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Donnerstag, 05. Februar 2026

Scrollicon
Schwarz-weiß-Aufnahme aus einem Wald, durch den ein Mann mit Jagdwaffe geht
05. Februar 2026, 10:41    office@wildes-bayern.de

Und wieder knallts in einer Eigenbewirtschaftung UPDATE


Die polizeilichen Ermittlungen in der eigenbewirtschafteten Jagdgenossenschaft bei Anger nehmen ihren Lauf. Wie wir erfahren haben, wurde bereits am 3.2. Anzeige von dem Grundeigentümer gegen den Schützen wegen des Schonzeitvergehens gestellt. Heute morgen hat der Jagdgenosse die Anzeige dann nochmal erweitert, und zwar auf einen im Revier verantwortlichen Jäger, der nach Meinung von Zeugen versucht hat, den Fehlabschuss des Rehkitzes in der Schonzeit zu vertuschen. Er war offenbar von seinem Jagdkollegen informiert worden.

Den Zeugenberichten zufolge hatte der verantwortliche Jäger zuerst telefonisch versucht, die Polizei vom Tatort fernzuhalten, indem er dort mitteilte, er regele das schon. Danach hatte er offenbar vor Ort das Kitz – ein mögliches Beweismittel – an sich genommen und in einer Mülltüte verborgen. Nur dank der Hartnäckigkeit des Grundbesitzers und der eingetroffenen Polizei konnte das Kitz doch gesichert werden.

 

Meldung vom 3.2.2026: Und wieder knallt´s in einer Eigenbewirtschaftung

Schon wieder ist ein Vorfall aus einer eigenbewirtschafteten Jagd bei der Polizei gelandet – wer will uns hier eigentlich noch glaubhaft machen, Eigenbewirtschaftung durch Grundbesitzer sei ein „Erfolgsmodell“? Aus unserer Sicht regieren hier Chaos, Wildhass und Gesetzesübertretung, siehe Rottach-Egern, Ohlstadt, Unterammergau und anderswo!

Heute morgen, drei Tage nach Beginn der Schonzeit für alles Schalenwild, hat ein Grundbesitzer bei Anger im Berchtesgadener Land zwei Schüsse aus seinem Wald gehört. Parallel stapfte ein bewaffneter Mann durch eine Fotofalle im dortigen Wald. Als der Grundeigentümer rausfuhr, traf er auf einen Schützen, der ein Rehkitz geschossen hatte. Weil er es nicht richtig getroffen hatte und das Jungtier mit aufgerissenem Bauch in die nächste Dickung geflüchtet war, musste er ihm nachgehen und nochmal einen Fangschuss auf den Kopf abgeben.

Der Jäger gab laut Zeugen an, das Reh mit einem Fuchs verwechselt zu haben. Zum Glück hat die herbeigerufene Polizei, verstärkt durch eine Zivilstreife, sowohl das tote Kitz als auch die Waffe des Mannes vorerst beschlagnahmt.

Die dortige Eigenbewirtschaftung existiert seit mindestens 2024 offenbar in einem gefühlt rechtsfreien Raum. Nach der Abwahl des Vorstandes (dort waren unbequeme Gegensprecher dabei) handelt ein sogenannter „Notvorstand“  vermutlich ohne Legitimierung und oft ohne Mehrheits-Beschlüsse nach Gutdünken. Die Abschüsse sind von früher 57 auf über 130 angestiegen. Weder die Untere Jagdbehörde noch deren Rechtsaufsicht sind bisher eingeschritten.

Uns vom Wilden Bayern erreichen immer wieder „Hilferufe“ der umliegenden Jäger, die miterleben müssen, wie das Wild mit überhöhten Abschusszahlen regelrecht ausgemerzt wird. Einmal konnten wir es bisher verhindern. Die Jäger, die sich für das Wild einsetzen wollen, stehen momentan gefühlt allein auf weiter Flur. Wir beobachten mit Interesse, wie sich der örtliche Jagdverband verhalten wird.

