In Gebieten mit konventioneller Landwirtschaft, wo chemische Pestizide eingesetzt werden und weniger Blüten als Nahrungsquellen verfügbar sind, leben weniger Wildbienen. Das hat eine Studie eines Forscherteams um den Ulmer Bienenexperten Dr. Samuel Boff aufgezeigt. Die Untersuchung belegt auch, dass eine konventionelle Landbewirtschaftung die Fortpflanzungskommunikation von Wildbienen stören kann.
Die Forschenden stellten für ihre Beobachtungen „Bienenhotels“, also künstliche Nisthilfen, in acht konventionell und sieben biologisch bewirtschafteten Betrieben in Baden-Württemberg auf und beobachteten exemplarisch das Vorkommen der Mauerbienenart Osmia bicornis. Für ein möglichst unverfälschtes Ergebnis wählten sie die überwachten Flächen jeweils so aus, dass sie den normalen Bewegungsradius der Bienen, der auf etwa 500 Meter um die Nistplätze herum begrenzt ist, abdeckten.
Das Team dokumentierte Landschaftsmerkmale, darunter das Ausmaß biologisch bewirtschafteter Anbauflächen, sowie die Anzahl der Pflanzen, die als Nahrungsquelle dienen, und verglich die Anzahl der Bienennester und Nachkommen sowie die Körpergrößen des Nachwuchses.
Zudem führten die Forschenden chemische Analysen der sogenannten kutikulären Kohlenwasserstoffe auf der Körperoberfläche der Bienen durch. Diese haben eine Schutzfunktion, dienen aber auch der sexuellen Kommunikation zwischen Geschlechtspartnern. Damit spielen die kutikulären Kohlenwasserstoffe eine wichtige Rolle bei der Fortpflanzung.
Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Anbausysteme – biologisch oder konventionell – sich auf die Zusammensetzung dieser Kohlenwasserstoffe auswirken. Daraufhin testeten sie in Laborexperimenten die biologischen Reaktionen der Bienen, um nachzuvollziehen, ob sich dies auf das Paarungsverhalten auswirkt.
Die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache: Je ausgedehnter biologisch bewirtschaftete Landwirtschaftsflächen sind, desto besser können sich Populationen einer bestimmten Mauerbienenart entwickeln.
In Regionen mit einem höheren Anteil an biologischem Landbau und keinem oder reduziertem Pestizideinsatz gab es eine höhere Blütenvielfalt und mehr verfügbare Nahrungsressourcen für Bestäuber. Hier haben die Forscher mehr Weibchen gezählt, die Nester bauten, und die Anzahl der von ihnen gebauten Brutkammern sowie der Nachkommen war höher
Die Studie belegt des Weiteren, dass konventionelle Landwirtschaft die chemische Kommunikation der Bienen stört. Die kutikulären Kohlenwasserstoffe auf der Körperoberfläche der untersuchten Bienen in konventionell bewirtschafteten Gebieten unterschieden sich von denen in biologischen. Als Folge davon zeigten Männchen eine deutlich stärkere sexuelle Reaktion auf Weibchen aus konventionell bewirtschafteten Gebieten.
Die vollständige Pressemitteilung der Uni Ulm findet Ihr hier
Zur originalen Studie in englischer Sprache kommt Ihr hier
Bildquelle: Aperia Borgo Rufo
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