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Die Geheimsprache der Fischotter
18. Dezember 2025, 17:30    office@wildes-bayern.de

Die Geheimsprache der Fischotter


Hundehaufen, Vogeldreck – von tierischem Kot halten wir uns am liebsten fern. Aber viele Biologen feiern ihn! Den Kot einer seltenen Art zu finden, bedeutet nämlich zuvorderst den Beweis, dass sie da ist. Bei vielen Arten ist das sonst nicht so einfach festzustellen, zum Beispiel beim Fischotter.

Die Schweizer Organisation InfoFauna hat aufgeschlüsselt, was Fischotterkot darüber hinaus so alles verraten kann, und das ist überaus spannend. Denn der Kot markiert nicht nur das Territorium, sondern verrät den Adressaten auch jede Menge Details über die Anwesenheit neuer Nachbarn, den Jagderfolg und das Beutespektrum, natürlich abgesehen von Einzelheiten zum Fortpflanzungs- oder Gesundheitsstatus.

Und dann sagt der Kot auch noch aus, ob der Fischotter überhaupt kommunizieren will – denn falls er lieber „unter dem Radar“ bleiben will, entlässt er seinen Kot direkt ins Wasser und platziert ihn gar nicht erst prominent am Ufer. Tut er das doch, hat er was zu sagen und dafür ungefähr die Wahl zwischen unauffälligen Notizzetteln und mannsgroßen Plakaten an Litfaßsäulen. Das wären dann zum Beispiel große Steine, Wurzeln oder Sandbänke. Sowie die Bankette unter Brücken, denn dort ist die Botschaft witterungsgeschützt und bleibt besonders lange erhalten.

Dank ihrer raschen Verdauung können Fischotter viele Markierungen pro Nacht absetzen oder erneuern. Doch selbst wenn der Darm leer ist, können sie weiterhin Botschaften teilen. Anstelle von Kot sondern sie dafür ein Darm-Sekret ab, den sogenannten «Fischotter-Gelee». Oder sie «updaten» ihre bestehende Markierung, indem sie darüber urinieren und das Ganze damit auffrischen.

Biologen, die herausfinden wollen, ob Fischotter in der Gegend unterwegs sind, suchen vor allem die Bankette unter Flussbrücken nach der Losung ab. Die werden von den kleinen Fischfressern sehr gerne als Passagen genutzt und markiert. Der Kot kommt dann zur Untersuchung ins Labor. Da können nicht nur die Nahrungsbestandteile analysiert werden, sondern auch der Hormonstatus und mehr. Vor allem können dank genetischer Untersuchungen einzelne Individuen erfasst werden. In der Schweiz ist auf dieses Weise zum Beispiel aufgefallen, dass ein bestimmtes weibliches Tier schon seit 2019 regelmäßig nachgewiesen wurde. Mit ihren mindestens sechs Jahren ist sie damit bereits deutlich älter geworden als die meisten ihrer Artgenossen.

Die original Meldung von infofauna.ch finden Sie hier

 




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