Das Deutsche Museum in München zeigt gerade ein besonderes Fotoprojekt, das mehr mit jedem von uns zu tun hat, als wir vielleicht im ersten Moment denken: „Bergbauern erleben“. Der Fotograf Klaus Maria Einwanger hat über alle Jahreszeiten bayerische Bergbauern bei ihrer Arbeit begleitet und daraus eine wirklich eindrucksvolle Ausstellung, einen umfangreichen Bildband und jahreszeitliche Videos zusammengestellt.

Aus dem Buch „Bergbauern“
Wir stellen Ihnen das hier vor, weil die Berglandwirtschaft mit ihrer extensiven Beweidung eine maßgebliche Rolle für den Erhalt der Artenvielfalt spielt. Extensive Weidetierhaltung ist nicht nur eine sehr tierfreundliche und artgerechte Weise, um Milch und Fleisch zu erzeugen, sondern sie hat unzählige positive Wirkungen auf die Landschaft und die Tierwelt. Wildes Bayern hat deshalb die Forderungen des Bundesverbands Grünland mit unterzeichnet (unseren Blog dazu finden Sie hier), und wir betreiben hier auf unsere Internetseite eine umfangreiche eigene Themenseite zu extensiver Landnutzung und Beweidung.
Hier nur ein ganz grober Überblick über die nützlichen Wirkungen der extensiven Weidetierhaltung:
Kühe, Pferde oder Schafe, die die Weiden begehen, hinterlassen Trittsiegel und schaffen damit schon am Boden ein kleinräumiges Mosaik aus verfestigten und lockeren Bereichen. In den kleinen Mulden sammelt sich Wasser, was weitere Unterschiede nach sich zieht und damit ökologische Vielfalt begünstigt. Der Dung der Tiere ist ein Quell der Insektenvielfalt und liefert wertvolle Feuchtigkeit und Nährstoffe für Pflanzen. Die Art, wie die Tiere die Pflanzen abfressen, ist unterschiedlich, und führt ebenfalls zu positiven Veränderungen in der Struktur der Vegetation. Und so geht es weiter – bis am Ende Milch, Käse und Fleisch stehen und dem arbeitenden Mensch einen Ertrag einbringen, der ihm das Leben ermöglicht. Und wenn die Weidetiere wieder ins Tal gezogen sind, finden auf den Flächen unsere Wildtiere von Gams bis Rotwild noch Nahrung bis in den Winter hinein.

Almabtrieb
Ok, und was hat das nun tatsächlich mit uns allen zu tun?
Die Frage, wie hoch wir diese Landbewirtschaftung einschätzen, und ob wir ihre Produkte anderen vorziehen oder sie ablehnen, kann sich unmittelbar auf die Existenz der Bergbauern auswirken. Wer also Fleisch und Milchprodukte aus regionaler Landwirtschaft kauft, unterstützt solche Systeme.
Wer sich tierischer Ernährung verweigert, entzieht auch ihnen die Lebensgrundlage.
Wer möchte, dass unsere Berglandschaft auch weiterhin freie Almen, Hütten und Kuhglockengeläut bietet, der kann jeden Tag beim Einkauf sein Scherflein dazu beitragen. Berglandwirtschaft leidet aber auch unter überbordender Bürokratie, unter ideologischen Entscheidungen und unter neuen Anforderungen, wie der Integration von Wölfen und Bären in eine Landschaft, die Herdenschutz eigentlich nicht kennt und sich dafür auch nicht eignet – weder für Zäune noch für große, wehrhafte Hunde (wer von uns möchte bei unserer Almwanderung darauf stoßen?). Die Gesellschaft sollte die Bergbauern damit auf keinen Fall alleine lassen.

Bergbauernjugend
Dass das Leben in der Berglandwirtschaft kein üppiges, sondern ein zaches, mühsames ist, dürfte jedem von uns klar sein. Es findet sich auch eingeprägt in die Körper und Gesichter der Menschen, die Einwanger in seinem Werk porträtiert hat. Die sind oft hager, kaum jemand hat mal runde Backen – dafür aber klare, strahlende Augen und oft ein Leuchten und Lächeln um sich.
***VERLOSUNG: Wildes Bayern verlost unter seinen Mitgliedern und Newsletter-Abonnenten ein Exemplar des Fotobuchs „Bergbauern“ sowie 2 * 2 Eintrittskarten in die Ausstellung von Klaus Maria Einwanger „Bergbauern erleben“ im Deutschen Museum in München. Bitte schicken Sie uns dazu bis zum 6. September 2026 einfach eine E-Mail mit dem Stichwort „Gewinnspiel“ an: office@wildes-bayern.de***
Zur Internetseite des Projekts „Bergbauern erleben“ mit tollen Videos über alle Jahreszeiten kommen Sie hier
Infos zum wunderbaren Fotobildband „Bergbauern“ finden Sie hier
Zu Infos über die Ausstellung im Deutschen Museum in München kommen Sie hier

Bildquelle: Klaus Maria Einwanger, Klaus Maria Einwanger: Bergbauern
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