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Montag, 02. Februar 2026

Scrollicon
An einer weißen Doldenblüte krabbelt eine rot-schwarz gestreifte Wanze
02. Februar 2026, 21:34    office@wildes-bayern.de

Ran an die Wanzen!


Also wenn jemand Wanzen als „Fitness-Motivatoren“ bezeichnet, weil man dank ihnen auch beim zehnten Besuch im gleichen Biotop noch Überraschungen erleben könne, dann ist der schon echt speziell unterwegs, finden Sie nicht? Schließlich assoziieren die meisten von uns mit Wanzen entweder das Stinken oder das Sich-ran-Wanzen – beides nix erstrebenswertes. Oder weiß der von den Wanzen zum Rausgehen Motivierte womöglich etwas, das wir einfach noch nicht begriffen haben?

Beide Annahmen treffen mit Sicherheit auf Andreas Zehm und Markus Bräu zu, die aktuell auf der Seite von ANLiegen Natur die neuesten Wanzen-Bestimmungsbücher vorstellen. Sie wissen: „Wanzen sind eine große, ökologisch vielfältige und in vielen Fällen auch optisch attraktive Insektengruppe, bei der schon bei oberflächlicher Betrachtung schnell die Vielfalt an Körperformen, Farben, Größen und Lebensweisen auffällt.“ Das klingt ja schonmal verheißungsvoll!

Offenbar sind die Tierchen mit den eckigen Rückenpanzern doch unterbewertet: „Wanzen kommen sowohl in nahezu allen terrestrischen und aquatischen Lebensräumen als auch in fast allen Höhenlagen vor. Beobachtungen gelingen leicht in verschiedensten Lebensräumen, was sich nicht zuletzt darin niederschlägt, dass einige Arten auf Citizen Science-Plattformen zu den am häufigsten registrierten Tierarten überhaupt gehören.“ Wow, sie sind also auch noch echt zugänglich – und verraten durch ihre Anwesenheit eine Menge über die Natur: „Wanzen sind hervorragende Indikatoren für die Artenvielfalt der Kulturlandschaft, die die beste Korrelation mit der lokalen Gesamt-Biodiversität zeigen.“

Jetzt wirds etwas spezieller: „Es gibt auf einzelne oder wenige Pflanzenarten spezialisierte „Vegetarier“ aber auch räuberische Arten und Gemischtköstler, Rindenwanzen brauchen Pilze an Totholz. Manche Wanzen sind auf besondere (Mikro-)Habitate spezialisiert. Hinzu kommt, dass das Vorkommen anspruchsvoller Arten selbst auf nur kleinflächigen Sand- oder Kalkmagerrasen möglich ist und anzeigt, dass dort weitere für die naturschutzfachliche Bewertung relevante Kleintierarten mit ähnlichen Bedürfnissen zu erwarten sind.“ Sind Wanzen also auch noch sowas wie PR-Botschafter für ihre Lebensgemeinschaften?

Bislang, so teilen die Autoren weiter mit, war ein vertiefter Einstieg in die Welt der Wanzen nicht einfach, da nur Bestimmungsschlüssel aus der Mitte des letzten Jahrhunderts, Werke in Französisch oder Englisch vorlagen. Das hat sich mit gewissen Neuerscheinungen geändert, jetzt ist die Bestimmung von in Deutschland vorkommenden Arten auch für interessierte Laien möglich. Na dann: Ran an die Wanzen!!

Welche Werke die Wanzenexperten empfehlen, das können Sie hier nachlesen

Bildquelle: Andreas/Pixabay




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