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Mittwoch, 18. Februar 2026

Scrollicon
Ein Maulwurf schaut oben aus einem Erdhaufen zwischen Gras und Gebüsch
18. Februar 2026, 15:37    office@wildes-bayern.de

Mein liebster Gärtner – der Maulwurf UPDATE


Den ganzen Winter über habe ich die Aktivitäten der Maulwürfe auf der Wiese hinter unserem Dorf beobachtet, und ich kann wirklich nur niederknien vor diesem großartigen, tatkräftigen Tier. Selbst bei strengstem Frost hat er daran gewerkelt, den von der intensiven Bodenbearbeitung mit schweren Maschinen völlig verdichteten, lehmhaltigen Boden aufzulockern und hat uns am Morgen – oft durch zentimeterdicke Eis- und Schneedecken hindurch – frische, zart krümelige Erdhaufen präsentiert. Eigentlich müssten Landwirte extra für diesen Nützling sensibilisiert werden und ihn fördern! An unsere Leserinnen und Leser geht die Bitte, beim Gärtnern Rücksicht zu nehmen und die unten stehenden Tipps zu berücksichtigen. Vielen Dank!

Ein frischer Maulwurfshaufen auf einer verschneiten Wiese

Maulwurfshaufen bei gefrorenem Boden

Hier finden Sie ausführliche, fundierte Informationen zum Maulwurf von der Seite kleinsaeuger.at

Richtig, richtig ausführlich wird es dann hier bei Wikipedia

 

Meldung vom März 2025

Maulwurfshaufen im Garten sind doch einfach nur lästig, oder? Sie unterbrechen das schöne, gepflegte Bild, und wenn man den Rasen mähen will, sind sie störende Hindernisse. Besonders fies sind sie im Winter, wenn die normalerweise lockere Erde fest gefriert und die Haufen, die man gewöhnlich mit dem Fuß einfach beiseite schieben kann, plötzlich als steinharte Erhebungen im Weg stehen. Kein Wunder, dass, wenn man „Maulwurf“ ins Internet eingibt, nur „Lösungen“, Tipps zum Vertreiben oder Bekämpfungsmethoden ausgespuckt werden. Selbst die Seite „Maulwurfhilfe“ ist keine Hilfsorganisation FÜR Maulwürfe, sondern für maulwurfsgeplagte Gartenbesitzer!

Aber wie so häufig, ist das Lästige nur die eine Seite der Medaille, die halt leider oben liegt. Die andere ist nämlich aus Gold! Maulwürfe durchlockern unsere meist verdichteten Böden und schaffen so auch natürliche Drainagerohre, auf denen Regenwasser in tiefere Schichten gelangt. Die frische, feine Erde servieren sie uns an der Oberfläche quasi zur freien Verwendung – für jeden Gärtner und für die Ökologie ein Geschenk!

Allerdings sollte man die Hügel nicht gleich abtragen, sonst entstehen blitzartig neue. Denn die lockere Erde über dem Loch dient auch der Belüftung oder eher Luftreinigung der unterirdischen Höhlen und Gänge. Wer es irgendwie schafft, sollte die Hügel also so lange wie möglich stehen lassen. Was man allerdings tun kann: Sie frisch einsäen bzw. als Ausgangspunkt für das Einbringen von besonderen Arten nutzen! Dazu haben wir Euch unten einen schönen Blogbeitrag aus dem „Faltergarten“ verlinkt.

Ansonsten kann man sie natürlich auch einfach ein wenig verteilen und sich daran freuen, dass Spatzen oder Schmetterlinge offene Erdstellen in unseren Gärten gerne annehmen. Für manche Arten sind sie sogar überlebenswichtig, zum Beispiel für bodenbrütende Wildbienenarten wie die Hosenbiene.

Den vollständigen Blogbeitrag findet Ihr hier auf faltergarten.de

Ein Porträt des Maulwurfs als Tier des Jahres 2020 finden Sie hier bei der Deutschen Wildtier Stiftung

Und hier findet Ihr etwas über Wildbienen im Boden

Die Termine zum Melden für Maulwurfs- und Igelbeobachtungen auf naturgucker.de stehen noch nicht fest, finden Sie dann aber hier

 

 

Bildquelle: Siebeckdotcom/Pixabay.de, Vivienne Klimke




Carmen Mayer schrieb:


Ich beobachte speziell im Frühjahr beim Spazieren gehen immer wieder Bauern auf den Wiesen und auf Feldern wie diese mit einer Art Maschine / Benzinmotor und eines Schlauchsystem in die Maulwurfslöcher gesteckt wird und somit Abgase in den Boden geleitet werden. Was ist das? Vergasen? Ich habe einmal gefragt und wurde sehr unfreundlich der Wiese verwiesen, ohne eine Antwort zu erhalten, was er da macht und wozu?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass das erlaubt ist, zumal man doch alles was sich im Boden an Lebewesen befindet tötet und mit Sicherheit nicht weiß, wie sich die Abgase mit dem Gras oder Gemüse verbindet?
Darf man so ein Tun zur Anzeige bringen? Ich freue mich auf eine Antwort und ggf. guten Rat, wie man sich verhalten soll.

Antworten
Wendt schrieb:


Sie liegen richtig mit Ihrer Vermutung. Bauern pflegen Maulwürfe auf die von Ihnen beschriebene Weise zu töten. So etwas fällt auch nur einem Bauern ein. Diese sind bekanntermaßen der Sargnagel für unseren Planeten und betreiben Artenvernichtung im großen Stil. Die Medien sind, mutmaßlich von Söder und Co. sowie der Agrarlobby, angehalten, der Öffentlichkeit zu verschweigen, dass die Bauern Hauptverursacher des dramatischen Artensterbens sind. Alles, was ihrem Profitstreben oder ihrer Bequemlichkeit im Wege steht, wird rigoros vernichtet. So auch Maulwürfe. Leider schauen die meisten Menschen feige weg, wenn ein Bauer auf dem Feld Maulwürfe mit Abgasen vergiftet. Der Bauer hier bei uns macht es schon mal nicht mehr, seitdem ich ihn angezeigt habe. Da auch in unserem Umfeld der Mauli den Winter über sehr fleissig war, beobachte ich genau, ob nicht irgendwo ein Bauer anrückt, um ihn zu eliminieren. Es ist auf jeden Fall strafbar, Maulwürfe mit Abgasen oder sonstwie zu töten. Das haben Sie schon richtig beobachtet. Sie sollten es deshalb unbedingt zur Anzeige bringen. Denn Maulwürfe stehen unter Artenschutz. Das Fangen, Verletzten und Töten von Maulwürfen sowie die Beschädigung oder Zerstörung seiner Fortpflanzungs- und Ruhestätten steht unter Strafe. In Bayern drohen Bussgelder bis zu 50.000 Euro. Siehe auch nachfolgenden Bericht: https://www.agrarheute.com/land-leben/landwirt-toetet-maulwuerfe-bussgeld-50000-euro-562499

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