Haselmäuse lassen sich nur schwer entdecken – erst kürzlich haben wir ja über die Methode berichtet, ihnen Schlafkästen anzubieten. Doch das ist recht aufwändig.
Wissenschaftler in der Rhön haben deshalb jetzt eine andere Methode unter die Lupe genommen: Die so genannte Nussjagd. Die lässt sich ganz wunderbar mit freiwilligen Teilnehmern durchführen. Es geht darum, dass Spaziergänger bei ihren Touren angebissene Haselnussschalen sammeln, die dann auf Haselmausbissspuren untersucht werden.
Die Haselmaus hinterlässt an Nüssen sehr charakteristische runde Bisslöcher. Wer also in der Natur solche Nussschalen sammelt, kann sie vermutlich mit geringer Vorbildung auch gleich selbst analysieren.
Den Wissenschaftlern ging es aber im ersten Schritt darum, festzustellen, ob diese Methode sich für eine wissenschaftliche Erfassung eignen könnte, oder ob sie Schwachstellen aufweist. Sie kamen zu dem Schluss:
„Die Nussjagd ist eine bewährte und gut geeignete Methode, um Freiwillige niedrigschwellig in Citizen Science-Projekte einzubinden. (…) Eine Vorexkursion im August in potenzielle Haselnuss-Suchgebiete wird empfohlen, um den Fruchtstand der Hasel zu überprüfen und potenzielle Trockenjahre mit wenigen oder keinen Früchten frühzeitig zu erkennen. Da die Anzahl fehlbestimmter Nüsse sehr hoch ist, ist es wichtig, Zeit und Ressourcen für die Nachbestimmung der Fraßspuren einzuplanen. Um die Hemmschwelle für das Einsenden von Nüssen noch weiter zu senken, könnten Sammelstellen an öffentlichen Plätzen für den Zeitraum der Datenerhebung eingerichtet werden. Auch wenn die Nussjagd alleine nicht ausreicht, um die Vorkommen der Haselmaus vollumfänglich zu erfassen, kann sie in Kombination mit anderen Erfassungsmethoden ein wichtiges und wertvolles Werkzeug sein, um großflächig Bestände abzuschätzen.“
Den vollständigen Bericht in der Zeitschrift ANLiegen Natur findet Ihr hier
Bildquelle: Sigi Rohrmoser
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