Hier stellen wir jetzt immer mal wieder neue Infos oder Kurse zum Thema Artenkenntnis ein! Denn: Jeder redet über Biologische Vielfalt, aber um diese erkennen zu können, muss man ja erstmal einzelne Arten unterscheiden können. Leider können das immer weniger Menschen – Experten klagen schon seit längerem darüber, dass die Artenkenntnis fast genauso schnell schwindet wie die Artenvielfalt.
Darüber geht eine Studie, die die Zeitschrift „Naturschutz und Landschaftsplanung“ online im August aufgegriffen hat – das Interview könnt Ihr hier lesen, die original Veröffentlichung der Studie findet Ihr hier
Tatsächlich hängen Artenkenntnis und Artenvielfalt miteinander eng zusammen, denn wer nicht weiß, wie hoch faszinierend zum Beispiel ein Schwarzblauer Ölkäfer ist und welche spannenden Verflechtungen es rund um ihn herum gibt – Einhornkäfer, Wildbienen… – dem wird es auch egal sein, wenn er nicht mehr da ist.
Er wird auch nicht erkennen können, ob hier vielleicht ein schädlicher Eindringling den Weg in die heimische Ökologie geschafft hat. Uns zum Beispiel ist nicht klar, welchen Wurm unsere Fotografin Monika Baudrexl da auf der Alm bei Garmisch-Partenkirchen fotografiert hat – siehe das Aufmacherbild für diesen Blog. Ist das einfach nur eine Besonderheit der Natur oder müssen wir uns Sorgen machen? (Wer uns hier auf die Sprünge helfen kann, bitte gerne schreiben an office@wildes-bayern.de)
„Dass der Naturschutz auf Menschen mit Artenkenntnis angewiesen ist, versteht sich von selbst“, schreibt zum Beispiel Herbert Zucchi von der Hochschule Osnabrück in der neuen Broschüre „Artenfocus Niedersachsen“ des dortigen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. Neben absoluten Experten brauche es einen größeren Personenkreis mit guten bis passablen Artenkenntnissen, der dazu in der Lage ist, Ziele und Tätigkeiten des Naturschutzes zu unterstützen.
Zucchi benennt sechs Punkte, wie Artenkenntnis vermittelt werden kann:
1.) Man beginnt mit einer begrenzten Zahl leicht zugänglicher Beispiele.
2.) Klassische Methoden sind oft wenig geeignet – Exkursionen müssen didaktische sinnvoll gestaltet werden.
3.) Der Erwerb von Artenkenntnis sollte kein Selbstzweck sein, sondern…
4.) …mit Wissen über die Biologie und Ökologie der Organismen gekoppelt sein.
5.) Artenkenntnis muss aktiv erworben werden, zum Beispiel durch eigene Beobachtungen oder Messungen.
6.) Artenkenntnis muss mit Kopf (Wissen), Herz (Leidenschaft) und Hand (selbst was machen) erworben werden.
„Kenntnisse über Organismenarten zu erwerben, ist grundsätzlich in jeder Lebensphase möglich“, sagt Zucchi, „gelingt aber im Kindesalter besonders gut.“
Wir vom Wilden Bayern sind zwar übers Kindesalter längst hinaus, betreiben die Weitergabe von Artenkenntnis aber über Projekte wie die Wilden Wald Kinder. Auch bieten wir gemeinsam mit der Ameisenwarte im nächsten Jahr sicher wieder einen Kurs über die Ameisenhege an.
Wer selbst Lust hat, tiefer einzusteigen, kann sich zum Beispiel beim Projekt „Artenkenntnis“ informieren – da gibt es immer wieder spannende Kurse und Führungen, in Kürze zum Beispiel Kurse über Moose.
Zu Artenkenntnis.de kommt Ihr hier
Hier findet Ihr einen Grundkurs über Spinnen am 23./24.8. in Neustadt/Weinstraße und hier einen Grundkurs Fledermäuse am 30. August in Neustadt/Weinstraße
Und hier kommt Ihr zur Zoologischen Staatssammlung München, einer von vielen Institutionen, in denen die Frage nach der Artenkenntnis die Alles Bestimmende ist!
Bildquelle: Monika Baudrexl - Unbekannter Wurm, Monika Baudrexl - Unbekannter WurmMonika Baudrexl - Unbekannter Wurm
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