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Dienstag, 19. Mai 2026

Scrollicon
Ein Insekt mit gelbem Unterbauch fliegt auf ein senkrechtes Stück Holz zu
19. Mai 2026, 15:22    office@wildes-bayern.de

Zum Weltbienentag: Buch- und Bautipps und mehr


Am 20. Mai ist der Welt-Bienentag! Die Deutsche Wildtier Stiftung wie auch Wildes Bayern richten ihr Augenmerk dabei explizit auf die Wildbienen, die unsere menschliche Unterstützung gut gebrauchen können, leider unter anderem deshalb, weil wir ihnen mit unseren Honigbienen den Lebensraum und die Nahrungsquellen streitig machen.

Die Deutsche Wildtier Stiftung hat folgendes Wissen und Tipps für ein so genanntes Wildbienenhotel:

Der Name `Wildbienenhotel´ passt eigentlich nur bedingt: Denn anders als wir Menschen checken die summenden Bestäuber in ihr Hotel nicht ein, um sich wie im Urlaub zu entspannen. Stattdessen wird hier hart gearbeitet: Die Wildbienenweibchen bauen Nestkammern, tragen Blütenpollen und Nektar für ihren Nachwuchs ein.

Sie mörteln Wände, und manche Arten tapezieren sogar – so etwa Blattschneiderbienen, die ihre Nester mit kreisrunden Blätterteilen auskleiden. Auch wenn manche Wildbienen dann tatsächlich hier übernachten – ein Wildbienenhotel ist vor allem eine künstliche Nisthilfe für oberirdisch nistende Wildbienenarten.

Was diese Einrichtung aber mit einem Hotel gemein hat: Stimmen Lage, Ausstattung oder Sauberkeit nicht, wird die Unterkunft leider nicht gebucht. Und auch das Buffet sollte gut bestückt sein – es muss also reichlich Nahrung in der Nähe wachsen.

Ein Wildbienenhotel kommt daher vor allem im Garten, auf Blühwiesen und auf so manchem Balkon gut an. Neben Wildbienen wie der Gehörnten oder Rostroten Mauerbiene profitieren auch einige Kuckucksbienenarten – sie schmuggeln ihre Eier in fremde Wildbienennester ein – und andere Insekten, wie solitär lebende Wespenarten, von einer künstlichen Nisthilfe. Mit den folgenden Tipps gelingt Ihnen die erfolgreiche Hoteleröffnung.

  • Die Verarbeitung muss sauber sein. „Egal, ob Sie ein Hotel selbst bauen – beispielsweise aus einem Hartholzklotz und einem Bohrer oder mithilfe einer leeren Konservendose und Bambusröhrchen – oder es im Baumarkt kaufen: Achten Sie beim Material auf eine glatte und saubere Verarbeitung“, sagt Manuel Hensen, Leiter des Wildbienenteams bei der Deutschen Wildtier Stiftung.
    In der Natur nutzen Wildbienen gerne die alten Bohrlöcher von Holzkäfern oder Holzwespen in abgestorbenen Holzpartien. Diese Käfer bohren sich über Monate, zum Teil Jahre, vom Stamminneren waagerecht nach außen. Dabei hinterlassen sie ein sehr sauberes und nicht ausgefranstes Bohrloch – ideal für die winzigen Wildbienen mit ihren zarten Flügeln, da sie hier kein Verletzungsrisiko eingehen. Darum müssen auch künstlich hergestellte Niströhren innen vollkommen glatt sein.
  • Das Hotel muss geschützt stehen. Wichtig sind eine gute Befestigung oder Verankerung im Boden oder an Wänden sowie ein Dach, das Regen abweist. Zum Schutz vor Vögeln, die die Löcher auf der Suche nach Insektennahrung aufpicken, sollte außen um die Nisthilfe ein Drahtgitter mit rund zehn Zentimetern Abstand zu den Niströhren angebracht sein. Durch das Gitter können die Wildbienen ein- und ausfliegen.
    Die Nisthilfe braucht zudem einen sonnigen, trockenen, windgeschützten und warmen Platz, am besten in südlicher Ausrichtung. „In Bäumen hängende, beschattete oder frei schwingende Nistelemente nehmen Wildbienen nicht an“, sagt Hensen. Verzichten Sie auch auf Füllmaterialien wie Kiefernzapfen, Stroh oder Holzwolle. Diese werden von Wildbienen nicht als Nistplatz genutzt.
  • Das Nektar- und Pollenbuffet sollte schnell erreichbar sein. „In unmittelbarer Nähe der Nisthilfe sollten reichlich heimische Blühpflanzen als Nahrungsquelle wachsen, die vom zeitigen Frühjahr bis in den Oktober hinein blühen“, so Hensen. Gut eignen sich beispielsweise Wilde Möhre, Natternkopf und Schafgarbe sowie reichlich blühende Kräuter.
  • Wartung muss sein. Haben Niströhren viele zerbrochene oder nicht vollständig verschlossene Nestabschlüsse, sollten Sie diese entweder ersetzen oder mit einem spitzen Gegenstand, wie einem Schraubenzieher oder einem Pfeifenreiniger, reinigen. Ist die überwiegende Anzahl der Nestverschlüsse intakt, brauchen Sie nichts zu unternehmen. Stängel aus weichen Materialien sollten immer dann ersetzt werden, wenn sie beginnen zu zerfasern – das ist bei gekauften Nisthilfen oft schon nach einem Jahr der Fall.

Hier geht es zur Anleitung der Deutschen Wildtier Stiftung für ein selbst gefertigtes Wildbienenhotel.

Hier finden Sie unseren Buchtipp zum Thema Nisthilfen für Wildbienen – sehr empfohlen!

Hier finden Sie das tolle Buch „Wildbienen, die anderen Bienen“ von Paul Westrich aus dem Ulmer Verlag

Hier geht´s zum Naturgartenshop.com, wo Sie nicht nur alle Arten von insektenfreundlichen Pflanzen sondern auch viele weitere Infos vorfinden

Und hier finden Sie, was der Ulmer-Verlag sonst noch alles zum Thema (Wild)Bienen zu bieten hat.

 

 

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