Seit einiger Zeit geisterte das Gespenst „Maul- und Klauenseuche“ (MKS) nach sehr vielen Jahren wieder durch Deutschland. Die ansteckende Krankheit bedroht Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine und unsere paarhufigen Wildtiere, also Rotwild, Rehwild, Damwild und andere. Nach 37 Jahren MKS-Freiheit waren im Januar plötzlich Fälle in einer Büffelherde in Brandenburg aufgetreten.
Jetzt hat das Friedrich-Loeffler-Institut die Risikobewertung für die Maul- und Klauenseuche (MKS) in Deutschland von „rot“ (hohes Risiko bzw. aktuelles Auftreten) auf „gelb“ (mittleres Risiko eines Auftretens) herabgestuft.
Grund für diese Neubewertung ist die stabile Lage in Ungarn und der Slowakei, wo seit April keine weiteren Ausbrüche festgestellt wurden. Die betroffenen Betriebe wurden inzwischen vollständig gereinigt und desinfiziert. Zudem wurden zahlreiche Wildtiere getestet.
Nach Einschätzung des Europäischen Referenzlabors (ANSES) waren die dortigen Ausbrüche wahrscheinlich auf einmaligen Viruseintrag zurückzuführen. In Ungarn, der Slowakei und Österreich wurden inzwischen sämtliche Schutz- und Überwachungsmaßnahmen aufgehoben.
Trotzdem bleibt das Risiko einer Einschleppung bestehen – insbesondere aus Regionen, in denen das Virus endemisch vorkommt, wie der Türkei, Israel und Nordafrika. So kann der hochansteckende Erreger beispielsweise durch illegal eingeführte tierische Produkte, etwa im Reiseverkehr, über weite Strecken verbreitet und neue Ausbrüche verursacht werden.
Auch wenn die akuten Seuchenzüge in Europa derzeit eingedämmt sind, ist eine erneute Einschleppung nach Deutschland nicht auszuschließen.
MKS ist vor allem bei domestizierten Nutztieren von großer wirtschaftlicher Bedeutung, da sie erhebliche Leistungseinbußen verursacht. Empfänglich für das Virus sind jedoch grundsätzlich alle Paarhufer und Schwielensohler.
Hier ein Screenshot der aktuellen Lage der MKS in Europa, entnommen dem World Animal Health Information System WAHIS:

Aktuelle Lage der MKS in Europa, entnommen aus dem World Animal Health Information System
Bildquelle: Screenshot Wahis.woah.org
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