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Dienstag, 18. Oktober 2022

18. Oktober 2022, 08:52    Webmaster

Deutsche Wildtier Stiftung: „Wer gut hamstert, hat mehr Nachkommen“


Im Oktober ziehen sich die Feldhamster zurück in ihren Winterschlaf. Die Verhaltensforscherin Dr. Carina Siutz hat eine wildlebende Hamsterpopulation dabei beobachtet. Die Deutsche Wildtier Stiftung hat dazu die nachfolgende Pressemitteilung veröffentlicht:

 

Pressemeldung Deutsche Wildtier Stiftung „Wer gut hamstert, hat mehr Nachkommen“

Forschungspreisträgerin der Deutschen Wildtier Stiftung zeigt Zusammenhang zwischen Wintervorrat und Nachwuchsrate beim Feldhamster

 „Jetzt im Oktober ziehen sich die Feldhamster zum Winterschlaf zurück. In den vergangenen drei Jahren hat die Verhaltensforscherin Dr. Carina Siutz eine wildlebende Hamsterpopulation dabei genau beobachtet. Siutz arbeitet an der Universität Wien und ist Forschungspreisträgerin der Deutschen Wildtier Stiftung. Im Fokus ihrer Arbeit stand die Frage, wie sich das Nahrungsangebot vor dem Winterschlaf auf die Anzahl der Nachkommen auswirkt. Die Ergebnisse ihrer Arbeit liegen nun vor: Demnach bekommen Feldhamster-Weibchen, die die Vorratskammern ihres Baues vor dem Winterschlaf prall füllen konnten, deutlich mehr Nachkommen als solche, deren Vorrat nur spärlich ausfiel.

(c)M. Sattler – Junghamster (PM Deutsche Wildtier Stiftung)

Im Rahmen der Studie, für deren Durchführung Siutz im Jahr 2019 den Forschungspreis der Deutschen Wildtier Stiftung erhielt, bekamen einige Hamsterweibchen im Spätsommer eine Extraration Futter in Form von 500 Gramm Sonnenblumenkernen. „Die Kerne enthalten viele hochwertige ungesättigte Fettsäuren und Proteine“, erklärt die Wissenschaftlerin die Wahl der Zusatznahrung. Andere Weibchen ließ sie dagegen nur mit den von ihnen selbst gesammelten Vorräten in den Winterschlaf ziehen. Im darauffolgenden Frühjahr krabbelten erst die ungefütterten Weibchen aus den Bauen und etwas später die gefütterten. Im Juni bekamen alle Hamsterweibchen ihren Nachwuchs – allerdings verließen bei den ungefütterten Weibchen im Durchschnitt nur sieben Jungtieren den Bau, wohingegen es bei den gefütterten Weibchen durchschnittlich 14 Junge waren. „Eine mögliche Erklärung für die höhere Reproduktionsrate ist, dass die gefütterten Weibchen im zeitigen Frühjahr noch von ihren Vorräten leben konnten und damit mehr Energie in die Fortpflanzung stecken konnten“, so Siutz.

Die Ergebnisse der Forschungsarbeit von Dr. Carina Siutz ermöglichen es nun, die Schutzmaßnahmen für den in Deutschland vom Aussterben bedrohten Feldhamster zu verbessern. Denn wenn es gelingen würde, den Feldhamstern in den letzten verbliebenen Lebensräumen das Sammeln eines ausreichend großen Wintervorrates zu ermöglichen, könnten sich die Populationen durch eine größere Nachkommenschaft langfristig wieder stabilisieren. In einem kürzlich veröffentlichten Leitfaden zum Feldhamsterschutz schlägt die Deutsche Wildtier Stiftung gemeinsam mit ihren Partnern dafür unter anderem einen partiellen Ernteverzicht auf Feldhamsterflächen vor.

Einen Leitfaden mit wertvollen Tipps und Infos zum Thema Feldhamsterschutz kann man unter diesem Link als pdf herunterladen…

Die Deutsche Wildtier Stiftung vergibt alle zwei Jahre ihren mit 50.000 Euro dotierten Forschungspreis. Der aktuelle Forschungspreisträger ist Dr. Simon Ripperger, der soziales Lernen in den Wochenstuben von Fledermäusen am Beispiel des Großen Mausohrs untersucht. Der nächste Forschungspreis der Deutschen Wildtier Stiftung wird im Frühjahr 2023 ausgeschrieben.

 

Bildquelle: (c)M. Sattler - Junghamster (PM Deutsche Wildtier Stiftung)




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