Im Oekom-Verlag erscheint zum 25. Februar ein wichtiges, aufwühlendes Buch zum Thema der Verschmutzung mit PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen). Es ist das Ergebnis langjähriger Recherchen einer amerikanischen Investigativjournalistin über die Verschmutzung einer Region im Staat New York mit der Ewigkeitschemikalie. Das deutsche Vorwort hat nicht etwa ein prominenter Umweltschützer geschrieben, sondern der Leiter des Netzwerks Investigative Recherche, Daniel Drepper. Er meint: „Das Ergebnis von Blakes jahrelanger Arbeit ist eines der besten journalistischen Bücher, die ich je gelesen habe. Und eines der wichtigsten…“
** Der Verlag bietet übrigens eine Sonderaktion an: Alle, die das Buch bis zum Erscheinungstermin am 25.2.26 im Oekom-Webshop bestellen, bekommen exklusiv Zugang zu einem Online-Event mit der Autorin! Alle Infos zu dieser Aktion finden Sie hier**

Buchtitel „Die Vergiftung der Welt“
Hier ein Auszug aus dem Pressetext des Oekom-Verlags:
»Die Vergiftung der Welt« von Mariah Blake ist eine bahnbrechende Recherche über die jahrzehntelange Kampagne der Chemieindustrie, die Gefahren sogenannter Ewigkeitschemikalien zu verschleiern – erzählt anhand der Geschichte eines US-Dorfes, das sich einer massiven Gesundheitskrise gegenübersieht.
Als in seinem Umfeld immer mehr Menschen an Krebs erkrankten, beschlich einen Versicherungskaufmann aus Hoosick Falls, New York, ein furchtbarer Verdacht: Könnten diese Häufungen mit der örtlichen Wasserversorgung zu tun haben? Er beauftragte eine Analyse seines Leitungswassers und bekam die Bestätigung: Es fanden sich hohe Konzentrationen von PFAS, sogenannten Ewigkeitschemikalien. Diese Entdeckung setzte eine Kettenreaktion in Gang, die schließlich offenbarte, dass mehr als hundert Millionen Amerikaner*innen belastetes Trinkwasser konsumierten. Für viele war diese Erkenntnis ein Schock – nicht jedoch für die US-Regierung und die Hersteller dieser giftigen Chemikalien. Sie kannten die Risiken seit Jahren.
(…) Ausgehend von Hoosick Falls verfolgt die Autorin die erschütternde Historie des Skandals: Sie geht zurück bis zum Manhattan Project und in die Nachkriegszeit, in der Wissenschaftler*innen feststellen, dass die Chemikalien sich nicht zersetzen und sich im Blut anreichern. In den 1980er-Jahren testeten PFAS-Hersteller heimlich ihre eigenen Beschäftigten und stießen auf Zusammenhänge mit Geburtsfehlern, Krebs und anderen schweren Erkrankungen. Heute verschmutzen diese extrem giftigen und langlebigen Chemikalien den gesamten Planeten. Sie finden sich inzwischen nicht nur in den entlegensten Teilen der Welt, sondern auch in nahezu jedem Menschen.
Um die Allgegenwart von PFAS in unserem Trinkwasser, unserer Nahrung und Alltagsprodukten einzudämmen, arbeitet die EU seit einigen Jahren an umfassenden Vorschriften; 2026 treten Teilverbote der über 10.000 Chemikalien umfassenden PFAS in Kraft. Gegen ein generelles Verbot wehrten sich nicht zuletzt Chemie-Konzerne – mit Taktiken, die Blake in ihrem Buch entlarvt. »Die Vergiftung der Welt« ist daher nicht nur eine aufrüttelnde Investigativrecherche, sondern auch ein Lehrstück darüber, wie die Industrie Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor PFAS bekämpft –– und so unser aller Gesundheit gefährdet.
Mariah Blake: »Die Vergiftung der Welt. Der globale PFAS-Skandal und wie er vertuscht wird«; 336 Seiten, Klappenbroschur, ISBN 978-3-98726-515-0
Sonderaktion: Buch bis zum Erscheinungstermin am 25.2.26 im Oekom-Webshop bestellen und exklusiv Zugang zu einem Online-Event mit der Autorin bekommen! Alle Infos zu dieser Aktion finden Sie hier
Meldung vom 6. Februar 2025: REACH-Kongress zeigt hohe Verschmutzung in Deutschland auf
Die europäische Chemikalien-Agentur REACH hat sich auf ihrem 6. Kongress im September 2024 in Dessau unter anderem mit dem Thema der gefährlichen „persistierenden Stoffe“, also den „Ewigkeitschemikalien“, beschäftigt, über die wir hier schon einige Mal berichtet haben.
