Das Grün sprießt jetzt auch im Voralpenland, die Mäh-Saison in den Gärten geht wieder los. Bitte setzen Sie nach Möglichkeit KEINE Mähroboter ein und achten Sie beim Mähen immer auf mögliche Wildtierverstecke von Kröten oder Igeln! Im Zweifelsfall lieber mal ein paar Halme mehr stehen lassen als einem Wildtier die Beine abzusäbeln, oder?
Sogar die Stadt München hat ihre Gartenbesitzer inzwischen auf die Tierschutzgefahren durch Mähroboter hingewiesen, die entsprechende Meldung findet Ihr hier
Meldung vom 20. Januar 2025
Das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung hat die Entwicklung von Igel-Dummies, mit deren Hilfe Mähroboter getestet werden können, fast abgeschlossen. Wozu braucht es diese Dummies…? Ziel der Wissenschaftler um Dr. Anne Berger ist die Einführung einer SI-DIN-Norm, die dann standardisierte Crashtests für Mähroboter mit den Dummies verpflichtend für alle auf dem Markt befindlichen und neu entwickelten Mähroboter machen soll. „Diese Tests werden nachweislich zeigen, inwieweit jedes Mährobotermodell in der Lage ist, Igel zuverlässig zu erkennen und Ausweichmanöver oder Notbremsung einleiten zu können“, schreiben die Forscher in einer Pressemitteilung.
Die vollständige Pressemitteilung findet Ihr hier
Das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) sammelt seit September 2022 über eine geschlossene Facebook-Seite in Zusammenarbeit mit Igel-Auffangstationen Funde von Igeln mit Schnittverletzungen, die auf elektrische Gartenpflegegeräte zurückzuführen sind. Die Fälle häufen sich. Fast die Hälfte der gefundenen und gemeldeten Tiere (47%) überlebten die Verletzung nicht, sondern mussten eingeschläfert werden oder starben während der Pflege.
Die Auswertung der insgesamt 370 deutschlandweit gemeldeten Fälle zeigte, dass oft Mähroboter Ursache der Verletzungen waren. Es zeigte sich ein erhebliches Tierschutzproblem, da mindestens 60 Prozent der Igel mit Schnittverletzungen erst Tage oder in einigen Fällen gar Wochen nach dem Unfall gefunden wurden und daher über einen langen Zeitraum erhebliche Leiden, Schmerzen und Schäden ertragen mussten. Solches Tierleid ist gesetzlich verboten, sofern es Alternativen gibt, die kein Tierleid verursachen.
Entscheidend für die verursachten Verletzungen ist unter anderem, wie die Igel auf die Mähroboter reagieren. In einem Test mit einem Roboter ohne Schneidmesser zeigten die Igel bei Begegnungen sieben verschiedene Verhaltens- und Positionierungsmuster und konnten in „schüchterne“ und „mutige“ Igel klassifiziert werden. Allerdings: Mehrfache Begegnungen mit einem Mähroboter machten auch aus mutigen Igeln eher schüchterne.
Die Erkenntnisse fließen in das Konzept für einen standardisierten Igel-Sicherheitstest für Mähroboter ein. Tierleidfreie Alternativen zum Einsatz aktueller Mähroboter seien technisch umsetzbar, so die Forschenden. Zudem sollten politische Maßnahmen wie ein Nachtbetriebsverbot für die Geräte umgesetzt und mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden – genau das ist jetzt im neuen Tierschutzgesetz in Arbeit.
Der Bestand des Igels – genauer des Braunbrustigels (Erinaceus europaeus), auch Westeuropäischer Igel genannt – ist rückläufig. Im Jahre 2020 wurde der Igel auf die Vorwarnliste der Bundesdeutschen Roten Liste gesetzt. Für das Jahr 2024 wurde der Igel von der Deutschen Wildtier Stiftung zum Wildtier des Jahres gewählt.
Die vollständige Pressemitteilung des IZW findet Ihr hier
Foto: Alexa/Pixabay
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Lediglich ein Nachtfahrverbot für Mähroboter von der Politik zu fordern, bingt dem Igel nicht viel. Denn aufgrund des Insektensterbens gibt es in zunehmenden Maße kranke Igel. Kranke Igel sind häufig tagaktiv. Dadurch laufen sie Gefahr von einem Mähroboter verletzt zu werden, wenn es für diese Geräte lediglich ein Nachtfahrverbot gibt. Hinzu kommt, dass Mähroboter, wenn diese am Tag rumfahren, die Nahrungstiere des Igels töten. Somit schaden die Geräte dem Igel auch dadurch. Anstatt von der Politik ein Komplett-Verbot dieser in höchstem Maße artenschädigenden Geräte zu fordern, testen ein paar Forscher erst noch sinnlos rum. In dieser Zeit, wo diese forschen, werden weitere Igel vermäht. Wieviele tote oder schwer verletzte Igel brauchen die denn noch? Scheinbar haben die Forscher auch noch nie etwas davon gehört, dass motorbetriebene Sensen noch viel mehr Igelopfer fordern als Mähroboter. Denn da Motorsensen billig in der Anschaffung sind, hat diese Geräte fast jeder Haushalt. Ebenso fast jeder Hausmeister und jeder kommunale Bauhofmitarbeiter. Erschwerdend kommt hinzu, dass bei Arbeiten mit den Motorsensen häufig ein Gesichtsschutz verwendet wird. Dadurch sehen die Anwender keinen Igel und keine Amphibien oder Reptilien und schon gar kein Insekt, wenn sie unter Sträuchern und ins hohe Gras reinmähen. Dort halten aber viele Igel ihren Tagschlaf. Viel zu viele verlieren durch Motorsensen ihr Leben. Dennoch scheint es diese Gefahr für die Forscher nicht zu geben. Tatenlos sehen sie auch dem hauptsächlich durch die konventionelle Landwirtschaft verursachten Insektensterben zu. Dabei ist das die Hauptursache dafür, dass der Igel bereits auf der roten Liste der bedrohten Tierarten gelandet ist. Ohne Insekten keine Igel. Wenn die Politik nicht endlich eine naturverträgliche Art der Landwirtschaft vorschreibt, Pestizide verbietet und Überdüngung reduziert, wird der Igel die nächsten Jahre aussterben. Auch das haben scheinbar viele Forscher immer noch nicht begriffen.