfeinden zwischen den Kieselsteinen entwickeln. Ob und wie vielen das gelungen ist, ist nicht sicher, denn der Huchen braucht eigentlich kaltes, klares Wasser, das in der Donau im Sommer kaum mehr zu finden ist. Trotzdem – der genetische Nachweis verrät, dass Huchen da sind.
Wo genau sie stecken, diese Information bleibt den DNA-Detektiven allerdings verborgen. Wer eine Spur einer Art findet, weiß nur, dass sie irgendwo flussaufwärts leben muss. Auch die Frage, wieviele Exemplare es sind, bleibt beim eDNA-Nachweis offen.
Wer Lust hat, sich mehr über die eDNA zu informieren, kann das in einem Podcast tun, den Sie hier finden.
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