Wer die Vortragsfolien durchblättert, stößt unter anderem auf internationale Karten, die aufzeigen, dass es gerade in Deutschland besonders viele Standorte mit nachgewiesener Verschmutzung durch PFAS gibt. Das Schlimme ist: Es gibt keine Möglichkeiten, diese Stoffe wieder loszuwerden. „Persistente Stoffe verbleiben in Böden und Gewässern und können dort unvorhersehbare Risiken haben“, warnt der Präsident des Umweltbundesamts.
Tatsächlich kann man hinterher nichts mehr gegen eine PFAS-Verschmutzung tun, außer den Eintrag in die Umwelt zu vermeiden. Das kommt für Deutschland leider zu spät!
Das Umweltbundesamt hat alle Infos zum Kongress auf seiner Internetseite veröffentlicht, inklusive der interessanten Vortragsfolien. Wer also in das Thema PFAS und Co. tiefer einsteigen möchte, kann das unter diesem Link hier tun.
Und hier findet Ihr eine gute Zusammenfassung darüber, was PFAS eigentlich sind, und wie sie uns bedrohen
Eine Studie hat jetzt den Zusammenhang der „Ewigkeitschemikalien“ PFAS und Schlafstörungen aufgezeigt. Konkret stellte sich zum Beispiel heraus, dass es einen Zusammenhang zwischen PFDA, PFOA, and PFHxS und kürzerer Schlafdauer gibt. Einen weiteren Zusammenhang gibt es zwischen PFAS und Schlafstörungen und Beeinträchtigungen durch zu wenig Schlaf. „Unsere Analyse einer PFAS-Mischung zeigte einen sukzessiven Rückgang der Schlafdauer und einen Anstieg im Level der Schlafstörungen sowie der schlafbezogenen Beeinträchtigungen.“
Die original Studie in Englisch findet Ihr hier
Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) gehen derzeit der Frage nach, wie sich die „Ewigkeitschemikalien“ PFAS auf das Gehirn auswirkt. Die Untersuchungen werden an Zebrafischen durchgeführt und sind ziemlich komplex, aber bereits jetzt konnte festgestellt werden, dass die Aufnahme dieser Stoffe mit abnormen Folgen verbunden ist, insbesondere in sensiblen Entwicklungsphasen des Gehirns.
Die ausführliche Pressemitteilung des UFZ findet Ihr hier
Das Land Rheinland-Pfalz hat kürzlich bekannt gegeben, dass offenbar alle Wildschweine so hohe chemische Belastungen in der Leber tragen, dass man diese gar nicht mehr verzehren sollte. Konkret geht es um die so genannte „Ewigkeitschemikalie“ PFAS, also die perfluorierten und polyfluorierten Alkylsubstanzen. Sie sind zum teil toxisch und umweltschädlich, nur schwer abbaubar und reichern sich sowohl im Wasser und im Boden als auch im menschlichen Körper an. Sie sind wasserlöslich und hoch mobil – einmal freigesetzt, fängt man sie also auch nicht wieder ein. PFAS wurden früher zum Beispiel in Feuerlöschschaum verwendet. Heute zum Glück nicht mehr – man sollte wohl mit so schädlichen Substanzen, die sich in der Umwelt anreichern, nicht mehr weiter arbeiten.
Dachten wir!
Aber wir wurden eines Besseren belehrt: PFAS scheint DAS Mittel der Zukunft zu sein. „Ohne PFAS ließen sich die Schlüsseltechnologien der Transformation zur Klimaneutralität nicht produzieren: kein Windrad, kein Energiespeicher, kein E-Auto, keine Halbleiter“! Das behaupten nicht etwa irgendwelche Querdenker, sondern der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), der Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) und der Verband der Automobilindustrie (VDA). Diese Organisationen haben sich 2023 zusammengeschlossen, um ein Verbot der „Ewigkeitschemikalie“ zu blockieren, das die EU anstrebte. (Ihre Veröffentlichung findet Ihr hier).
Das Windkraft-Journal bringt es nochmal anders auf den Punkt: „Pauschales PFAS-Verbot gefährdet die Klimaziele des European Green Deal“.
Wir haben uns ziemlich die Augen gerieben. Nicht genug, dass für vermeintlich grüne Energien gerade Wälder abgeholzt, Ackerflächen überbaut und die Lebensräume bedrohter Arten – und oft auch die Arten selbst – zerstört werden – jetzt erweisen sich Windräder und E-Autos auch noch als Giftschleudern schlimmster Sorte?! Das Wort „nachhaltig“ bekommt eine völlig andere Bedeutung, wenn man weiß, dass der Preis für den grünen Strom oder das emissionsbefreite Auto PFAS heißt – Ewigkeitschemikalie. Die vergifteten Lebern der Wildsauen sind da wohl nur das erste Warnsignal.
Informationen der Europäischen Chemikalienbehörde REACH zu den PFAS findet Ihr hier
Bildquelle: Oekom Verlag
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