Wie berichtet, konnte unser Mitarbeiter Ulas für Wildes Bayern am Zukunfsforum Alpen teilnehmen. Wichtigstes Thema dort war Wasser. Inzwischen haben wir einige der Unterlagen von der Tagung erhalten und können sie an Euch weitergeben.
Eine sehr interessante Studie von Klaus Lanz im Auftrag des Schweizer Bundesamts für Umwelt befasste sich zum Beispiel mit den möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf die gesamten Wasserkreisläufe in der Schweiz, die als Alpenland besonders betroffen ist.
Hier ein Zitat aus der Zusammenfassung:
„Der Klimawandel wird die hydrologischen Grundkonstanten der Alpen fundamental verändern. Prägend dabei sind weniger die Veränderungen im Niederschlag als die Folgewirkungen einer wärmeren Atmosphäre. Die alpinen Winterwasserspeicher Eis und Schnee werden schwinden, der Abfluss sich infolge zurückgehender Schnee- und Gletscherschmelze vom Sommer in den Winter verschieben. Im Sommer und Herbst werden sich der Abfluss der Fliessgewässer und der Wasseraustausch der Seen vermindern. Die Abhängigkeit vom aktuellen Niederschlagsgeschehen wird grösser, längere sommerliche Trockenphasen werden nicht mehr aus dem Schneespeicher überbrückt.“
Das werden, so der Bericht weiter, natürlich alle Landnutzer zu spüren bekommen. Die Wissenschaftler zeichnen ein drastisches Szenario der gegenwärtigen Situation.
„Die Entwicklung des Landes hat auf die Gewässerräume wenig Rücksicht genommen: der Ausbau von Siedlungen, Verkehrswegen und Industriearealen hat Flächen besetzt, die als Hochwasserkorridore, aquatische Lebensräume und Trinkwasserschutzzonen unerlässlich sind. Auch die Landwirtschaft ist den Gewässern – vor allem in den dicht besiedelten Landesteilen – vielerorts zu nahe gekommen. Diese Nähe und die hohe Produktionsintensität der Landwirtschaft – mit synthetischen Pflanzenschutzmitteln und substanziellen Futtermittelimporten – sind in der kleinräumigen Schweiz unvereinbar mit dem Ziel intakter Flüsse und Seen und unbelasteter Trinkwasserressourcen.“
Allerdings sehen die Forscher auch einen Ausweg: „Mit der Umstellung auf eine flächendeckend agroökologisch orientierte Wirtschaftsweise könnte die Schweiz weltweit zum Pionierland einer gewässer- und umweltverträglichen Landwirtschaft werden. (…) In die Aufrüstung der 130 wichtigsten Kläranlagen werden bis 2040 rund eine Milliarde Franken investiert, für die Sanierung der ökologischen Nebenwirkungen der Wasserkraft bis 2030 steht eine weitere Milliarde Franken bereit. Und schliesslich ist das Jahrhundertprojekt der Revitalisierung von 4 000 km Fliessgewässern angelaufen, das bis 2090 vollendet sein soll.“
Die Studie von 2023 hatte das Ziel, Grundlagen zu schaffen für Überlegungen, wie der Umgang mit Wasser und Gewässern in Zeiten des Klimawandels weiterentwickelt werden kann. Sie umfasst 370 Seiten, die unter anderem die Themengebiete Trinkwasser, Landwirtschaft, Wasserkraft und Hochwassernutzung behandeln.
Wer Lust hat, in dieses Thema tiefer einzusteigen, kann das komplette Werk hier einsehen.
Meldung vom 2. Juli 2025
Am 27. und 28. Juni fand in Schaan, Liechtenstein, das Zukunftsforum Alpen von CIPRA international statt. Die Alpen gelten als das «Wasserschloss Europas», weil sie Quellgebiet vieler bedeutender Flüsse sind. Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Verschmutzung setzen die Gewässer allerdings zunehmend unter Druck. Die Wasserverfügbarkeit verändert sich, Nutzungskonflikte entstehen, gerade auch zwischen dem Schutz der Natur und den immer „beliebter“ werdenden Wasserkraftwerken. Häufigere Dürren und Starkregen führen zu Murgängen und Hochwasser. Gletscher schmelzen, und Verschmutzung durch Chemikalien, Mikroplastik und Düngemittel gefährdet Gewässerlebensräume.
Für Wildes Bayern hat unser Mitarbeiter Ulas an der Tagung teilgenommen. Hier sein erstes Fazit: „Viele verschiedene Menschen aus unterschiedlichen Bereichen und Ländern kamen zusammen, darunter Biologen, Naturschützer, Politiker und andere. Das diesjährige Thema war Wasser. Im Innenbereich gab es viele Seminare zu den verschiedenen Aspekten des alpinen Wassers. Draußen fanden Exkursionen zum Rhein, zur Hochwasservorsorge und später zu den ökologischen Auswirkungen und dem Schutz der Wasserquellen in Liechtenstein statt, bei denen verschiedene Arten wie Fische und Krebse betrachtet wurden.“
Mehr Infos zur Tagung Zukunftsforum Alpen findet Ihr hier
Bildquelle: Wildes Bayern/Ulas Cönkeroglu
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