Der Herbst schleicht sich langsam ein, die Vegetationsperiode geht zu Ende, und Landwirte denken über die Planung fürs nächste Jahr nach. Da wollen wir ihr Augenmerk auf ein kleines ökologisches Wunderwerk richten: Die Beetle-Bank – zu deutsch könnte man darunter eine „Bank“ an Käfern verstehen, also einen Reichtum an, aber auch einen Wall für Käfer.
Warum sind Käfer für die Agrarlandschaft wichtig und interessant? Unter ihnen finden sich viele Nützlinge, die das Schädlingsaufkommen in den Kulturen auf natürliche Weise regulieren. Darüber hinaus sind sie Nahrung für Vögel, Igel und andere Insektenfresser.
Dass die Anlage von so genannten Beetle-Banks zum Beispiel über die KULAP-Maßnahmen K50 und K51 mit 800 Euro pro Hektar bezuschusst werden, geht unter anderem auf ein Forschungsprojekt der Game Conservancy Deutschland aus den Jahren 2020/21 zurück. Darin haben sich fünf bayrische landwirtschaftliche Betriebe aus Unterfranken, Niederbayern und Schwaben eingebracht.
Eine Beetle-Bank entsteht durch mehrmaliges Aufpflügen. Das Grundgerüst ist ein Bodenwall, der am Fuß bis zu fünf Meter breit sein kann und mindestens 40 Zentimeter hoch sein sollte (schützt auch vor Erosion!). Im Projekt wurde er mit einer Mischung aus horstbildenden Gräsern und Wildpflanzen eingesät. Ob diese Beetle-Bank für Gliederfüßer tatsächlich attraktiv war, wurde mithilfe verschiedener Fallen überprüft.
Die Ergebnisse waren vielversprechend: Die Artenvielfalt und insbesondere die Zahl an Insekten auf den Beetle-Banks war signifikant gesteigert im Vergleich zu Flächen, die nach guter landwirtschaftlicher Praxis bewirtschaftet wurden, aber auch zu herkömmlichen Blühstreifen. Es konnte gezeigt werden, dass Nützlinge, die bei der biologischen Schädlingsbekämpfung eine Rolle spielen, deutlich häufiger in Beetle-Banks vorkommen und dort offensichtlich auch zahlreich überwintern können.
Für klassische Feldvögel und insbesondere Bodenbrüter erbrachten die bepflanzten Bodenwälle eine klare Steigerung der Brutpaardichte. Die Beetle-Banks dienen als Brut-, Nahrungs- und Aufzuchtshabitat für eine Vielzahl von Vogelarten. Diese Ganzjahreslebensräume können auf kleinem Raum eine signifikant positive Wirkung auf Arten wie Rebhuhn, Feldlerche und andere selten gewordenen Arten erzielen.
Auch beim Feldhasen zeigte sich, dass die neu geschaffenen Ganzjahreslebensräume von entscheidender Bedeutung für die Förderung und den Erhalt der Art sind.
Eine Meldung der GCD zum Projekt Beetle-Banks findet Ihr hier
Die vollständige Studie der GCD über die Beetle-Banks könnt Ihr hier einsehen
Die Beetle-Banks haben auch im Schutzprojekt „Partridge“ für eine Rolle gespielt – unseren Bericht dazu könnt Ihr hier nochmal nachlesen
Infos des Landwirtschaftsministeriums zum KULAP und Vertragsnaturschutzprogramm 2022 – 2026 findet Ihr hier
Bildquelle: Game Conservancy Deutschland
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