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Freitag, 06. März 2026

Scrollicon
Vor braunem Hintergrund ein bunter Buchtitel mit dem Text: Die Wildnis in uns
06. März 2026, 11:13    office@wildes-bayern.de

Buchtipp: Die Wildnis in uns – und unser Band mit den Tieren


Kennen Sie dieses Gefühl, wenn Sie ein Buch aufschlagen und nach wenigen Zeilen Lesen ganz kribbelig werden, weil sie sich so wahnsinnig viel von dem vorliegenden Werk versprechen? Bei dem kleinen Taschenbuch „Die Wildnis in uns“ ist es mir so ergangen. Kein Wunder, ist der Autor doch nicht nur naturinteressiert, sondern auch noch Journalist und Dozent im Bereich Umweltjournalismus sowie Wildnispädagoge.

Wie sollte man nicht sofort gebannt sein, wenn der 48-jährige Autor schon im Prolog schildert, wie er als Junge Erik Zimens „Wildwege“ gelesen hat und dies eine Spur in ihm gelegt habe raus in die Natur, den „Herden“ hinterher, welche bei ihm daheim im hessischen Darmstadt vor allem aus Rehen bestanden. „Wegen der Rehe baue ich noch heute zu Landschaften den Kontakt vor allem über ihre Tiere auf“, schreibt er. „An neuen Orten, auf Reisen, schaue ich zuerst, welche Arten dort leben, im Wald, am Fluss, im See, vor der Küste. Ich suche dabei nach etwas Tieferem in den Tieren, die Würde, Freiheit und Stolz für mich ausdrücken sowie Klugheit und Gewandtheit, aber auch Verletzlichkeit und Sehnsucht.“

Das Buch trägt allerdings nicht umsonst den Untertitel: „Von ungezähmter Natur und inneren Landschaften“. Tatsächlich ist die Bindung des Autors zur Natur nicht nur äußerst vielschichtig, sondern auch fließend. Als Angler nutzt er sie, aber sie hat auch eine sehr emotionale Komponente, und Schäfer gleitet gern hinüber ins Spirituelle, zum Beispiel, wenn der Übergang zwischen ihm und der Natur sich auflöst und er im Epilog selbst zur Forelle im Kehrwasser wird.

Mehrere Kapitel handeln von Reisen in Skandinavien, bei denen der Autor in Rentierherden badet, der Beziehung der Menschen mit den wild lebenden Lachsen nachspürt und die spirituelle Welt der Sami eintaucht. Immer wieder aber geht es auch um seine Heimat, um Streifzüge an der Modau, um seine Lehrtätigkeit. Torsten Schäfer ist sehr belesen in den verschiedensten Wildnisbüchern, was dem Buch Tiefgang und Fachkompetenz verleiht. Sein Gespür für Sprache und das Spielen mit den Naturbegriffen ist oft ein Genuss.

Ob man ihm darüber hinaus in seine „Waldtäglichkeit“, auf „Duftreisen“ und zu seinen „Verhältnispflanzen“ folgen möchte, bleibt jedem Leser selbst überlassen.

Torsten Schäfer (2026): Die Wildnis in uns. Von ungezähmter Natur und inneren Landschaften. Oekom Verlag, 176 Seiten, Softcover,
ISBN 978-3-98726-514-3. Auch als E-Book erhältlich.

Bildquelle: Oekom Verlag




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