Forstlobbyisten tingeln derweil mit „Informationsveranstaltungen“ durch die Bundesländer und preisen die „vorbildlichen“ Eigenbewirtschaftungen in Oberbayern – in ihren Augen ein Nachahmemodell für Privatwaldbesitzer und Kommunalforste von Baden-Württember bis Niedersachsen.

Wir bleiben an dem Fall dran und informieren Sie, wenn wir etwas Neues erfahren!

 

 

Bildquelle: privat




Johann Winkler schrieb:


Liebes Team Wildes Bayern!
Ich bin selbst Jäger und kann euch für eure Arbeit gar nicht genug danken.
Was derzeit am Högl passiert ist eine Schande. Fehler können passieren, keine Frage. Einen Fuchs mit einem Reh zu verwechseln, da fehlt mir aber die Phantasie.
Ich unterstelle hier eher eine um jeden Preis gewollte Rehdezimierung.
Für mich ist klar, wer unterstützt werden muss- dass seit ihr.
Das unser Verband hier bei Themen wie Schonzeitaufhebung usw. nicht aktiv wird und ihr da alleine auf weiter Flur steht ist traurig- da muss wohl jeder für sich seine Schlüsse ziehen.

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Lukas schrieb:


Also, ganz offen gesagt, ich finde das alles ziemlich seltsam. Da werden schwerwiegende Vorwürfe wie Strafvereitelung im Raum stehengelassen, und im Kern stützt sich das Ganze auf die Einschätzungen des Grundstücksbesitzers und den vermeintlichen Zeugen. Ich habe auch keine offizielle polizeiliche Mitteilung zu den Vorfällen gefunden, welche diese Situation 1:1 so beschreiben. Es wirkt fast so, als würde hier eine einseitige Sicht wiedergegeben. Klar, was da passiert ist, mag nicht gut gewesen sein, aber gerade deshalb muss man sachlich bleiben. Wenn Vorwürfe ohne klare Belege und nur basierend auf Meinungen in den Raum gestellt werden, bewegt man sich schnell in eine Richtung, die an üble Nachrede grenzt. Am Ende braucht es mehr als Vermutungen, um solche Anschuldigungen wirklich zu stützen.

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Christine Miller schrieb:


Das Erlegen von Rehen außerhalb der gesetzlichen Jagdzeit ist wohl eher keine Vermutung. Andernfalls wäre ja die Polizei hier nicht eingeschritten. Bitte konkretisieren Sie doch Ihre Behauptung, dass unser Bericht über diese dokumentierten Vorfälle unsachlich ist.

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Lukas.W schrieb:


Vielen Dank für Ihre Rückmeldung.
Dass das Erlegen eines Rehs außerhalb der gesetzlichen Jagdzeit ein tragischer Vorfall ist, wird nicht bestritten und auch nicht in Zweifel gezogen.

Die Kritik bezieht sich vielmehr auf die darüber hinausgehenden Vorwürfe, insbesondere den nahegelegten Verdacht einer Strafvereitelung oder möglicher Vertuschungshandlungen. Dabei handelt es sich um schwerwiegende Anschuldigungen. Wären derartige Handlungen tatsächlich festgestellt worden, wären sie angesichts des öffentlichen Interesses an dem Vorgang sicherlich klar und nachvollziehbar belegt worden. Nicht nur durch „Zeugenaussagen“ sondern wohl auch durch öffentliche Berichtserstattung.

Problematisch erscheint daher weniger der Vorfall selbst, sondern die Art und Weise, wie zusätzliche strafrechtlich relevante Vorwürfe dargestellt und eingeordnet wurden

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Christine Miller schrieb:


Auch nach mehrmaligem Durchlesen kann ich Ihre Kritik nicht nachvollziehen. Nirgendwo wird eine rechtliche Einschätzung in dem Beitrag getroffen. Die Ansicht, dass ein Bericht erst wahr wird, wenn es dazu eine „öffentliche Berichterstattung“ gibt (die auch durch unseren Blogbeitrag erfolgt), ist eher eine Einzelmeinung. Wir erwarten gespannt das Ergebnis der weiteren polizeilichen und behördlichen Ermittlungen ab.

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