Vadim Sidorovic, der Zoologe aus dem Naliboki-Wald in Belarus, berichtet hoch spannende neue Erkenntnisse über Wölfe. Die Tiere, von denen eigentlich bekannt ist, dass immer nur die Leitwölfin als einzige im Rudel Nachwuchs hat, und dass sie ihr großes Streifgebiet gegen Artgenossen verteidigen, haben aus bisher unerklärlichen Gründen die Barrieren gesenkt.
Schon seit mehreren Jahrzehnten gibt es Rudel in Naliboki, in denen mehr als eine Fähe Nachwuchs führte, nämlich zwei oder sogar drei. Der Anteil der Rudel, in denen diese ungewöhnliche Fortpflanzungsstrategie vorkam, ist mittlerweile auf geschätzte zwei Drittel in der Region angestiegen, so Sidorovic. Er sieht das Hochfahren der Reproduktion als Folge eines überreichen Nahrungsangebots in Verbindung mit der Jagd auf Wölfe durch den Menschen.
Vielleicht aufgrund der geänderten Nahrungsverhältnisse – es weiden inzwischen große Herden Pferde und Schafe frei im Gebiet – haben die Wölfe aber auch außerhalb ihrer Familie „Kreide gefressen“. Denn die Rudel verringern nun auch die Distanzen zueinander. Die Wölfe tolerierten in der Welpenaufzuchtzeit 2025 nicht nur die Anwesenheit eines weiteren Rudels in geringer Distanz, sondern nutzen bei Bedarf sogar dessen Schlafplätze. Im Frühsommer 2025 konnten der Zoologe und seine Kollegen drei Rudel, davon eins mit mehreren führenden Fähen, auf einer Fläche von 140 Quadratkilometern bestätigen. Die Abstände betrugen oft nur wenige Kilometer.
Sidorovic hat dafür den Begriff des „breeding clans“ gefunden, wobei ein Clan mehrere Wolfsfamilien (Rudel) umfasst. Diese scheinen sich zu tolerieren, teilen nicht nur den Lebensraum sondern auch die Ressourcen an Beutetieren.
Die spannenden Erkenntnisse können Sie hier direkt auf der Seite von Vadim Sidorovic in englischer Sprache nachlesen.
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