Anlässlich einer neuen Studie hat das Umweltbundesamt darauf aufmerksam gemacht, dass Rattengift längst nicht nur Ratten tötet. Der Wirkstoff, der die Blutgerinnung hemmt und letztlich zum Tod durch innere Blutungen führt, wurde auch in zahlreichen anderen Organismen am und im Wasser nachgewiesen: Rotkehlchen, Spitzmäuse, Rotmilane, Füchse, wildlebende Fische aus Donau, Rhein, Mosel und Elbe, aber auch Fischotter, Kormorane und Gänsesäger. Der Grund liegt darin, dass am Wasser oder in der Kanalisation ausgebrachte Köder sich im Wasser lösen und so das Gift freisetzen.
Aktuell werden die Zulassungen der so genannten Rodentizide (Nagergift) EU-weit überprüft und dabei schon einige Schrauben angezogen (die Köder sollen künftig in absolut wasserdichten Stationen ausgebracht werden). Das UBA mahnt aber dringend an, das Rattenmanagement speziell in Städten müsse nachhaltiger werden. Das sehen wir genauso. Unsere Devise lautet: Müll vermeiden statt Ratten killen!
Die Wanderratte oder Braune Ratte stammt aus Nord-China und war früher ein Bewohner von Wäldern und Buschland – heute ist sie fast nur noch im Umfeld von Menschen, besonders in Städten vorkommend. Sie kann eine Fülle verschiedener Lebensräume nutzen, wobei sie eine Vorliebe für feuchte und wassernahe Habitate zeigt. Da sie auch in ihrer Ernährung nicht wählerisch ist, kann sie vor allem in städtischen Kanalsystemen, Lagerräumen, Mülldeponien und Tierhaltungen optimale Lebensbedingungen vorfinden. Typisch für eine soziale Tierart entwickeln sich innerhalb eines Rudels Traditionen für bestimmte Verhaltensweisen und die Art und Weise, wie sie ihren Lebensraum nutzen. Wanderratten schwimmen und tauchen gut, sind aber weniger geschickte Kletterer wie die früher häufiger vorkommenden Hausratten, die vor allem in Getreidespeichern und Dachstühlen leben.
Wanderratten in Städten profitieren von vielfältigen Nahrungsangeboten, unter anderem wegen mangelhafter Abfallwirtschaft und altem Kanalisationssystem. Grundsätzlich ist das Nahrungsangebot (Abfall) der wichtigste Faktor für ihr Vorkommen. Eindeutig positiv wirken außerdem:
Hier bieten sich vielfältige Möglichkeiten, Ratten einzudämmen, indem man ihnen die Nahrungsgrundlage und den Rückzugsraum entzieht. Gift sollte eigentlich am besten NIE eingesetzt werden, in jedem Fall aber nur als allerletzte Lösung.
Mehr Infos zu der Studie und der Kampagne des Umweltbundesamts findet Ihr hier
Bildquelle: Ivabalk/Pixabay
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