Unterschiedliche Lebensbedingungen können dazu führen, dass Tiere sich aus unserer Sicht untypisch verhalten. Das hat eine Studie an Mauereidechsen in Städten in Koratien gezeigt.
Ein Forschungsteam um Avery Maune von der Universität Bielefeld hat herausgefunden, dass Mauereidechsen in Städten deutlich mehr Kontakte pflegen und stabilere Bindungen aufbauen als ihre Artgenossen in naturnahen Gebieten. Diese Eidechsen verhalten sich normalerweise sehr territorial und gehen sich eher aus dem Weg. In den untersuchten Städten war das aber ganz anders: Die Tiere hielten mehr Verbindungen und engeren Kontakt und wurden häufiger in Gruppen beobachtet.
Die Forschenden führen das auf die besondere Struktur von Städten zurück, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Versiegelte Flächen, wenig Verstecke und ungleich verteilte Ressourcen wie Nahrung oder Sonnenplätze drängen die Tiere näher zusammen. Die Folge: mehr Toleranz gegenüber Nachbarn, ein Verhalten, das in freier Natur so nicht vorkommt. Für die Wissenschaftler legt das den Schluss nahe, dass die Fähigkeit, neue soziale Strategien zu entwickeln, entscheidend sein könnte, damit Arten in urbanen Lebensräumen überhaupt bestehen können.
Zur Pressemitteilung über die Studie gelangen Sie hier
Bildquelle: Marc Gilles
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