Wir möchten alle, die sich um Igel kümmern, auf die Internetseite „Igel in Zahlen“ aufmerksam machen. Diese sammelt über Rückmeldungen der Pflegestellen Daten, um mit diesen die Problematik rund um Igel sichtbar zu machen und für eine Verbesserung argumentieren zu können.
Hier ein kleiner Auszug: Für das Jahr 2025 haben 624 Pflegestellen aus dem Bundesgebiet eine Rückmeldung gegeben, davon waren 547 privat, also der allergrößte Teil. Sie haben die dramatische Zahl von insgesamt über 57.000 aufgenommenen Igeln gemeldet.
Bayern liegt mit über 10.000 gemeldeten Pflegestellen im vorderen Feld unter den Bundesländern (NRW hat über 12.000). Die Meldungen aus Bayern ergeben, dass durchschnittlich auf jede Pflegestelle im Jahr 2025 fast 100 Igel kamen.
Allein dieser kleine Ausschnitt verdeutlicht wohl die dramatische Situation um unseren kleinen heimischen Insektenfresser.
Wir bitten alle „Igelpäppler“, sich ebenfalls mit ihren Daten bei der Zählung einzubringen.
Zur Internetseite von „Igel in Zahlen“ kommen Sie hier
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Und? Was soll die Zählung dem Igel bringen? Anstatt eines öffentlichen Aufrufs, Igel aufgrund der schlimmen Trockenheit in einem katzensicheren Futterhaus zuzufüttern und Wasser anzubieten, sollen Igel gezählt werden. Diesen droht aber der qualvolle Hungertod, wenn sie nicht zugefüttert werden. Insekten finden sie schon lange kaum mehr. Ersatzweise müssen sie deshalb Schnecken und Regenwürmer fressen. Aber die sind bei der Trockenheit kaum vorhanden. Ergo wird eine Vielzahl der Igel verhungern. Da wird es dann nicht viele Tiere zum Zählen geben. Solange das durch die intensive Landwirtschaft verursachte Insektensterben munter weiter geht, weil offensichtlich auch die Tierschützer zu feige sind, sich mit der Politik und der Agrarlobby anzulegen, solange wird sich das Igelsterben fortsetzen. Erschwerend kommt hinzu, dass wir fast nur Tierärzte haben, die nicht in der Lage sind, einen Igel gesundheitlich wiederherzustellen. Etliche behandeln die Tiere zu Tode oder schläfern sie gleich ein, weil ihnen die notwendige Sachkunde fehlt. Dann haben wir Igel-Pflegestellen, deren Sachkunde nicht geprüft wird. Etliche darunter, die nicht einmal wissen, dass man ab Juli adulte Igelinnen nur im absoluten Notfall aus der Natur entnimmt und das bei ihnen jegliche Medikamentengabe wegen der Gefahr von Fehlgeburten unterbleiben muss. Die Zahl der Pfegestellen sagt nichts über ihre Qualität aus. Nicht, wieviel Igel dort aufgrund unzureichender Behandlung oder Fehlbehandlung unnötigerweise verendet sind. Auch in vielen Tierheimen ist die Igel-Todesrate extrem hoch. All das bleibt selbst in Tierschutzkreisen unerwähnt oder sie wissen nicht um diese Problematik. Sie glauben, jede Igelpflegestelle sei sachkundig, was aber leider nicht der Fall ist. In Augsburg „pflegt“ eine 88jährige Igel und zwar so schlecht, dass sie dem Finder ein noch krankes Tier zurück gibt. Eine, die Igelinnen im Juli Levamisol injiziert, weil sie nicht einmal weiß, dass in den Sommermonaten die weiblichen Tiere trächtig sind. Die Todesrate dürfte bei dieser Igelpflegestelle hoch sein. Erst, wenn endlich die Politik den Bauern eine insektenschonende Bewirtschaftung ohne Tonnen von Pestiziden und Millionen Liter von Gülle sowie Reduktion von Getreidemonokulturen vorschreibt, wenn das Thema Igel bei der tierärztlichen Ausbildung Pflichtfach wird und alle anderen Tierärzten zur Fortbildung bei der Behandlung von Igeln verpflichtet und sämtliche Igelpflegestellen auf ihre Sachkunde geprüft werden, dann hat der Igel noch eine Chance zu überleben. Eine Igelzählung wird m.E. nicht dazu beitragen.